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aktuelle Inszenierung:
TEMPUS FUGIT Jugendtheater Rheinfelden
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Schnitt ins Fleisch von Xavier Durringer
Regie: Karin Maßen
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Es spielen |
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zum Stück:
Die Tempus fugit Jugendtheatergruppe
Rheinfelden mit 14 SpielerInnen zwischen 15 und 25 Jahren, hat es sich
mit der Stückvorlage von Xavier Durringer nicht einfach gemacht. Denn
das Thema dieser Inszenierung geht sie selbst direkt und persönlich an:
Es geht um gesellschaftliche Konflikte von Jugendlichen. Bei Durringer
sind sie Außenseiter der Gesellschaft, vermeintlich verroht, bedroht von
Arbeitslosigkeit und schlechten Zukunftsperspektiven.
Mitten
unter Ihnen ist Slim, der sich nach dem Verlust seiner Arbeitsstelle im
Leben nicht mehr zurecht findet. Durch seine weiche und sensible Art
unterscheidet er sich von seinen Freunden und ehemaligen
Arbeitskollegen. Slims Ehrlichkeit und die Aufrichtigkeit seiner Gefühle
passen nicht in die trostlose Welt, die Durringer mit knapper,
ernüchternder Sprache skizziert. Eine Sprache die zunächst Härte und
Aggressivität vorgibt. Doch auch für Slims Freunde ist die Sprache oft
nur ein Schutzschild vor den eigenen Gefühlen und Ängsten.
Das
Jugendtheater Rheinfelden, unter Regie von Karin Maßen, versucht bei
dieser Inszenierung hinter die Fassade der Personen zu blicken. In
Kombination mit der Vorlage des Film-Klassikers von John Steinbeck „Denn
sie wissen nicht, was sie tun”, verfolgt die Gruppe, was hinter der
Sprache, den groben Gruppenritualen und der vordergründigen Brutalität
verborgen ist. Wichtiger Bestandteil der Inszenierung ist auch die
Musik, die eigens für das Stück komponiert und bei den Aufführungen live
gespielt wird.
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zum Autor
Der Dramatiker, Drehbuchautor und
Regisseur Xavier Durringer wurde 1963 in Paris geboren. Spätestens mit
seinem Theaterstück Wellenreiter, das 1998 auf dem Festival von Avignon
mit großem Erfolg gezeigt wurde, erlangte er internationalen Ruhm.
Seitdem sind seine Stücke auf zahlreichen europäischen Bühnen zu sehen.
Durringer greift in seinen Stücken
zeitgenössische Themen wie Arbeitslosigkeit, Gewalt, soziale Isolierung
oder Einsamkeit auf. Den Aufführungsort passt er häufig an seine Themen
an. So wurden viele seiner Stücke in verlassenen Fabrikgebäuden der
banlieues von Paris oder in alten Bahnhöfen gezeigt. Damit gelang es
ihm, ein Publikum zu erschließen, das dem Theater eher distanziert
gegenüber steht.
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Presse |
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BZ vom 05.12.2011
Planlos mitfühlendes
Unbeteiligtsein
Die
Rheinfelder Jugengruppe von Tempus Fugit spielte Xavier Durringer
"Schnitt ins Fleisch"
Wer keinen Plan hat, sieht schnell
alt aus. Ziel oder Perspektive fehlen in Xavier Durringers "Schnitt ins
Fleisch" aber eigentlich allen, auch wenn der Plan, den es nicht gibt,
bei jedem ein anderes Gesicht bekommt. Die Rheinfelder
Jugendtheatergruppe von Tempus Fugit hat jetzt mit vierzehn
Laienschauspielern ein Stück auf die Bühne gebracht, dessen Erzählstrang
anfangs noch so zerfasert wirkt, wie alle Einzelschicksale darin
gegeneinander. Unter der Regie von Karin Maßen wurden viele
aufflackernde, manchmal gleißende Bildsplitter daraus.
Die
Erzählung bekommt dabei bald ihre eigene Dynamik, in der einerseits
jeder in Ruhe aber niemand allein gelassen werden will. Aus der
Perspektivlosigkeit und Sinnsuche eines Einzelnen entwickelt sich eine
zunächst noch gar nicht als solche erkannte Spirale, die in einer
Katastrophe enden wird. Der stille aber offenherzige Slim (Sebastian
Palzer), der seine Arbeit verloren hat und auch sonst nicht vom Glück
verfolgt wird, sucht neuen Halt. Die Jugendlichen, mit denen er zu tun
hat, sind ihm nicht unbedingt böse gesinnt. In einigen Szenen leuchten
stattdessen Motive auf, "ihn wieder auf die Beine zu bringen" . Trotzdem
sind alle bestenfalls mitfühlend unbeteiligt und die Idee, ihm ein Date
mit der besonders umworbenen Lisa (Carolin Schröder) zu verschaffen,
schwankt zwischen Nettigkeit, Wette und Mutprobe.
So hat denn
auch Joseph, von Fabian Eyer hinreißend durchgängig als bis in die
Haarspitzen widerlicher Scheinheld gespielt, zuerst scheinbar nichts
dagegen, dass seine Exfreundin den Lockvogel geben soll. Für die soziale
Rangfolge und Hackordnung wäre ein Erfolg Slims allerdings fatal, ist es
doch nur Jo, dem bei den Frauen für gewöhnlich alles gelingt. Dass die
Dinge nun anders laufen als er gewettet hat und man den Funken zwischen
der Traumfrau und dem, der eben noch der Verlierer war, geradezu
überspringen sehen kann, auch das wäre trotz allem halb so schlimm. Ein
Drama ist dagegen die ausgesprochen kurze Dauer des Glücks. Urplötzlich
hat sich das Rouletterad weitergedreht, Lisa ist wieder zu Jo
übergelaufen und stößt damit nicht nur die zuletzt aktuelle Maria
(Annika Greiner) gleichsam von ihren sehenswerten Stöckelturnschuhen,
sondern auch Slim in den Abgrund seiner Gefühle.
Aus John
Steinbecks mit James Dean 1955 verfilmtem Klassiker "Denn sie wissen
nicht, was sie tun" ist zusätzlich Platon (Luis Mehlin) in die
Geschichte gestolpert. Der Sohn aus gutem Hause, dessen Vater ein großes
Tier ist, sich aber leider seit Jahren nicht mehr meldet, bringt die
Pistole ins Spiel, nach der der seelisch tief verletzte Slim an seiner
statt schließlich greifen wird. Wer selbst keine Perspektive sieht, den
blendet das Glück, der ihn Umgebenden umso mehr, und sei es noch so
fragwürdig. Das Thema der verlorenen Generation, das schon bei Steinbeck
zentral war, nimmt auch der 1963 in Paris geborene Durringer auf, der
mit Stücken über die berüchtigten Banlieues Frankreichs seine Karriere
begonnen hat. Realität sei auf Bühne und Leinwand nicht abbildbar, hat
sich der Autor, Theatermann und Filmemacher einmal geäußert, sondern
immer nur ihre Quintessenz. Tempus Fugit hat sie einmal mehr gekonnt in
durch Licht und Dunkel (André Kulawik) getrennte und von Livemusik
(Daniel Vogel) dynamisierte Einzelbilder gefiltert.
Annette
Mahro
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BZ vom 01.12.2011
Tempus fugit zeigt "Schnitt ins
Fleisch"
Jugendtheatergruppe Rheinfelden hat im
Gemeindehaus von St. Josef am Freitag Premiere
RHEINFELDEN (BZ). Die Tempus fugit Jugendtheatergruppe Rheinfelden
feiert am Freitag, 2. Dezember, um 20 Uhr Premiere in der St. Josefs
Kirchengemeinde, Friedrichstraße 32, Rheinfelden. Die 14 jugendlichen
Darstellerinnen und Darsteller inszenierten unter Regie von Karin Maßen
das Stück "Schnitt ins Fleisch" von Xavier Durringer.
Durringer
wurde bekannt dafür, in seinen Stücken soziale Brennpunktthemen
aufzugreifen, die insbesondere auch junge Menschen betreffen. Bei
Schnitt ins Fleisch sind es jugendliche Außenseiter der Gesellschaft,
vermeintlich verroht, bedroht von Arbeitslosigkeit und schlechten
Zukunftsperspektiven.
Mitten unter ihnen ist Slim, dessen Freunde
als Trostpflaster für den Verlust seiner Arbeitsstelle ein Date mit der
allseits begehrten Lisa arrangieren. Niemand traut ihm zu, Lisa zu
"erobern" . Doch seine weiche und sensible Art, die ihn von dem
ansonsten rohen Umfeld unterscheidet, beeindruckt Lisa. Die beiden
verlieben sich, was jedoch in dem Stadtteilbewohner Joseph erbitterte
Rivalität hervorruft. Eine Kette dramatischer Ereignisse ist
losgetreten. Das Ensemble blickt bei dieser Inszenierung hinter die
Fassade der Personen, hinter die sprachlich-aggressive Härte. Dabei
spielt die Live-Musik, die eigens für das Stück komponiert wurde, eine
wichtige Rolle.
Weitere Aufführungen finden am 3. und 4.
Dezember, um 20 Uhr statt. Karten können reserviert werden unter
07621/1675 476 oder http://www.fugit.de
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Fotos |
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bei der Generalprobe am 1.12.2011 |
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Fotos: Thomas Quartier |
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Es spielen:
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Slim |
Sebastian Palzer |
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Lisa |
Carolin Schröder |
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Mathilde |
Anika Moos |
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Lugano |
Lukas Kettelhack |
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Maxi |
Annika Schweizer |
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Bonzo |
Tobias Zeun |
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Mara |
Chantal Süß |
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Joseph |
Fabian Eyer |
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Maria |
Annika Greiner |
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Margot & Rosa |
Antonia Föhl & Melina
Delpho |
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Gabrielle |
Anna Mehlin |
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Platon |
Luis Mehlin |
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Breakdance-Alemanne |
Markus Möller |
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| Regie |
Karin Maßen |
| Regieassistenz: |
Annika
Schweizer |
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| Musik/Komposition |
Daniel
Vogel |
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| Tanz &
Choreografie |
Mentor
Shalijani |
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| Programm- und
Plakatgestaltung |
Chantal Süß, Tobias Zeun |
| Fotos |
Silke Quartier |
| Technik |
André Kulawik |
| Produktionsleitung |
Onur Agbaba |
| Kostüme |
Tempus fugit |
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Stückvorlage: Xavier Durringer
in der Übersetzung von Alain Jadot und Andreas Jandl. Verlag
Felix Bloch Erben |
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Wir danken ganz herzlich
der Stadt
Rheinfelden, der
Sparkasse Lörrach sowie allen Sponsoren und Paten für ihre
Unterstützung.
Gefördert vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport über den Landesverband Amateurtheater Baden–Württemberg e.V. |
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