aktuelle Inszenierung:


EINE KOOPERATION verschiedener TEMPUS FUGIT Gruppen

 

   
 
 

Auf Wiedersehen

 


 

 
   
   
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  zum Stück:

Fünf Regisseure beleuchten mit DarstellerInnen aus mehreren Tempus fugit-Gruppen das Thema „Zwischen-Menschen“ aus unterschiedlichen Blickwinkeln und mit jeweils unterschiedlichen ästhetischen Schwerpunkten. Die Ergebnisse der voneinander unabhängigen Arbeitsprozesse der vier Gruppen werden am Ende zu einem Gesamtwerk zusammengeführt. Anschließend laden wir Sie ein, mit uns im Innenhof des Alten Wasserwerks die Spielzeiterlebnisse Revue passieren zu lassen und die lauen Sommernächte mit interessanten Gesprächen zu genießen. 

 
  Presse
   
  BZ vom 29.07.2010

Rohre, Rollen, Brechungen

Mit "Mensch Maier" verabschiedet sich Tempus fugit in die Sommerferien

LÖRRACH. Mit "Mensch Maier" verabschiedet sich das Theater Tempus fugit in die Sommerpause. Gespielt wird auf der Außenbühne im Alten Wasserwerk am Berliner Platz.

Fast nackte Menschen liegen auf der Bühne. Dicke graue Rohre werden ihnen auf den Bauch gelegt. Was fremd war und von außen kam, wird immer mehr zum Eigenen. Erst werden sie sanft rollend bewegt, erkundet, sind Mittel um sich aufzurichten, werden zu Verbindungen zwischen den Spielern. Man hält sich, man hört sich und spricht. Der Zuschauer sieht die Aktion, jedoch zu vernehmen ist nichts. Rohre oder Rollen, hier wird Theater gespielt; die Rohre sind Rollen an denen der Schauspieler seine eigene Menschwerdung erfährt.

"Mensch Maier" heißt das Stück. Der Titel hat die Alliteration gebraucht, nur Mensch klänge zu pathetisch, für diese szenische Kollage, die sich mit Witz und viel Körpereinsatz dem Menschen und all seinem Treiben widmet. Das Stück holt den Zuschauer in seiner Wahrnehmung ab, kein Kommentar, kaum dramatisierte Texte, nur Spiel zu zweit, mit allen, gegen alle. Gerade in der Anfangsszene, eine Bühne voller Menschen, jeder und jede versuchen sich eigenständig aufzurichten, da bleibt das Auge zum Beispiel an Till Lang haften, wie er sich akrobatisch mit diesem Rohr, dieser Rolle auseinandersetzt, sie sich einverleibt, und sich an ihr aufrichten möchte, wie er wieder niedergedrückt wird und doch siegt. Und daneben sind viele andere, auch sie richten sich auf, kommen nach oben mit Hilfe der Rollen, der Rohre — ein buntes Kaleidoskop, das den Wunsch nach Wiederholung weckt. Wenn das Auge den einen fokussiert, entgeht ihm der andere. Doch auch Massenszenen gibt es, wenn sich hinter den Rohren versteckt wird, wenn sie zur Waffe werden, wenn Gleichschritt herrscht. Sie schaffen auch den Blick über den Bühnenrand, in dem sie dort die Rollen unter sich begraben und erschreckt oder freundlich dorthin schauen, wo es keine Rollen gibt.

Doch so vielfältig und anstrengend geht es nicht weiter, das Spiel konzentriert sich auf einzelnes Tun. Das Essen zum Beispiel und damit einhergehend die Gier, das Paarungsverhalten und damit eine temporäre Lächerlichkeit der Protagonisten. Und immer wieder witzige, symbolträchtige Szenen, doppelbödig und doch leichtfüßig. Manche haben in ihrem Leben Leichen im Keller, hier auf der Bühne sind es Leichen unter dem weißen Tischtuch, die möglichst nicht hervorzuschauen haben, weil damit der Eindruck von Stil und Eleganz verloren geht. Annika Greiner als Gattin opfert in einer Art wissender Naivität die Realität dem Schein, superbe. Bei manchen Symbolen ist die sexuelle Deutung offensichtlich, Till Lang und die Rheinfelder Gruppe von Tempus fugit ironisieren das Symbol und die Deutung. Immer wieder die ironische Brechung allzu schwergewichtiger Themen, selbst dem Tod nehmen sie den Stachel, in dem sie ihm den Reim der zehn kleinen Negerlein, hier zehn kleine Menschen verpassen.

Ein sinnliches, körperbetontes Stück, voller Spielwitz, das Fragen aufwirft, sie aber nicht beantworten will, höchstens im Hinweis auf die Vielfalt des Lebens die Antwort sieht. Es bleiben ja nun die Ferien, damit ein jeder selbst Antworten finden kann.


Martina David-Wenk
   
 
  Fotos
   
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Fotos: Silke Quartier
   
 
 
Es spielen:
 
 
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
Regie  
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