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aktuelle Inszenierung:
Freies Theater
Tempus fugit
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"Vom Schlachten des gemästeten Lamms und vom Aufrüsten der Aufrechten"
frei nach Halldór Laxness und Tristan Egolf
Regie: Kristofer Gudmundsson
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> zum Stück |
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> Presse |
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Es spielen |
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zum Stück:
Wo die Darmkrankheiten der Schafe wichtiger sind als die Herzleiden der Frauen und wo der patriotische Mob seine Nachbarn am liebsten an den Laternen auf dem Weg zur Arbeit baumeln sähe, dort vegetieren John und
Bjartur.
John und Bjartur sind die Protagonisten aus den Romanen „Sein eigener Herr“ des Literaturnobelpreisträgers
Halldór Laxness und „Monument für John Kaltenbrunner“ von Tristan Egolf. Zwei Einzelgänger in ländlichem Umfeld auf der Suche nach Freiheit und gesellschaftlicher Unabhängigkeit. Dem Ideal der Selbstversorgung folgend oder einfach um ihre Ruhe zu haben ziehen sie Ihr Ding durch. Doch immer wieder stellen sich ihnen Widerstände in den Weg, werden sie herausgefordert von roher Naturgewalt oder republikanischem Dorfpöbel. Während Bjartur diese Missstände über sich ergehen lässt, nimmt John den offenen Kampf gegen seinen Untergang auf.
In der Inszenierung werden diese beiden Figuren nebeneinander und gegenüber gestellt, wird versucht sie zu verstehen und ausprobiert wie man diese Menschen und ihre Geschichten darstellen kann. Zwei Schauspieler zeigen zwei Varianten des Lebens.
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Presse
KFZ#4, Juli 2010
(…) ein
faszinierendes Bild mit ein paar Holzlatten, einem Diaprojektor, mit
Nägeln und Bäuchen.(…) Erschütternd an diesem großartig gespielten Stück
ist dann wohl tatsächlich die Einsicht, dass sie nicht so viel anders
sind als wir: (…). Die Emotionen sind uns bekannt, Stock und Hohmann
schreien, dichten, fluchen sich durch das Stück mit großen Gesten und
starker Präsenz, nutzen die Holzlatten, um Dinge zu bauen, die dann
wieder zusammenfallen, nichts hält, alles fällt zusammen.
Kehsrau Behroz
Theater Heute, Mai 2010
Gleich nach einer
kurzen Diashow zur Einstimmung teilen sich Gesine Hohmann Stephan Stock
die Bühne gerecht auf. Auf der linken Seite arbeitet sich der Berner
Schauspielschüler mit geradem Rücken, irritierend wohlgesetztem Lächeln
und ein paar multifunktionalen Holzlatten durch den stoischen Optimismus
von Halldor Laxness’ „Sein eigener Herr“: die Geschichte eines
grundgütigen Bauern, der mit Fleiß, Bescheidenheit und sensationell
einfältigen Gedichten ein sinnerfülltes, selbstbestimmtes Leben führen
will und sich aus vollem Herzen der Schafzucht widmet. Rechts wuchtet
sich Gesine Hohmann einsatzfreudig und ebenfalls holzlattenbewehrt in
Tristan Egolfs „Monument für John Kaltenbrunner“, einen mindestens
ebenso grundanständigen Hühnerzüchter, der nach dem Tod der Eltern in
der Kleintierhaltung eine arbeitsame Existenzgründung sucht.
Der erzrustikale
Bjartur und der nicht minder solide John haben aber noch mehr gemeinsam:
Trotz unermüdlicher Redlichkeit bringt sie das Leben böse zu Fall. In
einem Fall sind die nordischen Winter und der Spulwurm tückisch am Werk,
im Anderen eher die sektiererischen Patrioten des Mittleren Westens,
aber im Grunde egal: Je mehr sie sich regen, desto weniger Segen regnet
auf sie herab.
Da fügt es sich gut, dass neben dem
souveränen Express-Posing durch die Doppelroman-Doppeldramatisierung
noch eine dritte Erzählebene eingezogen wird. Robert McKees legendäre
Drehbuch-Weisheiten, was eine gute Geschichte und wie das Leben wirklich
sei, und wie beides zusammengehe. Keine Frage, dass die guten
Geschichten und das wirkliche Leben bei Laxness/Stock und Egolf/Hohmann
die schönen Hollywood-Dramaturgien und amerikanisch-handlungsaktiven
Lebensphilosophien ganz en passant aus den Angeln heben.
Wie nebenbei
jonglieren Gesine Hohmann und Stephan Stock (und ihr
regiedramaturgischer Mitstreiter Kristofer Gudmundsson) auf mehreren
Ebenen schauspielerischer und performativer Darstellung, bedienen sich
zwanglos, wo sie etwas brauchbares finden – von den Romanvorlagen bis zu
Spike Jonzes „The Adaptation“ -, unterminieren mit einfachsten Mitteln
und einer Menge Charme erfolgreich alle vermeintlichen
Storytelling-Rezepte, unterlaufen alle Kategorien – ob Regietheater,
Schauspielertheater oder Performance – und erfinden sich ihre Form für
eben das, was sie in dieser Form erzählen wollen. Dabei nimmt dieses
Projekt (des Studiengangs Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis)
mit dem epischen Titel „Vom Schlachten des gemästeten Lamms und vom
Aufrüsten der Aufrechten“ das Publikum ernst, ohne es überfahren oder
einlullen zu wollen, und hält es auch nicht für so blöd, dass man ihm
alles erklären muss.
Auch dafür haben sie beim Hamburger Körber
Studio Junge Regie den Preis der Jury gewonnen.
Franz Wille
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Theater der Zeit,
Mai 2010
Es musste ja so kommen. Das Körber Studio
Junge Regie präsentierte in seiner siebten Auflage einen überraschenden
Sieger: Nutznießer einer Inszenierung am Stadttheater oder, so erklärte
der Stifter vorsorglich, in der freien Szene ist erstmals ein
Regiekollektiv. Kristofer Gudmundsson und Gesine Hohmann studieren im
Dritten Jahr Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis an der
Universität Hildesheim, Stephan Stock Schauspiel an der Hochschule der
Künste Bern.
„Vom Schlachten des gemästeten Lamms und vom
Aufrüsten der Aufrechten“ kombiniert zwei Romanvorlagen – Halldor
Laxness’ „Sein eigener Herr“ und „Monument für John Kaltenbrunner“ von
Tristan Egolf – und montiert sie zu einem Duett des persönlichen
Scheiterns, gecoacht von den Zurufen eines sonnenverwöhnten
Drehbuchautors, der aus dem Off die Lebenswege Hollywoodreif macht. Das
Scheitern also, ein Paradestück für angehende Schauspieler? Die
Regisseure spielen (…) selbst. Ästhetische Praxis liegt so ganz bewusst
irgendwo zwischen Pantomime, Schauspiel und Performance. (…) Das Pendel
auf der Such nach dem Besten Nachwuchsregisseur schlug damit kräftig in
Richtung Dramaturgie aus (…).
Friederike Felbeck
Denkenschreibenmachen / outnwo! Blog, ,
29.05.2010
Der Name der Künstlerkollaboration ist
Programm: Ihr Vorschlag „Vom Schlachten des gemästeten Lamms und vom
Aufrüsten der Aufrechten“ ist ein Hammer – voll unbändiger Energie und
blitzgescheitem Spiel mit dem Spiel vom Spiel. Jenseits jeder
performativen Abgeklärtheit werden Gesine Hohmann und Stephan Stock
kraft ihres Umgangs mit Haltungen, Körperlichkeiten, Texten, Rollen,
Rhythmen und Bildern zu lebendigen Durchlauferhitzern der Inhalte.
Zwischen Schafskrankheiten, Hochzeitsreimen, Geflügelzucht und
Enthauptungsfantasien krachen Tragik und Komik ebenso aneinander, wie
die paar Dutzend mannshoher schmaler Holzlatten, deren Funktion von
Diaprojektionswand über Häuslebauerei bis zum Scheiterhaufen wechselt:
Klar ist die Bühne, es gibt was gebraucht wird, keine Schnörkel. Einen
kleinen Verstärker mit Mikrofon, einen handbedienbaren Diaprojektor samt
Schraubenzieher zum Reparieren, Hammer und Nägel, Licht und Dunkel, eine
Axt für die Wut. Und die zwei Performer, die aus dem Zerfall ihrer
Geschichten eine Geschichte bauen; die aus umstürzenden Brettern das
alte Lied von Geburt, Leben und Tod immer neu zusammen nageln; die mit
einem Sekundenlächeln den eigenen großen Gestus zerschmettern oder mit
einem einzigen Zucken die geballte Wucht unterdrückter Sexualität
heraufbeschwören. Ich habe viel erlebt mit den beiden. Nicht
Performance, nicht Rollenspiel, nicht Postdramatisches Theater, nicht
Life Art, nicht künstlerische Selbstbespiegelungen, sondern einen klugen
Flirt mit den Differenzen und einen Abend voller Geschenke.
Maja Maria Liebau
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Die Oberbadische vom
1.4.2010
Geschlachtetes Lamm
heimst Preise ein
Preis des „Körber Studio Junge Regie 2010“ für Tempus fugit
Von Veronika Zettler
Helle Freude herrscht derzeit
beim Theater Tempus fugit. Die Inszenierung „Vom Schlachten des
gemästeten Lamms und vom Aufrüsten der Aufrechten“ hat den renommierten
Preis des „Körber Studio Junge Regie“ gewonnen. Hinter dem Stück stehen
Kristofer Gudmundsson, Stephan Stock und Gesine Hohmann. Die ersteren
zwei entstammen der Talentschmiede Tempus fugit.
Die Preisrede im
Hamburger „Thalia“ fiel überschwänglich aus. Unter anderem attestierte
die hochkarätige Expertenjury der Inszenierung, sie unterminiere
erfolgreich alle vermeintlichen Erfolgsrezepte, jongliere „sehr
ökonomisch und einfallsreich auf mehreren Ebenen schauspielerischer und
performativer Darstellung“.
„Damit hatten wir nicht gerechnet“,
freut sich Thorsten Blank von Tempus fugit. Immerhin hatte die „Crème de
la Crème“ der jungen Nachwuchsregisseure ihre Arbeiten eingereicht, jede
der elf Regie lehrenden Hochschulen aus dem deutschsprachigen Raum
durfte mit nur einer Produktion vertreten sein.
Kristofer
Gudmundsson und Stephan Stock sind Absolventen der
„Multiplikatorenausbildung“ bei Tempus fugit. Zwölf Monate lang dauert
diese Grundlagenlehre in Theaterpädagogik, Schauspiel und
Kulturmanagement.
Inzwischen studiert Gudmundsson
Kulturwissenschaften und angewandte Ästhetik in Hildesheim, Stock
hingegen Schauspiel in Bern.
Tempus fugit ermöglichte ihnen und
ihrer Kommilitonin Gesine Hohmann, ebenfalls Studentin in Hildesheim,
die Inszenierung des nun preisgekrönten Stücks, übernahm die
Finanzierung der Low-Budget-Produktion, stellte Räume, Personal und
Know-how zur Verfügung, wie Thorsten Blank erzählt.
Die Idee
dahinter nennt sich „Plattform für Jungkünstler“ und soll jungen
Talenten, die aus dem Lörracher Theater hervorgingen, die Möglichkeit
zur Umsetzung eigener Ideen samt progressiver und experimenteller
Theatertechniken bieten.
Dass gleich das erste Projekt so
durchschlagenden Erfolg verbuchen konnte, „ist eine große Bestätigung
für unsere Arbeit und unsere Konzepte“, betont Blank.
„Das
Schlachten des gemästeten Lammes“ ist die erste völlig unabhängige
Arbeit von Gudmundsson, Hohmann und Stock, die sich den Namen
„vorschlag:hammer“ gegeben haben. Das Stück basiert auf zwei Romanen von
Halldór Laxness und Tristan Egolf, beide handeln vom Bemühen um
gesellschaftliche Unabhängigkeit.
Die herkömmliche Trennung
zwischen Regie und Darstellern gab es nicht, die drei jungen Künstler
haben das Zwei-Personen-Stück als Regiekollektiv erarbeitet, berichtet
Tempus fugit Leiterin Karin Maßen - ein Teamprojekt, wie es dem Konzept
ihres Theaters entspricht.
Den Gewinnern winkt jetzt übrigens
eine Regiearbeit an einem renommierten Stadtoder Staatstheater oder
alternativ eine Projektentwicklung in der freien Szene. Die Regiegage
übernimmt die Körber-Stiftung.
Wer sich nach dem Schulabschluss
für die Multiplikatorenausbildung bei Tempus fugit interessiert, kann
sich beim Theater in der Ötlinger Straße 13 informieren (Tel. 07621
1675476). Knapp die Hälfte der Absolventen, so Thorstan Blank,
entscheidet sich im Anschluss für ein Studium in Bereichen wie
Schauspiel, Theaterpädagogik oder Kulturmanagement.
Weitere
Infos: www.fugit.de
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BZ vom 30.03.2010
Begehrter Preis für Tempus fugit
Große Chance fürs Regiekollektiv
LÖRRACH (BZ). Das Stück setzte sich gegen zehn Inszenierungen durch, die im Hamburger Thalia Theater um den begehrten Nachwuchspreis wetteiferten. Die Produktion des Regiekollektivs aus dem Berner Schauspielstudenten Stephan Stock, dem Hildesheimer Studenten Kristofer Gudmundsson (beide ehemals Tempus fugit) und Gesine Hohmann hatte im Oktober 2009 in Lörrach seine Uraufführung. Schließlich entsandte die Uni Hildesheim das Stück zu dem Nachwuchsfestival, auf dem jeweils eine Produktion der elf Regie lehrenden Hochschulen im deutschsprachigen Raum vertreten ist. Dem Gewinnerteam wird eine Regiearbeit an einem renommierten Stadt- oder Staatstheater oder alternativ eine Projektentwicklung in der freien Szene vermittelt. Tempus fugit wertet den Erfolg als Bestätigung für die seine Theaterkonzeption.
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Die Oberbadische vom
29.3.10
Preis: „Eine kleine
Sensation“
Lörrach. Das
Projekt „Vom Schlachten des gemästeten Lamms und vom Aufrüsten der
Aufrechten“ von Kristofer Gudmundsson, Gesine Hohmann und Stephan Stock
gewinnt den Preis des Körber Studio Junge Regie 2010. Die Inszenierung
entstand 2009 im Rahmen des Studiengangs Kulturwissenschaften und
ästhetische Praxis der Universität Hildesheim.
„Vom Schlachten
des gemästeten Lamms und vom Aufrüsten der Aufrechten“ ist ihre erste
gemeinsame Arbeit und eine Kooperation mit dem Freien Theater Tempus
fugit und der Hochschule der Künste Bern. Karin Maßen zum Preis: „Das
ist eine kleine Sensation - auch für uns. Die Plattform für junge
Künstler geht auf: Zwei der drei Beteiligten kommen von Tempus fugit.“
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Nachtkritik
vom 25. März 2010.
Als Preisträger
des 7. Körber Studio Junge Regie ist das Projekt Vom Schlachten des
gemästeten Lamms und vom Aufrüsten der Aufrechten von Kristofer
Gudmundsson, Gesine Hohmann und Stephan Stock ausgezeichnet worden. Die
Inszenierung entstand 2009 im Rahmen des Studiengangs
Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis der Universität Hildesheim.
Das Kollektiv setzte sich gegen zehn weitere
Nachwuchsregisseure und Regiekollektive, die am diesjährigen
Regieschultreffen im Thalia in der Gaußstraße teilnahmen, durch. Den
Gewinnern wird eine Regiearbeit an einem renommierten Stadt- oder
Staatstheater oder alternativ eine Projektentwicklung in der freien
Szene vermittelt. Die Regiegage wird von der Körber-Stiftung übernommen.
Die fünfköpfige Jury, bestehend aus Franz
Wille (Chefredakteur Theater heute), Nicola Bramkamp (Dramaturgin
Hamburger Schauspielhaus), Axel Preuß (ab 2010/11 Chefdramaturg
Staatstheater Braunschweig), Andreas Siebold (Dramaturg Kampnagel
Hamburg) und Eva-Maria Voigtländer (Chefdramaturgin Ruhrtriennale),
begründete ihre Wahl mit den Worten:
"Die Inszenierung jongliert sehr ökonomisch
und einfallsreich auf mehreren Ebenen schauspielerischer und
performativer Darstellung; sie bedient sich zwanglos, wo sie etwas
Brauchbares findet; hat viele Bezüge und Quellen – von den Romanen bis
zu Spike Jonzes 'The Adaptation' – ihr ist nicht immer ganz einfach zu
folgen und sie geht nicht restlos auf wie eine saubere Bruchrechnung.
Aber sie unterminiert erfolgreich alle vermeintlichen Erfolgsrezepte,
unterläuft alle Kategorien – ob Regietheater, Schauspielertheater oder
Performance – und erfindet sich ihre Form für eben das, was sie in
dieser Form erzählen will. Dabei nimmt diese Produktion das Publikum
ernst, ohne es überfahren oder einlullen zu wollen und hält es auch
nicht für so blöd, dass man ihm alles erklären muss. Deshalb geht der
Preis dieser Jury an die Projektgemeinschaft von Kristofer Gudmundsson,
Gesine Hohmann und Stephan Stock mit der Bitte und der Aufforderung,
ihre gemeinsame Arbeit fortzusetzen."
Kristofer Gudmundsson (*1986) und Gesine
Hohmann (*1986) studieren seit 2007 Kulturwissenschaften und ästhetische
Praxis mit dem Schwerpunkt Theater an der Universität Hildesheim.
Stephan Stock (*1985) studiert seit 2007 Schauspiel an der Hochschule
der Künste Bern. Gemeinsam sind sie vorschlag:hammer. "Vom Schlachten
des gemästeten Lamms und vom Aufrüsten der Aufrechten" ist ihre erste
gemeinsame Arbeit und eine Kooperation mit dem Freien Theater Tempus
fugit und der Hochschule der Künste Bern.
Textversion 22. März 2010
Meist gibt sich
das Projekt der Hildesheimer Gruppe vorschlag:hammer (…) als quirliger
Reigen amüsanter Ideen, als Demonstration von Kreativität, Spielfreude
und – nicht zu vergessen – als Metadiskurs über Autorenschaft, Figuren,
Erzählweisen.
Cornelia Fiedler
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Die Oberbadische vom
22.2.10
Tempus fugit fährt
nach Berlin
Lörrach. Nachdem
die Tempus fugit Produktion „Vom Schlachten des gemästeten Lamms und vom
Aufrüsten der Aufrechten“ bereits zum Körber-Regienachwuchsfestival in
Hamburg eingeladen wurde, folgte nun eine Einladung zum „100° -
Festival“ nach Berlin im Theater Hebbel am Ufer 3.
Damit nimmt
das Erstlingswerk des Jungregisseurs Kristofer Gudmundsson auf Anhieb an
zwei der renommiertesten deutschen Theaterfestivals teil.
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Spunk vom 18.2.10
Schlachtlämmer
Tempus fugit fährt nach Hamburg
Die „Tempus fugit“ -Produktion „Vom
Schlachten des gemästeten Lamms und vom Aufrüsten der Aufrechten“ des
Hildesheimer Regiestudenten Kristofer Gudmundsson wurde zum
Theaterfestival „Körber Studio Junge Regie“ in Hamburg eingeladen. Jede
der elf Regie- Hochschulen aus dem deutschsprachigen Raum ist dort
vertreten.
Das Stück, in dem die Lebensentwürfe zweier nach
gesellschaftlicher Unabhängigkeit strebender Protagonisten aus zwei
Romanen gegenüber gestellt und hinterfragt werden, feierte im Oktober
2009 anlässlich der Spielzeiteröffnung von „Tempus fugit“ erfolgreich
seine Uraufführung. Es folgten mehrere Aufführungen im Rahmen der
Universität Hildesheim, woraufhin das Stück auswählt wurde.
Für
„Tempus fugit“ bedeutet die Teilnahme am „Körber Studio Junge Regie“
Ansporn und Bestätigung zugleich. Denn das „Tempus fugit“ -Konzept sieht
vor, Jungkünstlern, die aus dem Lörracher Theater hervorgingen, eine
Plattform zur Umsetzung eigener Ideen zu bieten. Das soll zu einem
abwechslungsreichen Kulturangebot in Lörrach und der Region beigetragen
und gleichzeitig die Erprobung progressiver Theatertechniken ermöglicht
werden.
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BZ vom 11.02.2010
Produktion von
"Tempus fugit" bei Festival
Vorher noch im Kesselhaus
LÖRRACH (BZ). Die "Tempus fugit" -Produktion "Vom Schlachten des
gemästeten Lamms und vom Aufrüsten der Aufrechten" des Hildesheimer
Regiestudenten Kristofer Gudmundson wurde zum Theaterfestival "Körber
Studio Junge Regie" im Hamburger Thalia Theater eingeladen. Auf dem
Festival ist jede der elf Regie lehrenden Hochschulen aus dem
deutschsprachigen Raum mit jeweils einer Produktion vertreten.
Das Stück, in dem die Lebensentwürfe zweier nach gesellschaftlicher
Unabhängigkeit strebender Protagonisten aus zwei Romanen gegenüber
gestellt und hinterfragt werden, feierte im Oktober 2009 anlässlich der
Spielzeiteröffnung von "Tempus fugit" erfolgreich seine Uraufführung. Es
folgten mehrere Aufführungen im Rahmen der Universität Hildesheim,
woraufhin die Hochschule das Stück für das renommierte Nachwuchsfestival
auswählte.
Mit der Festivaleinladung besteht nun die Chance, das
Erstlingswerk Gudmundssons einem kritischen Fachpublikum zu zeigen, zur
Diskussion zu stellen und wertvolle Kontakte zu knüpfen.
Für
"Tempus fugit" bedeutet die Teilnahme am "Körber Studio Junge Regie"
Ansporn und Bestätigung zugleich. Denn das "Tempus fugit" -Konzept sieht
vor, Jungkünstlern, die aus dem Lörracher Theater hervorgingen, eine
Plattform zur Umsetzung eigener Ideen zu bieten. Das soll zu einem
abwechslungsreichen Kulturangebot in Lörrach und der Region beigetragen
und gleichzeitig die Erprobung progressiver Theatertechniken ermöglicht
werden.
Bevor "Vom
Schlachten des gemästeten Lamms und vom Aufrüsten der Aufrechten" in
Hamburg gastiert, ist es am 26., 27., 28. Februar jeweils um 20 Uhr im
Kesselhaus Weil am Rhein zu sehen. Karten können schon unter Telefon:
07621/1675476 oder tickets@fugit.de
reserviert werden.
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Hildesheimer
Allgemeine Zeitung vom 17.11.2009
(…) was die beiden
Akteure da veranstalten, in dem sie immer wieder die Rollen, die
Stimmen, die Bewegungen wechseln und mit einem Arsenal dünner Bretter
provisorische Häuser bauen und eintreten und Scheiterhaufen und
Barrikaden errichten, ist schön, komisch, anrührend und atemberaubend.
Die
verschlungenen Handlungswege und Schicksalskatastrophen der beiden
Romane dienen letztlich vor allem dazu, eine unbändige Freude am Spiel
zu entfachen: Hinreißend interpretierte Typenkomik wechselt sich mit
Verzweiflungsgebrüll und urkomischen Pantomime-Verfolgungsjagden ab, und
die Lebensenergie eines jeden Moments lässt sich mit Händen greifen.
Andre Mumot
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BZ vom 13.10.2009
Wünsche vom besseren Leben
Tempus fugit zeigt eine Inszenierung
ehemaliger Mitglieder um Kristofer Gudmundsson
Klack. Ein alter Diaprojektor ohne
Überblendtechnik wirft Bilder an einen Lattenzaun. Impressionen aus
Island vermischen sich mit typisch Amerikanischem. Plötzlich springt ein
Mann auf die Bühne, stellt sich vor die Projektionsfläche, so dass auf
seinem nackten Bauch ein Schaf zu sehen ist. Er nennt sich Bjartur, der
Schafzüchter. Schafe sind ihm Lebensinhalt, wichtiger als Frau und Kind,
wie sich später herausstellen wird. Regisseur Kristofer Gudmundsson,
ehemaliges Tempus fugit-Mitglied und nun Regiestudent in Hildesheim, hat
in seiner ersten Eigenproduktion den Roman des isländischen
Nobelpreisträgers Halldór Laxness "Sein eigener Herr" mit jenem des
Amerikaners Tristan Egolf "Monument für John Kaltenbrunner" verwoben.
"Vom Schlachten des gemästeten Lamms und vom Aufrüsten der Aufrechten" ,
nennt sich die Inszenierung verrätselt und verquollen zugleich.
Kleinbauern sind sie beide. Diesseits und jenseits des Atlantiks stoßen
sie mit ihrem Wunsch nach dem besseren Leben aber an die Grenzen des
Erträglichen. Sie bauen Häuser und Ställe, sie kämpfen mit Naturgewalten
und mit den Mythen des ländlichen Lebens. Gudmundsson stellt in seiner
Collage zwei Mythen gegeneinander, den isländischen des unbeugsamen
Naturburschen, der sich gegen Wind und Wetter zu behaupten vermag, und
den Mythos des umtriebigen Amerikaners irgendwo in den Weiten der
Prärie.
Das intensive einstündige Stück lebt vor allem von den
beiden Hauptdarstellern Stefan Stock, einst Tempus fugit Mitglied und
nun Schauspielstudent in Bern, sowie Gesine Hohmann, Studentin in
Hildesheim. Ein ruhiger fast sturer Stefan Stock als Bjartur, den
Wohlstand im Fokus, macht da einer sein Ding und lässt sich von nichts
und niemanden davon abbringen. Gesine Hohmann ist alles andere; sie
stellt Tristan Egolf dem geneigten Publikum vor oder ist amerikanische
Hühnerproduzentin, auch dumpfe Ehefrau Bjarturs. Sie ist rassistischer
Pöbel und pubertäre Tochter. Mal temporeich, mal die Geschwindigkeit
verschleppend, bringt sie das Stück voran. Dies liegt vor allem in ihrer
Wandlungsfähigkeit. Weshalb trotz des mitunter schwierigen Aufbaus durch
die Zusammenlegung der zwei Texte die Orientierung nicht verloren geht.
Ihre Ausdrucksstärke nimmt gefangen. Wie sie durch minimale Gesten sich
zu verwandeln mag, ist schlicht großartig. Viel Monologe haben beide zu
führen, wenig Dialoge. Der daraus resultierenden Textlastigkeit setzen
sie viel Körpereinsatz entgegen und erzeugen so eine mitreißende
Dynamik.
Eine äußerst gelungene Premiere. Gudmundsson setzt seine
Mittel sehr konzentriert ein, weiß um deren Wirkung und um das rechte
Maß. Technische Mittel bringt er sparsam, auch hier weiß er, wie er sie
einzusetzen hat. Ohne den Overkill zu produzieren, ergänzen sie die
große schauspielerische Leistung der beiden Akteure. Es ist zum ersten
Mal, das Tempus fugit hier jungen Künstlern eine Plattform für ihr Werk
geboten hat. Dabei gehört dies zu den Grundsätzen des freien Theaters
Tempus fugit. Es wird nicht das letzte Mal gewesen sein, nicht nur
Thorsten Blank von Tempus fugit ist davon überzeugt.
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Die Oberbadische vom
14.10.09
Die Brüchigkeit der
Existenz
Tempus fugit
startete erfolgreich in die neue Saison
Lörrach (uk). Krisen können reinigend sein,
indem sie dazu zwingen, vertraute Muster aufzugeben. Doch manchmal
scheinen sie auf direktem Wege in die Isolation zu führen. Dieser
Gedanke drängt sich bei dem Stück „Vom Schlachten des gemästeten Lamms
und vom Aufrüsten der Aufrechten“ auf.
So sperrig wie der Name
ist auch die verstrickte Handlung der Inszenierung, in der zwei Romane
frei miteinander verwoben werden. Obwohl das Stück in vielen Szenen
Unbehagen weckt, war die Premiere am Samstag im Freien Theater Tempus
fugit eine mehr als beeindruckende Leistung. Zwei männliche Figuren aus
zwei verschiedenen Romanen werden auf der Bühne aktiv, haben scheinbar
nichts und doch wieder viel gemeinsam: Heimat, ein Zuhause scheint etwas
sehr Brüchiges zu sein, ohne Bestand und ohne Wärme. Kälte und
Orientierungslosigkeit schimmern sowohl im Roman „Sein eigener Herr“ des
Nobelpreisträgers Halldór Laxness als auch im Debütroman „Monument für
John Kaltenbrunner“ des amerikanischen Autors Tristan Egolfs durch. Mit
dem subtilen Einstieg in die Inszenierung werden ohne Worte markante
Themen ersichtlich: Bilder von Orten und Menschen werden auf Holzlatten
projiziert - durchbrochene Wirklichkeiten ebenso wie die Projektionen,
die später auf den Oberkörper von Stephan Stock geblendet werden, der
als Kleinbauer Bjartur ein Leben für seine Schafe lebt. Er dichtet in
Stabreimen über sie und versucht immer wieder vergeblich, sich eine
dauerhafte Existenz aufzubauen. Auf der Suche nach Freiheit möchte er
sein eigener Herr sein und bringt in seinen Stehgreifgedichten Natur,
Lebensgefahr und die Liebe auf einen Nenner. Goldflöckchen,
Adventsmorgen und Silberblick heißen seine vierbeinigen Lieblinge, die
ständig von Darmkrankheiten bedroht sind und für die er nicht nur sein
eigenes Leben opfern würde, sondern auch das seiner Frau, dargestellt
von Gesine Hohmann. Schüchtern wirkt sie und verunsichert an der Seite
dessen, der alles tun würde, um die Fäden in der Hand zu behalten. Doch
wenn sie als Müllarbeiter John zum Streik aufruft und mit faschistoiden
Vorurteilen und Klischees um sich wirft, zeigt sie den gefährlichen
Charakter eines Mannes, der auf der sozialen Leiter ganz unten
angekommen ist und sich an der Gesellschaft rächen will.
Gemeinsam mit Regisseur Kristofer Gudmundsson entwickelten die beiden
Schauspieler eine Inszenierung, die sich durch exzellente
schauspielerische Leistung hervorhebt und eindrücklich die existenzielle
Brüchigkeit zeigt - aber auch immer wieder die Notwendigkeit eines
Neuanfangs, denn: „Was bleibt sonst übrig?“
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Fotos: Thomas Quartier |
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Es spielen:
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Gesine Hohmenn
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Stephan Stock |
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| Regie |
Kristofer Gudmundsson |
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| Licht & Bühne |
André Kulawik |
| Produktionsleitung |
Patrick Greiner |
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| Grafik |
Roger Bachmann |
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