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aktuelle Inszenierung:
Erwachsenengruppe des
Freien Theaters
Tempus fugit
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"Der Brief" Szenencollage
Regie: Simone Lüdi-Sick
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> zum Stück |
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Es spielen |
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zum Stück:
BRIEFE
Sich hinsetzten, ein Papier und Stift hervor nehmen und von Hand einen Brief verfassen, ist etwas Besonderes geworden, wie auch einen Brief im Briefkasten zu entdecken. Aus Improvisationen der Theatergruppe für Erwachsene von Tempus fugit sind Figuren entstanden, die mit einem Brief in Berührung kommen, aufeinander treffen, aneinander vorbei gehen, in Erinnerungen schwelgen, von der Freiheit träumen oder über die Schrift versuchen zu kommunizieren.
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zur Gruppe:
In Kooperation mit dem Kulturamt Weil am Rhein
initiierte das Theater Tempus fugit die Erwachsenengruppe, die sich seit
Oktober 2009 zu wöchentlichen Proben im Kesselhaus trifft. In den
ersten Wochen wurde intensiv an Schauspielgrundlagen gearbeitet sowie an
Improvisationsvermögen und Bühnenpräsenz gefeilt. Für einige
SpielerInnen bedeutete dabei das Schauspiel Neuland, andere hatten schon
ganz vielfältige Theatererfahrung im Gepäck. Genau dieser Erfahrungs-,
aber auch Altersunterschied, zeichnet die Gruppe aus und trug sicherlich
zu ihrer Produktivität bei. Im Dezember schließlich wandte sich die
Gruppe dem Grundthema „Briefe“ zu, das viel Offenheit für das szenische
Arbeiten mit sehr persönlichen Ansätzen bot. So wurden ausschließlich
eigene Texte der SpielerInnen für die Stückentwicklung verwendet.
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Presse |
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BZ vom 01.04.2010
Vom Schreibfluss befallen
Die neue
Tempus-Fugit-Erwachsenengruppe zeigte im Kesselhaus in Weil mit der
"Brief" ihre erste Inszenierung
Schreiben ist nicht jedermanns Sache. Wen es aber einmal gepackt
hat, der verschreibt sich dem Medium ganz wörtlich und leicht mit Haut
und Haar. Den Buchhalter etwa, befällt der Schreibfluss nur jeden
Mittwoch, dann aber vollständig und Besitz ergreifend. Alles andere, die
Gattin sowieso, wird jetzt zum Störgeräusch: Dein Kurs ist ausgefallen?
Ach. Für die Sekretärin sind Korrespondenz und Hauptberuf dagegen eins,
privat geschrieben ist aber doch alles anders. Auch die Vorgesetzte
schreibt, steht dabei aber über allem. Am Stehpult.
Von
Generation zu Generation bringen inzwischen die Liebenden ihre Sehnsucht
zu Papier. Die Zeiten verschmelzen darüber, und ob die Liebe ins Feld
gezogen ist, wie einst, oder ob sie heute im Dschungel der Großstadt
untertaucht, die Sätze bleiben doch austauschbar dieselben. Sätze, die
die Ältere über den Brief an den fernen Geliebten grübelnd anfängt,
denkt die sehr Jüngere Jahrzehnte später übergangslos weiter. Zwar sind
längst auch telekommunizierte Kurznachrichten zum Vokabular hinzu
gestoßen. Aber was ist schon die gemeine Löschfunktion gegen die
unersetzbare Möglichkeit, alle Briefe im Verlassensfall in ebenso viele
Fetzen zu zerreißen, wie die eben verloren gegangene Beziehung? Und
ohnehin hätte man noch so unendlich viel sagen wollen. Die Bühnenwände
schmücken vereinzelte Büroklammern.
Mehr als nur ein Anhang ist
dabei schon jetzt die neue Formation des Jugendtheaters Tempus fugit.
Die Crew ist längst erwachsen geworden, hat ihrem Publikum allerdings
auch nie etwas vorgemacht. Es musste ja so kommen, ließ doch schon der
Name nichts anderes erwarten, als dass die Zeit unablässig vergeht. So
hat die jüngste Formation der älter gewordenen Tempus fugit-Truppe nach
ihrem, im letzten Jahr gegründeten generationenübergreifenden Ensemble
endlich auch noch die Mitte für sich entdeckt, das bewährte Konzept aber
einmal mehr hinüber gerettet. Die Schauspieler gestalten ihre Rollen und
in diesem Fall sogar die Texte selbst, die Bühnendekoration ist
vergleichsweise spärlich und sprechend.
Da ist eine ganze Armada
von Stehpulten, hinter denen sich, wer eben noch im Rampenlicht stand,
in den Komparsenstatus zurückverwandelt und auch schon einmal den Ton
gibt, sei es beim kollektiven Handyklingeln oder beim Fliegeralarm. Das
bloße im Karree Marschieren eines Einzelnen weckt Bilder von
Gefangenschaft und Krieg. Zeit und Raum entstehen aus dem
Bühnengeschehen und werden nur von kleinen greifbaren Details
unterstrichen. Die erste Szenencollage, die das jüngste Ensemble in der
Regie von Simone Lüdi Sick gemeinsam in einem halben Jahr erarbeitet und
als Eintrittskarte vorgelegt hat, stößt die Türen auf. Noch mochte das
Weiler Publikum dem Angebot nicht ganz vertrauen. Zur ersten Premiere
des neuen Kesselhaus-Ensembles wurde die Kasse noch nicht gestürmt. Das
dürfte bald anders werden.
Annette Mahro
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Die Oberbadische vom 1.4.2010
Das Comeback des Briefs
Neues Ensemble am Kesselhaus:
Premiere
Von Jürgen Scharf
Weil am Rhein. E-Mails und SMS sind out, Briefeschreiben wieder in.
Jedenfalls sieht der in Badenweiler lebende Philosoph Rüdiger Safranski
wieder einen Trend zurück zum alten Postweg.
Als ob es noch eines
Beleges für diese These bedurft hätte, feiert jetzt das Briefeschreiben
ein Comeback in der Szenencollage, mit der sich die neue Theatergruppe
am Kesselhaus in Weil am Rhein erstmals vorstellte.
Hinter sechs
Stehpulten verfassen sie Briefe. Dann setzen sie sich hin, nehmen rote
Stifte zur Hand und beginnen zu schreiben. Einzelne treten hervor, einer
gibt eine Anleitung zum Briefeschreiben, ein Zwölf-Punkte- Papier: wie
man anredet, schreibt, faltet, adressiert, frankiert und klebt. Wieder
andere verkehren brieflich miteinander. Ein Paar, bei dem etwas
Kommunikationslosigkeit herrscht, mit gelben Notizzetteln. Aus den
Improvisationen entstehen Figuren, die mit Briefen in Kontakt kommen.
„Liebste Anna“ – ein Brief des Sehnens, des Wartens, der Einsamkeit, des
Entferntseins („Du in Hamburg, ich in Berlin“), Briefe der Erinnerung.
Es geht um Gefühle, um Beziehungsprobleme, die lang und breit
brieflich in einzelnen Spielszenen erörtert und ausgetauscht werden.
Briefe in allen Lebenslagen und teilweise auch in beklemmenden,
existentiellen Situationen. Auch als literarische Kunstform kommt der
Brief gelegentlich daher. Die farbigen Briefumschläge werden an eine
Leine gehängt (hoffentlich sind sie richtig adressiert und korrekt
frankiert!). Manchmal ähnelt diese ganze szenische Arbeit einer
Schreibwerkstatt bis hin zum abschließenden Brief- Rap („Dann geht
nichts schief bei deinem Brief“).
Ausschließlich eigene Texte der
Spielerinnen und Spieler hat die Erwachsenengruppe Tempus fugit unter
Regie von Simone Lüdi Sick zur Entwicklung ihres Stücks verwendet.
Erwachsenengruppe? Kommt Tempus fugit in die Jahre? Die Gruppe ist
altersmäßig gemischt, jüngere und ältere Darsteller spielen in dieser
ersten Eigenproduktion mit. Einige der zehn Schauspieler haben schon
spürbar Bühnenpräsenz und man merkt auch, dass intensiv an den
Schauspielgrundlagen und der spontanen Improvisationskunst gearbeitet
wurde.
So entsteht ein Stück, das sich nicht nur um den Brief an
sich dreht, sondern um das Spannungsfeld Abschicken und Ankommen und
eine Trendwende zur Entschleunigung in unserer hektischen Zeit. Wenn es
also jetzt schon im Theater thematisiert wird, dass sich das viel
persönlichere, handschriftliche Briefeschreiben gegen den schnellen
E-Mail-Verkehr durchsetzt, müsste der gute alte Brief doch wieder
Karriere machen!
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Weiler Zeitung vom 24.3.10
Neues Theaterensemble
im Kesselhaus fest im Blick
Kooperation von Kulturamt und Tempus
fugit / Szenencollage Der Brief als spannende Abschlussarbeit
Weil am Rhein (jas). Ein neues Theaterensemble im Kulturzentrum
Kesselhaus in Friedlingen peilen Tonio Paßlick, der Weiler
Kulturamtsleiter und das Freie Theater Tempus fugit an, das sich zum
Regionaltheater entwickeln will.
Ein erster Baustein auf dem
sicherlich noch weiten Weg ist der erst im Oktober 2009 aus der Taufe
gehobene Theaterkurs für Erwachsene, der unter Leitung von Regisseurin
Simone Lüdi probt und sich am kommenden Dienstag, 30. März, mit einer
ersten Szenencollage - Der Brief - der Öffentlichkeit zeigt.
Der
Wunsch nach einem eigenen Theaterensemble knüpft an die legendäre
Laien-Gruppe Theater im Kesselhaus an, die unter der Regie von Marion
Schmidt-Kumke vielbeachtete Inszenierung aktuellen Theaters auf die
Bühne brachte. Auch nachdem sich das Ensemble im Jahr 2000 aufgelöst
hatte, blieb der Wiederaufbau eines Ensembles, das im Kesselhaus seine
Heimat haben sollte, erklärter Auftrag des Vereins Kulturzentrum
Kesselhaus.
Die vor zwei Jahren begonnene Zusammenarbeit mit dem
Kinder- und Jugendtheaters von Tempus fugit bezeichnete Kulturamtsleiter
Tonio Paßlick gestern denn auch als ersten Schritt in diese Richtung.
Weil die Infrastruktur im Kesselhaus und das theaterpädagogische Know
How dazu bei Tempus fugit vorhanden sind, bot es sich förmlich an, mit
einem ersten Theaterkurs für interessierte Laien die Basis für ein
mögliches neues Ensemble zu schaffen, sagte Paßlick.
Für
Thorsten Blank, dem stellvertretenden Theaterleiter bei Tempus fugit,
fügt sich das Potenzial in Weil am Rhein gut in das breitgefächerte
Angebot des freien Theaters mit insgesamt 150 Darstellern ein, das
Kinder- und Jugendgruppen ebenso im Repertoire hat wie Seniorengruppen
und einige professionelle Teams, aber kein Ensemble mit gut
ausgebildeten erwachsenen Laien. Die Finanzierung eines solchen Teams
steht zwar noch in den Sternen, Paßlick und Blank wollen aber das Ziel
nicht aus den Augen verlieren und suchen auch nach Sponsoren.
Derweil fiebern die zehn Teilnehmer des ersten Theaterkurses gemeinsam
mit der Regisseurin und Theaterpädagogin Simone Lüdi der Premiere ihres
ersten Stücks entgegen. Zumal die Auseinandersetzung mit dem
Briefeschreiben und Briefeempfangen der eigenen Feder dieser drei Männer
und sieben Frauen entstammt.
Jeder musste einen mindestens eine
DIN-A 4-Seite langen Brief per Hand schreiben, erläuterte Simone Lüdi
den Prozess - etwas Seltenes im Zeitalter von SMS und e-Mails. Aus den
Inhalten der Briefe, den Absendern und Empfängern entstanden Figuren und
Geschichten, die zu einer Szenencollage zusammengesetzt wurden.
Dieser Prozess hat die Gruppe nach den ersten Wochen intensiver Arbeit
an Schauspielgrundlagen, Improvisationsvermögen und Bühnenpräsenz
zusammengeschweißt, sagt Simone Lüdi. Sie schätzt, dass etwa die Hälfte
der Gruppe gerne weitermachen würde. Einen nächsten Kurs soll es denn
auch schon bald nach den Osterferien geben. Dann wird Theaterpädagoge
Uwe Fröhlich die Arbeit von Simone Lüdi fortsetzen. KURZINFO
Zu
sehen ist die Szenencollage Der Brief am Dienstag, 30. und Mittwoch, 31.
März, jeweils um 20 Uhr, im Kulturzentrum Kesselhaus Friedlingen.
Eintritt: drei Euro 3 Infos und Anmeldungen zum nächsten Theaterkurs für
Erwachsene bei Tempus fugit, 07621 / 16 75 476 sowie unter
info@fugit.de .
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Fotos |
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Fotos: Thomas Quartier |
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Es spielen:
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| Caroline Buffet |
Maria Dalbert |
| Elise Debarnot |
Kirstin Giesin |
| Jonas Kaufmann |
Ute Keilbach |
| Martin Kumbartzky |
Barbara Leitherer |
| Anette Metzner |
Berthold Schmidt-Lahr |
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| Regie |
Simone Ludi Sick |
Regieassistenz |
Verena Sepp |
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| Programm- und
Flyergestaltung |
André Kulawik |
| Lichttechnik |
André Kulawik |
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| Produktionsleitung |
Matty Schneider |
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| Fotos |
Thomas Quartier |
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Wir danken ganz herzlich
der Stadt Weil am Rhein,
dem Kulturamt Weil am Rhein für die gute Zusammenarbeit und Unterstützung,
und dem Kulturzentrum im Kesselhaus,
sowie allen Sponsoren und Paten für ihre Unterstützung.
Gefördert vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport über den
Landesverband Amateurtheater Baden–Württemberg e.V. |
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