aktuelle Inszenierung:


EINE KOOPERATION verschiedener TEMPUS FUGIT Gruppen

 

   
 
 

ZwischenWelten
Abschlussperformance

 


 

Regie:
Karin Maßen, Ilona Zarypow,
Nicol-Yvonne Wolf &
Eva Gruner

   
   
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  zum Stück:

"Bevor es in die Sommerpause geht, möchten wir uns mit einer Abschlussperformance von Ihnen verabschieden. Mehrere Regisseure arbeiten mit unseren Theatergruppen gleichzeitig zu dem Thema "Zwischen-Welten" und beleuchten es aus unterschiedlichen Blickwinkeln mit jeweils eigenen ästhetischen Schwerpunkten. Die Ergebnisse der voneinander unabhängigen Arbeitsprozesse werden am Ende zu einem Gesamtwerk zusammengeführt und schließlich bei lauen Sommerabenden im SAK unter freiem Himmel gezeigt."

 
  Presse
   
  Das Wochenblatt vom 10.8.11

Feuerwerk an Ideen

Tempus fugit verabschiedet sich in die Sommerferien

Lörrach. Die Besucher im Alten Wasserwerk erwartete ein Feuerwerk von witzigen Ideen und annähernd perfekter Ausführung. Tempus fugit zeigte in seiner Episodensammlung „Zwischenwelten“, wie die verschiedenen Gruppen zusammen arbeiten, Einfälle finden und improvisieren und andere Formen des Theaters ausprobieren.

Unterstützt wurden die Mitwirkenden von den Dramaturginnen und Theaterpädagoginnen Ilona Zarypow, Eva Gruner und Nicol- Yvonne Wolf, die auch das Tanztheater und den Maskenbau betreuen.

Karin Massen, die Leiterin des freien Theaters, berichtet Erfreuliches von Praktikanten in der Ausbildung aber auch von professionellen Schauspielern, die als fester Stamm der Gruppe angehören sowie von zahlreichen Schülern, so dass gut 1.000 Personen nach Köpfen sich im Theater engagieren.

Eine Welt der Gegensätze entwickelte sich: Es ging an diesem Abend eher wortlos zu, jedoch waren die Zwischenwelten von eindrücklichen Rhythmen und Musikeinlagenbegleitet, die eine eigene Aussage trefflich untermalten.

Das Publikum amüsierte sich jedenfalls königlich bei einem Tanz nach dem fast 50-jährigen Song von Nancy Sinatra mit bunten Gummistiefeln (an den Händen!) und genoss auch das wilde Mit- und Gegeneinander einer Hochzeitsgesellschaft und die weiß versponnenen Riesenraupen, die sich langsam aus ihrer Umhüllung schälten.

Der vergnügliche Abend endete in einer fröhlichen Party in der Wasserwerk-Unterwelt: Man darf sich auf ein Wiedersehen freuen! (ila)
 
  Die Oberbadische vom 28.7.11

Zwischen Wahrheit und Fiktion

Tempus fugit: mit „Zwischenwelten“ in die Sommerpause

Von Sara Berg

Lörrach. Fünf Gestalten schlüpfen langsam aus kokonartigen Papierhüllen, dazu spielt sanfte Musik. Neben ihnen stehen Gummistiefel, die sie nach ihrer „Geburt“ fasziniert beschnuppern, betrachten, ertasten.

Mit der Abschlussperformance „Zwischen-Welten“ verabschiedet sich die freie Theatergruppe Tempus fugit in die Sommerpause. Vier Regisseurinnen arbeiteten in den vergangenen Wochen mit allen Tempus fugit-Gruppen gleichzeitig und beleuchteten das vom Jugendtheater Rheinfelden ausgewählte Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln mit jeweils eigenen ästhetischen Schwerpunkten.

Die Szenencollage zeigt keine durchgängige Geschichte, spannt aber den Bogen um die großen Themen Traum, sich finden, Ängste, Wahrheit und Fiktion.

Einer Metamorphose gleich entwickeln sich die Schauspieler von Szene zu Szene weiter, verstricken sich immer mehr in die Zwänge des Alltags. Zunächst maskiert, dann komplett in Plastik gehüllt, verdecken sie ihre wahre Identität, bis das Singen und die Gemeinschaft sie schließlich befreien. Heute bietet Tempus fugit allen Interessierten noch einmal die Gelegenheit, die diesjährige Abschlussperformance mitzuerleben. Danach bleibt jede Menge Zeit, um mit den rund 40 Darstellern und den Regisseurinnen Nicol-Yvonne Wolf, Ilona Zarypow, Karin Maßen und Eva Gruner ins Gespräch zu kommen und die vergangene Spielzeit Revue passieren zu lassen.

Für die kommende Saison sei bereits einiges geplant, verspricht das Team. Die Zuschauer dürfen sich unter anderem auf neun Premieren freuen. Der fulminante Abschluss, den die Darsteller mit „Zwischen- Welten“ hinlegen, macht jedenfalls Lust auf mehr.


 
  BZ vom 28.07.2011

Was alles hinterm Vorhang ist

Hinter dem vagen Schlagwort "Zwischenwelten" verbarg sich bei der Abschluss-Performance des Tempus fugit ein wahres Feuerwerk

Von unserer Mitarbeiterin Claudia Gabler

LÖRRACH. "Zwischenwelten" , was heißt das schon? Zwischen den Welten liegt alles und nichts, was im Theater möglich und unmöglich ist. Ein bequemes Thema also für einen Bühnenabend der ungreifbaren Schubladenideen, die nirgendwo reinpassen als in eine kleine Abschiedsvorstellung, die keinen Eintritt kostet und der vergangenen Spielzeit ein schnelles Tschüs zuruft, bis es im Herbst wieder mit den großen Projekten losgehen kann? Wer so dachte, irrte — denn die Abschluss-Performance des freien Lörracher Theaters Tempus fugit war ein Feuerwerk an Komik, Nonsens und Tiefgründigkeit, kurz: Theater "at its best" .

Nur wenige Tage hatten Karin Maßen, Ilona Zarypow und Eva Gruner Zeit, um mit den Teilnehmern der verschiedenen Tempus-fugit-Gruppen die drei Abschlussabende im SAK-Wasserwerk zu proben. Also wählte man ein Thema, das viel Interpretation zulässt und "wo man immer irgendwo dazwischen ist" (Karin Maßen). Zwei Szenen entwarf jede der drei Regisseurinnen — wie immer in dichter Zusammenarbeit mit den Spielern, die auch hier eigene inhaltliche wie inszenatorische Ideen einbringen konnten. Der Übergang der Szenen sollte fließend sein, auf die Erkennbarkeit ihrer Handschrift legten die Regisseurinnen offenkundig keinen Wert.

Eine Stimme aus dem Off macht den Anfang: "They were all asking the same question: what is behind that curtain?" Ja, was ist hinter dem Vorhang, der hier aus menschengroßen weißen Papiertüten besteht, aus denen sich nach und nach Jugendliche schälen, die ihre Gummistiefel liebkosen? Weder kriechend noch tanzend wissen die Figuren eine Antwort darauf. Doch vielleicht ist die Kraft des Schuhwerks, das seine Besitzer in nicht zu steuernde Bewegungen führt und ihnen einen Weg weist, dessen Richtung sie nicht erkennen können, schon eine Antwort. Fest steht jedenfalls, dass die Schuhbesitzer wohl kaum in einer Zwischenwelt gelandet wären, wenn sie statt ihrer Arme einfach ihre Füße in die Stiefel gesteckt hätten.

Zum Nachdenken über die Sinnhaftigkeit dieser Frage aber bleibt keine Zeit, denn schon ist die Bühne bevölkert von einem großen Blinden, einem Busfahrer, der den Weg nicht kennt, einem Rapper, der beinah in die Hosen pinkelt, und all den anderen Individuen, die jeder für sich ihren leidenschaftlichen, aber einsamen Beschäftigungen und Ticks nachgehen. Doch die einsetzende Musik vereint die Isolierten und führt sie in einen gemeinsamen Traumkörper aus elegant verrenkten Armen und Beinen. Dessen Kraft allerdings lässt nach, als die Musik zu Ende ist und die Einsamen mit Schrecken ihren Individualitätsverlust erkennen.

Schade eigentlich, könnte man denken. Schade auch, dass die kleine gestreift angemalte Frau die Liebesgeschichte zwischen ihr und einem Bären im Silicon Valley nicht zu Ende erzählt und eine andere die Schilderung einer risikoreichen Bergwanderung sogar mitten im Satz abbricht und die Bühne verlässt. Doch ist das wirklich schade? Nein, es ist wunderbar und wunderbar leicht, dass hier nicht die Botschaft von der Einsamkeit und Schrägheit als Alternative zur homogenen Gemeinschaftlichkeit gemeint sind oder die Bereicherung durch die Konfrontation mit anderen Kulturen, Bergen und Bären. Sondern es ist nichts gemeint, nichts als die Absurdität des Lebens an sich und der Spaß daran, diesen Nonsens zu bebildern, mit schnell geschnittenen Lebensfragmenten zu einem sechzigminütigen Videoclip zu machen, der, wie es sich für einen guten Videoclip gehört, eine irre Idee an die andere reiht, mit wenig Text auskommt, richtige schöne Bilder liefert und vor allem richtig viel Spaß macht.
   
 
  Fotos
   
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
  Fotos: Silke Quartier
   
 
 
Es spielen:
 
 
   
Regie Karin Maßen
Ilona Zarypow
Eva Gruner
   
 
   
 
   
  Wir danken ganz herzlich  

der Stadt Lörrach, der Sparkasse Lörrach sowie allen Sponsoren und Paten für ihre Unterstützung.  

Gefördert vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport über den Landesverband Amateurtheater Baden–Württemberg e.V.
 

 

 

 

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