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aktuelle Inszenierung:
Theater
AG der Freien Waldorfschule Lörrach
in Kooperation mit dem Freien Theater Tempus fugit |
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Creeps
von Lutz Hübner
Regie: Laura Jacob
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> zum Stück |
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Gruppe |
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> Fotos |
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Es spielen |
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zum Stück:
„Du drehst dein eigenes Ding! Du weißt,
was die Leute da draußen wollen. Du zeigst ihnen die neuesten Trends,
die Stars, wie sie wirklich sind, du mischst die Szene auf und hältst
die Kamera drauf. Genau dich brauchen wir! Durchblick, Power,
Präsenz und Personality, um „Creeps“ die neue Trendfaschion-musicshow zu
moderieren. Wie das geht? Einfach Demoband schicken , warten bis wir
anrufen und los geht’s. Wo immer du gerade rumhängst: Wir holen dich
da raus! And don’t forget: The world is waiting for you!”
Lilly, Maren und Petra haben ihre Videos eingesandt und wurden
eingeladen. Zu einem Livecasting. Sie sind unvorbereitet, sie sind
schutzlos und so unterschiedlich ihre Gründe sind: Sie wollen diesen
Job. Konkurrenz, Stress und gegenseitige Beleidigungen legen schnell
ihre Nerven blank. Was sie jedoch nicht wissen: Hinter den glitzernden
Kulissen der Medienwelt braut sich etwas zusammen, dem sie nur gemeinsam
begegnen können. Vier Waldorfschülerinnen der 10. Klasse haben sich
seit Dezember mit der Frage auseinandergesetzt, was passiert, wenn sich
Mädchen in ihrem Alter unter diesem enormen Konkurrenzdruck begegnen und
wie weit jede von ihnen geht, um ihren Traum zu erreichen.
Lutz Hübner schrieb Creeps als Auftragswerk
für das Hamburger Schauspielhaus, wo es 2000 uraufgeführt wurde, also in
der Anfangszeit der TV-Casting- und Realityshows. Mittlerweile ist nicht
mehr nur das Privatfernsehen damit überwuchert, der Grat zwischen
Inszenierung und Realität wird immer feiner und undurchschaubarer. In
Facebook und Youtube vermarktet heute jeder selbst sein Leben. Wichtig
war dem Autor, keine Medienschelte, sondern eher die Traumfabrik, die
Wirklichkeiten als Kunstprodukt neu erschafft, darzustellen.
Oberflächlich betrachtet sind die Kandidaten vielleicht überzogene
Karikaturen, aber sie haben alle ihre ernstzunehmenden Probleme und
Wünsche, die sich im Laufe des Stücks immer mehr heraus kristallisieren.
Das Stück spielt original völlig in einem TV-Studio, die Moderation ist
nur als männliche Off-Stimme zugeschaltet. Wir haben daraus ein
Live-Casting mit Moderatorin gemacht.

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zur
Gruppe
Die Gruppe der
Theater-AG der Freien Waldorfschule Lörrach wurde 2010 neu gegründet.
Zwei der Spielerinnen hatten bisher in der Youngster-Gruppe bei Tempus
fugit gespielt, eine spielt weiterhin im Jungen Theater Nellie Nashorn.
Im Oktober haben wir uns das erste Mal getroffen. Wir haben zuerst sehr
frei zum Thema Gefühle improvisiert, uns ausprobiert und kennengelernt.
Ende 2010 haben wir uns dann gemeinsam für die Inszenierung einer
Stückvorlage und für „Creeps“ entschieden. Dabei ging es uns weniger um
die Thematik der Mediengesellschaft als um eine intensive Rollenarbeit.
Die vertiefte Kennenlernzeit und die in diesem Jahr noch kleine Gruppe
gab den Darstellern Raum, sich sehr intim und persönlich mit ihren
Rollen auseinander zu setzen und sie nicht als Typen, sondern als
Persönlichkeiten mit Abgründen und Verletzlichkeiten zu verstehen und
verkörpern zu können. Dabei ist der Grat zwischen Identifikation und
Spiel das, was das Schauspiel interessant macht.
Die Gruppe möchte unbedingt
weiterspielen und ist im Schuljahr 2011/12 offen für ein neue Gesichter!
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Presse |
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BZ vom 15.06.2011
Backstage-Zickenkrieg und Dauerlächeln
Die von
Tempus-Fugit-Praktikanten betreute Theater-AG der Waldorfschule zeigt
das Stück "Creeps" von Lutz Hübner
LÖRRACH. Drei
Mädchen aus unterschiedlichen Gesellschaftsmilieus treten in einer
TV-Show auf, wo sie vor laufender Kamera verschiedene obskure Aufgaben
bewältigen müssen. Sie wollen den Wettkampf um den freien
Moderationsposten bei der neuen "it" -Sendung "Creeps" für sich
entscheiden.
Da ist Petra (Jildou Elgersma) aus einer
Vorstadtsiedlung, die sich als "Ghettobraut" inszenieren soll. Da ist
Maren (Lena Zarifoglu), das stille Mauerblümchen mit dem
Aggressionspotenzial. Schließlich Lilly (Leila Paul), die reiche
Großstadtgöre, die sich gibt, als hätte sie die Welt und das
Showbusiness gesehen. Sie alle sind bereit, viel für den Sieg zu tun,
sie alle sehen in ihm eine Chance, ihrem bisherigen Leben zu entkommen.
Es gilt, sich interessant zu machen, das zu erzählen, was die Zuschauer
hören wollen, auf Kommando dauerfröhlich zu sein. Mit penetrant lauter
und überdrehter Stimme gibt Moderatorin Anna (Julia Auf der Maur)
Anweisungen, was es als nächstes zu tun gibt: Bananentanz zur
Hawaiimusik oder "Alle meine Entchen" als ACDC- Version, bis hin zu
gezieltem Ausplaudern privater Angelegenheiten.
Was die
Konkurrentinnen nicht wissen: Sie werden ohne ihr Wissen auch Backstage
gefilmt, das Publikum bekommt die "Liveaufnahmen" als Kurzfilmsequenzen
zu sehen. Hinter den Kulissen spitzt sich der Konkurrenzkampf zu,
Beleidigungen, Handgreiflichkeiten und Nervenzusammenbrüche bieten ein
gefundenes Fressen für die medialen Aasgeier. Als die Mädchen
herausfinden, dass sie missbraucht wurden, folgt auf Konkurrenzkampf
schließlich Verschwisterung.
Die vier
Zehntklässlerinnen der Theater-AG der Waldorfschule haben sich unter der
Leitung von Tempus Fugit intensiv mit ihren Rollen auseinandergesetzt.
Seit September 2010 haben sie sich in dieser kleinen Formation in die
Materie eingearbeitet und zu ihren Rollen gefunden. Sie haben die
Distanz übersprungen. Sie brüllen, tanzen, verzweifeln, rasten aus, ohne
aus ihren Rollen herauszufallen. Die Schülerinnen haben, das merkt man,
die Grenzen ihres Charakters gründlich abgeklopft und ihren eigenen
Zugang zu den im Stück vorgegebenen Persönlichkeiten gefunden. Von
Körperhaltung über Gestik bis hin zu Tonfall und Sprache — das
Gesamtbild stimmt.
"Die Mädchen haben
eine große Entwicklung gemacht" , erzählt Eva Hintermaier, Praktikantin
von Tempus Fugit, die das Projekt mit betreut hat, "ich bin richtig
stolz auf sie" . Als Lutz Hübner im Jahr 2000 "Creeps" erstmals auf die
Bühne brachte, nahm die Ära des Reality-TVs und der Castingshows gerade
Fahrt auf. Da konnte die Handlung noch als Horrorszenario gelten.
"Creeps" war ein Bild der Zukunft, überzogen und mit klischeehaften
Charakteren besetzt, mit einem drohender Unterton, einer Warnung, die es
zwischen den Gags zu lesen galt, ein bisschen "creepy" , ein bisschen
angsteinflößend. Nun, elf Jahre später, hat sich ein entscheidender
Umstand geändert: Was die Zuschauer damals nur ahnten, weiß man heute.
Die Horrorvision ist Realität geworden, "Creeps" ist Alltag. Noch immer
sind die Charaktere und Szenen überzogen, trotzdem hat man das ungute
Gefühl, dass einem das hier satirisch Dargestellte erschreckend vertraut
ist: Sei es das Eisenbeißer-Dauerlächeln, die Nonstop-Partystimmung, die
Backstage-Zickenkriege oder der übermäßige Gebrauch englischer
Moderationsfloskeln — das alles gehört in DSDS/Dschungelcamp-Zeiten fest
zur TV-Landschaft.
Eine weitere
Aufführung findet am Sonntag, den 24.7. um 20 Uhr in der Waldorfschule
statt.
Dilbahar
Askari
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Die Oberbadische vom
10.6.11
„Glotze“ auf der Bühne
Theater-AG der Waldorfschule spielt „Creeps...ein Casting“
Lörrach (bea). Temperament und unbändige Spielfreude hat die
Theater- AG mit ihrem Vier- Mädchen-Stück „Creeps” zusammen mit einem
Team des Freien Theaters Tempus fugit auf die Bühne der Waldorfschule
gebracht. Dazu kommt - dezent dosiert - ein wenig Medienkritik.
Castings guckt man sich heute an, lästert darüber, doch zu einem
hingehen, das würde kaum eine der Mitspielerinnen, wie sie im
Programmheft ihres Stücks gestehen. Wer tut sich schon so etwas an? Ganz
anders im von Laura Jacob inszenierten Theaterstück von Lutz Hübner, in
dem ein Casting nachgestellt wird.
Drei Mädchen, wie sie
unterschiedlicher nicht sein könnten, finden sich im Studio ein, um sich
zu messen, sich durchzusetzen im Kampf darum, das neue Lifestyle- Format
„Creeps“ moderieren zu dürfen: Petra aus Chemnitz (Jildou Elgersma),
etwas simpel gestrickt, aber mit Herz, Maren (Lena Zarifoglu), die
„Fahrradfahren trendy“ findet und die Welt verbessern möchte und die
selbstbewusste Lily aus gutem Hause (Leila Paul), die es gewöhnt ist,
alles zu bekommen, was sie möchte.
Gegenstück der drei
Bewerberinnen ist die biestige Moderatorin Anna (Julia Auf der Maur),
die, spöttisch bis überdreht- hysterisch, mit lauter Stimme den Mädchen
gnadenlos einheizt und sie so von Runde zu Runde weitertreibt. In ihren
High Heels dominiert sie mit festen Schritten die Studiobühne und
kommentiert die Verrenkungen der Kandidatinnen mit vielsagenden Blicken
in Richtung Publikum. Zunächst machen die drei alles, was von ihnen
verlangt wird, geben ihr Bestes.
Doch die Aufgaben werden immer
absurder, und bei den Kandidatinnen bröckelt die Fassade. Bei „La Bamba“
mit Äpfeln und Bananen in den Händen und beim „Creeps“- Grusel-Tanz ist
die Luft raus. Lustlos lassen die drei die Arme hängen.
Stattdessen werden Charaktere sichtbar, hinter den angepassten Girls
zeigen sich widerspenstige Geister: Maren, die offenbar keinerlei
Lampenfieber hat, singt sich mit einem markerschütternden Solo in Rage,
und Petra weigert sich vor laufender Kamera, die Ghetto-Braut zu
verkörpern, die die Moderatorin unbedingt in ihr sehen will. Und sie
wird laut: „Du oberflächliche Schlampe, du widerliche Tussi“, schreit
sie ihr ins Gesicht. Und plötzlich werden die drei Mädchen, die sich
eben noch in der Garderobe vor den Augen aller aufs Wüsteste beschimpft
haben - die Live-Cam verfolgt sie auf Schritt und Tritt - Verbündete.
Hat nicht jede von ihnen schon genug Probleme am Hals? Sie
ignorieren die Anweisungen der Moderatorin und kommen ihr gefährlich
näher.
Zur technischen Perfektion von Bühnenbild, Musik und
eingespielten Videos im Hintergrund steht das „Sich-gehen- lassen“ der
Schauspielerinnen in einem beunruhigenden Kontrast.
Die
künstliche TV-Welt, soviel ist am Schluss klar, kann kein Ersatz für das
echte Leben sein.
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Fotos von der Generalprobe am 7.6.11 |
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Fotos: Thomas Quartier |
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Es spielen:
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Anna, Moderatorin |
Julia Auf Der Maur |
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Lilly |
Leila Paul |
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Petra |
Jildou Elgersma |
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Maren |
Lena Zarifoglu |
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| Regie/Dramaturgie |
Laura Jacob |
| Regieassistenz |
Eva Hintermaier, Vivien
Prahl |
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| Kostüm |
Elke Weth, Scala
Kostümverleih |
| Lichtdesign/ Lichttechnik |
André Kulawik |
| Musik |
Patrick Maßen |
| Videos |
Patrick Maßen, Vivien
Prahl |
| Plakatgestaltung |
Claudia Geiger, André
Kulawik |
| Programmheft |
Maren Schrader |
| Programminhalt |
Petra Jeroma, Laura Jacob |
| Produktionsleitung |
Petra Jeroma |
| Fotos |
Thomas Quartier |
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Eine Kooperaton der
Theater-AG der Freien Waldorfschule Lörrach mit dem Theater Tempus
fugit. |
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>Wir danken< |
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