aktuelle Inszenierung:


Freies Theater Tempus fugit
Jugendtheater Lörrach

 

   
 
 

Steppenwolf
nach der Romanvorlage
„Der Steppenwolf“ von Hermann Hesse

Regie: Karin Maßen

 


 

   
   
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  zum Stück:

In den 70er Jahren avancierte der 1927 erschienene Roman von Hermann Hesse zu einem „Kultbuch“ einer ganzen Generation, die in „Der Steppenwolf“ eine Lebensauffassung des Unkonventionellen und Fremden entdeckte. Und auch heute sind die Leser fasziniert von der Geschichte des Protagonisten Harry Haller, der sich nach Zugehörigkeit und Liebe sehnt und zugleich im Streben nach Unabhängigkeit jegliche Normalität verachtet.

Das Stück beschäftigt sich mit den zentralen Themen des Romans, zeigt die Zerrissenheit von Harry Haller, die Angst des Anders-Seins und den Wunsch Normen zu durchbrechen und gesellschaftlichen Zwängen zu entfliehen. Dabei spiegeln sich in der Inszenierung auch die Herausforderungen, Wünsche und Ängste, denen sich gerade Jugendliche und junge Erwachsenen in ihrem alltäglichen Leben stellen müssen.


 
  Presse
   
  BZ vom 05.07.2010

Momentaufnahmen aus dem Karussell des Welttheaters

Das freie Theater Tempus fugit inszeniert in seinem Domizil im Lörracher Vogelbachareal Hermann Hesses "Steppenwolf"

"Es war einmal einer namens Harry, genannt der Steppenwolf." Mit knappen Worten lässt Hermann Hesse sein "Tractat vom Steppenwolf" beginnen, in dem sich der Protagonist des Romans selbst erkennt. Es waren wohl weniger sprachliche Finessen, die Thomas Mann bewogen haben, Hesses 1927 erschienenes Hauptwerk auf eine Stufe zu stellen mit Joyces "Ulysses" , der rund zehn Jahre zuvor die Literatur revolutioniert hatte. Noch den Autor selbst schien das Werk zu befremden. Er habe es nicht geschrieben, sondern hinausgeschrien, hat Hesse einmal gesagt. In diesem Wissen bringt das Lörracher freie Theater Tempus Fugit das Stück jetzt auf die Bühne und macht aus dem Meisterwerk des Zerrissenseins ein in sich geschlossenes zweites.

Natürlich fängt alles mit "Born to be wild" an, dem Hit der USRockgruppe Steppenwolf, die ihrerseits den Hesse-Roman zum Namensgeber gewählt hatte. Mit dem eingangs seitlich im Hintergrund halb versonnen leise mitsingenden und tanzenden Mädchen bekommt das noch gar nicht aufgebaute Zerr- und Spiegelbild des Protagonisten, aber schon hier seinen ersten Sprung. Die Tänzerin ist verletzt und wird es im Verlauf des Stücks immer mehr sein. Die Bühne, an deren Rand sie steht, ist für die Produktion als großer drehbarer Präsentierteller konzipiert und kommt als Stilelement vielfach zum Einsatz. Einzelne Szenen lassen sich mitsamt ihren Darstellern so auch schon einmal einfach vom Publikum wegdrehen, etwa wenn da Jugendliche Hesse ins hier und jetzt ihrer LAN-Party holen. Diese Bühnendrehung macht alles zu Momentaufnahmen.

Immer zentral bleibt dagegen Harry Haller, den Tempus Fugit in drei Figuren zerlegt. Ist der Steppenwolf des ersten Akts (Michael Zier) noch zwischen Realität und Literatur, Freundschaft und Liebe hin und hergerissen, tritt schon der zweite Harry (Till Lang) hinter ihm hervor und entpuppt sich als Verwandter des wahnsinnigen Mister Hyde, dem Alter Ego des bürgerlich lebenden Doktor Jekyll. Auch Harry Nummer drei (Elias Füchsle) wird später in diesem Schema aufgehen. Er kommt dem Jekyll mit seinem Wissenschaftlertypus am nächsten. Aber auch von ihm ergreifen immer neue Seelen Besitz, verkrallen sich zu einem wilden Knäuel. Hesses Steppenwolf lebt in dem Dilemma, alles Bürgerliche, alle Ordnung tief zu verabscheuen und sich doch innig danach zu sehnen. Harry genießt die Gediegenheit der Nachbarin und ihre Topfpflanze im Treppenhaus und würde diese doch gerne vom Sims stoßen.

Die schon bei Hesse etwas versponnene Idee des magischen Theaters, in das nicht jedermann Zutritt gewährt wird, sondern "nur Verrückten" , reißt auf der Tempus-Fugit-Bühne alles in einen wilden Taumel, aus dem der Fortgang der Geschichte in immer neuen starken Bildern aufleuchtet. Wenn etwa Harry sich mit einem Rasiermesser selbst die Kehle durchschneiden will, daran aber von seinem Wiedergänger gehindert wird, will er im Rückschluss jetzt seinem zweiten oder dritten Ich an die Gurgel. Die aber lassen sich nicht morden und stehen lachend immer wieder auf. Ein anderes Bild macht die Janusköpfigkeit des täglichen Umgangs zum Thema. Das Karussell des Welttheaters und mit ihm die sich langsam drehende Bühne führt da Paar um Paar vor, wie sich zwei Figuren im einen Moment liebkosen und im nächsten ein Messer in den Bauch stoßen.

An das Kunststück, Hesses Roman auf die Bühne zu stellen, hat sich nicht erst Tempus Fugit gewagt. Die jüngste Lörracher Adaption, an der das Ensemble ein Jahr gearbeitet hat, dürfte sich indes nicht leicht in den Schatten stellen lassen. Theatergründerin Karin Maßen hat einmal wieder selbst Regie geführt. Firouz Falah, George Ricci und Benedikt Reising zeichneten nach bewährtem Schema für die Livemusik verantwortlich und Pilar Buira Ferre vom Kulturraum Rosenhof in Tegernau Schwand für die Choreographie. Insgesamt 23 Tempus Fugitler standen und stehen die nächsten Tage noch aktiv auf der Bühne.


Annette Mahro

— Aufführungen: Mo/Do/Fr 5./8./9.7. 20 Uhr, sowie Mo/Di 5./6.7. 10 Uhr im Tempus Fugit Probenraum, Ötlingerstraße 13 (Vogelbachareal)
 
  Die Oberbadische vom 5.7.10

Echtes Leben ist gefährlich

Tempus fugit feiert Premiere mit „Der Steppenwolf“


Lörrach (geb). Neben eigenen Produktionen greift das Freie Theater Tempus fugit stetig und phantasiereich auch Klassiker auf. So geschehen mit Interpretationen aus der Vorlage des „Steppenwolf“, dessen Themen Tempus fugit mutig aktualisierte und leidenschaftlich auf die Bühne brachte.

Viele Ebenen, viele Handlungsstränge auf einer einzigen Drehbühne. Ganz vorne liest Stanzerl aus einem Brief von Mozart, in der Mitte raufen sich Wölfe, ganz hinten widmet sich ein frisch verheiratetes Ehepaar der Frage, wohin die neu erworbene Zimmerpflanze in ihrer behaglichen Wohnung nun am ehesten hinpasse.

Die Zerrissenheit und Unruhe, in der der Protagonist Steppenwolf steckt, sind Leitmotive der Inszenierung. Das Selbst, das sich in viele Persönlichkeiten bricht, findet sich in unzähligen Rollen wieder und wird als Chance hervorragend genutzt. Da wird die Drehbühne zum Karussell, in dem immer neue Gesprächssituationen und Settings auftauchen. Spannung wird aufgebaut, indem Milieus, imaginäre und reale Welten aufeinanderknallen.

Das bürgerlichbehagliche mit dem des Nirgendwo Beheimateten, computerspielende Kids erliegen zockend der Todessehnsucht.

Der fröhlich anarchische Mozart in Figur der turtelnd, vor Glücksgefühl taumelnden und singenden Constanze. Goethe, der auf dem Sockel steht und das Wahre und Schöne predigt. Ein Muttersöhnchen ergibt sich in traurigen Monologen seinem todbringenden Ehrgeiz und fragt nach dem Preis von Karriere.

Was ist so groß, dass es sich dafür zu sterben lohnt? Wie kann ich ganz bei mir sein und doch in Beziehung zu anderen leben? Die Auseinandersetzung mit existenziellen Fragen entspricht keiner Moralphilosophie, die weit weg auf einer Bühne erörtert wird. Sie wird von den 24 Spielern unter der Regie von Karin Maßen als hoch brisant gehandelt. Da zündet und zischt es, lauert in fast jeder Szene ein grinsendes Wolfsrudel, Metapher für den Zweifel und die Angst, die Menschsein begleiten.

Wer will, kann Hinweise erspüren. „Das Drama der Menschwerdung ist noch lange nicht abgeschlossen“, so eine Sentenz. Echtes Leben kann nicht kopiert oder geborgt werden. Es ist riskant und verlangt hohen Einsatz. Dafür steht auch das hingebungsvolle und hinreißende Spiel der Jugendtheatergruppe.

„Der Steppenwolf“ ist von Montag bis Freitag auf dem Vogelbachareal zu erleben, jeweils 20 Uhr, Montag und Dienstag 10 Uhr vormittags. Tickets: 07621/1675476
 
  Die Oberbadische vom 1.7.10

Eine zerrissene Person

Tempus fugit zeigt Hermann Hesses „Der Steppenwolf“ / Premiere ist am Freitag


Lörrach. Die Tempus fugit- Jugendtheatergruppe Lörrach feiert am Freitag 2. Juli, 20 Uhr, mit „Der Steppenwolf“ Premiere.

In der einjährigen Probezeit befassten sich die Spielerinnen und Spieler intensiv mit dem gleichnamigen Roman von Hermann Hesse und schafften sich in vielen Improvisationen einen ganz eigenen Zugang zu der Thematik des Romans. Das daraus entstandene Stück unter der Leitung von Karin Maßen wird nun - ermöglicht durch eine Sondergenehmigung - in den eigenen Räumen des Theaters in der Ötlingerstraße 13 aufgeführt.

„Der Steppenwolf“ gehört zu den bekanntesten Romanen des Autors. Das Buch erzählt die Geschichte des Aussteigers Harry Hallers, der sich zwischen seiner menschlichen Natur und dem rohen Wesens des Steppenwolfes hin und hergerissen fühlt. Die Adaption beschäftigt sich mit den zentralen Themen des Romans, zeigt die Zerrissenheit des Protagonisten, die Angst des Anders- seins und den Wunsch, Normen zu durchbrechen und gesellschaftlichen Zwängen zu entfliehen.

Die Inszenierung spiegelt auch die Herausforderungen, Wünsche und Ängste wider, denen sich vor allem Jugendliche und junge Erwachsene in ihrem alltäglichen Leben stellen müssen.

„Der Steppenwolf“: Aufführungen im Theater Tempus fugit, Ötlingerstraße 13 (Vogelbachareal): 2. Juli 20 Uhr; 4. Juli 20 Uhr; 5. Juli 10 und 20 Uhr; 6. Juli 10 Uhr; 8. Juli 20 Uhr und 9. Juli 20 Uhr. Reservierung unter Tel. 07621/1675476 oder tickets@fugit.de
   
 
  Fotos
   
   
   
  Generalprobe am 1. Juli 2010
   
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
  Fotos: Thomas Quartier
   
 
 
Es spielen:
 
 
Naomi Abhuka Benedikt Arnold
Nils Baumann Yukon Benner
Lina Dinkel Elias Füchsle
Annika Greiner Franziska Heining
Rosanna Hilpert Franziska Kienzler
Jakob Klapprott Paul Klapprott
Lili Kroll Till Lang
Paulina Loreth Anna Schlereth
Verena Sepp Christopher Tammik
Felicitas Tauer Florine Tschiang Tschianganga
Elisabeth Wenk Linda Wölfle
Michael Zier  
   
Regie Karin Maßen
Regieassistenz: Angelika Zizmann
   
Musik Firouz Falah
   
Programm- Plakatgestaltung Etienne Blatz, André Kulawik
Fotos Thomas Quartier
Lichttechnik André Kulawik
Produktionsleitung Benjamin Böcker
Anna Schlereth
   
Aufführungsrechte Suhrkamp Verlag
   
 
   
  Wir danken ganz herzlich  

der Stadt Lörrach, der Sparkasse Lörrach sowie allen Sponsoren und Paten für ihre Unterstützung.  

Gefördert vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport über den Landesverband Amateurtheater Baden–Württemberg e.V.
 

 

 

 

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