aktuelle Inszenierung:


Freies Theater Tempus fugit

 

   
 
 

"Emil und die Detektive"
ein Theaterstück mit Musik
frei nach Erich Kästner

Buch & Regie: Karin Maßen
Musikalische Leitung, Komposition &
Arrangement: Henry Uebel
Songtexte & Chorproben:
Cornelia Hoßfeld

 


 

   
   
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  Was ich in Erinnerung behalten werde:
   
 
  zum Stück:

Zum ersten Mal darf Emil allein nach Berlin fahren. Für ihn ist das eine weite Reise, kommt er doch in unserer Bearbeitung aus einer Kleinstadt ganz aus dem Süden, ganz in der Nähe zur Schweiz: nämlich direkt aus Lörrach! Dort lebt er allein mit seiner Mutter, die hart arbeiten muss, um genug Geld für sie beide zu verdienen. Emil hilft mit, strengt sich in der Schule auch an, aber ein Streber ist er ganz und gar nicht! Er hat viele Freunde zuhause, und auch in Berlin trifft er gleich auf viele Kinder, die ihm alle helfen wollen. Jawohl! Er braucht nämlich Hilfe, denn er ist auf der Fahrt bestohlen worden! 140 Mark hat ihm der Zugnachbar im Schlaf geraubt!

140 Mark sind für Emil und seine Mutter fast so viel, wie für andere Leute eine Million! Da muss er einfach hinterher. Und so steigt Emil mitten in Berlin am falschen Bahnhof aus, um den Dieb zu verfolgen. Am anderen Bahnhof warten in der Zwischenzeit seine Großmutter und seine Cousine Pony auf seine Ankunft. Aber Emil kommt nicht. Während Großmutter und Pony Hütchen noch überlegen, was sie tun sollen, hat Emil sich schon in eine aufregende Verfolgungsjagd gestürzt. Quer durch die große fremde Stadt, immer dem Dieb hinterher. Zum Glück bekommt Emil bald Unterstützung von Gustav mit der Hupe und seinen Jungs und Mädchen, die sich alle als prima Detektive erweisen. Bei uns sind dies am Schluss 120 große und kleine Kinder: genau wie in der Vorlage von Erich Kästner.
Da sage mal jemand so etwas gäbe es in Lörrach nicht!

Erich Kästner braucht keine spektakulären Ereignisse, keinen Mord oder Totschlag, um plausibel zu machen, warum es so dringend ist, den Dieb wieder zu finden. Hier sind Menschen auf das Geld angewiesen, hier mussten sie es sich hart erarbeiten. Aber dies zeigt er mit einer Selbstverständlichkeit, ganz nebenbei. so dass die Poesie des Alltags wieder in den Vordergrund gerückt werden kann: das Abenteuer im Kleinen, im Miteinander, damals und heute.

«Die meisten Menschen legen ihre Kindheit ab, wie einen alten Hut. Sie vergessen sie wie eine Telefonnummer, die nicht mehr gilt. Früher waren sie Kinder, dann wurden sie Erwachsene, aber was sind sie nun? Nur wer erwachsen wird und ein Kind bleibt, ist ein Mensch!» das sagt Erich Kästner und wir hoffen, dass viele erwachsene Kinder diese Geschichte auf der Bühne wieder entdecken mögen.

 
  Musik

Ich versuche als Komponist die Ereignisse im Stück musikalisch umzusetzen. Die Band mit Vic Hard am Schlagzeug mit seinen tollen Grooves, Denis Flaig mit satten Bässen, den vielseitigen Sounds von Daniel Vogel an der Gitarre und den Keyboards von Henry Uebel tragen ihr Übriges dazu bei. Die Musiker haben schon bei vielen Projekten zusammengearbeitet und sind ein eingespieltes Team. Durch geschickt ausgewählte Arrangements entsteht ein abwechslungsreicher Klangkörper; man darf gespannt sein. Die Spielfreude ist allen richtig anzumerken.
Das Ganze wird noch ergänzt durch die Texte von Cornelia Hossfeld zu den Liedern über die Ereignisse in ‹Emil›. Sie sollen noch nach der Aufführung in vielen Ohren weiterklingen. Henry Uebel

 
  Presse
   
  BZ vom 06.05.2009

Emil und jede Menge Detektive


Neue Burghof-Eigenproduktion

Von unserer Redakteurin Sabine Ehrentreich

LÖRRACH. Zur Zeit wuselt es im Burghof. Bevor am Dienstag das Stück "Emil und die Detektive" Premiere hat, sind noch viele Schritte zu tun, noch viele Teile zusammenzufügen. "Ein großes Anliegen" seien dem Haus Eigenproduktionen wie diese, sagte Burghof-Vizechefin Susanne Göhner beim Pressegespräch. Ihr als Leiterin des Theaters Tempus Fugit sei wichtig, ergänzte Karin Maßen, ein großes theaterpädagogisches Projekt mit hohem künstlerischem Anspruch umzusetzen. Im Burghof finde sie dafür den idealen Rahmen.

Fast 140 Mitwirkende sind in das Projekt eingebunden: Schauspielprofis, teils solche, die bei Tempus Fugit angefangen haben; Tempus fugit selbst mit Regisseurin Karin Maßen, Jugendgruppen und den sieben Praktikanten, die als Darsteller und Pädagogen dabei sind; dazu Schülerinnen und Schüler der Hebel- und der Neumattschule, der Kaufmännischen Schulen, der beiden städtischen Gymnasien, der Mathilde Planck-Schule und anderer Schulen im Landkreis. "Emil und die Detektive" sei kein Musical, sagte Karin Maßen, aber Theater mit Musik - die musikalische Leitung hat Henry Uebel.

Seit Jahren arbeite die Stadt mit dem Theater Tempus fugit zusammen, sagte Dagmar Fük-Baumann als stellvertretende Leiterin des Fachbereichs Kultur und Bildung. Die theaterpädagogische Arbeit, die hinter dem Projekt steht und parallel dazu an Lörracher Schulen läuft, unterstützt die Stadt. Der Burghof übernimmt die direkten Produktionskosten, 2500 Euro gibt die Sparkasse aus ihrer Stiftung Jugend, Umwelt, Bildung dazu. Das Projekt ermögliche Kindern und Jugendlichen, im Burghof aufzutreten, und hole den Nachwuchs als Publikum ins Haus. Zudem verspreche es Qualität: "Damit verbinden wir unseren Namen gern" , begründete Sparkassenvorstand Rainer Liebenow dies Engagement.

Näheres zum Stück und dessen mehr als ein Jahr währender Entstehung erläuterte schließlich Karin Maßen. Lehrer und Musiklehrer wurden fortgebildet, intensiv wurde mit den Klassen aller Schularten gearbeitet, die sich beteiligen. Nun muss noch alles zusammengefügt werden. "Für uns ist es spannend bis zum letzten Tag" , verriet Karin Maßen. An den Kostümen werkeln die Eltern mit, die Bühne ist schlicht, damit nichts daran hindert, das Spiel zu "spüren" , so Maßen. Schauspieler und Schüler sind Patenschaften eingegangen, gesetzt wird auf eine Theaterpädagogik, die "emanzipiert" . Warum der Kästner-Klassiker? Für sie tauge das Buch nicht für einen bloßen "Event" , sondern biete einen Stoff von großer Tiefe, bei dem man viele einbinden kann, begründet die Regisseurin. Wie im Buch verfolgen am Ende 120 Kinder mit Emil den Mann, der ihm das so dringend benötigte Geld gestohlen hat.

Verwendet wird die Stückvorlage von Erich Kästner, die Maßen bearbeitet hat. Emil reist in der Burghof-Inszenierung nicht von Neustadt, sondern von Lörrach aus nach Berlin, mit Kostümen blieb man der Zeit Kästners treu. Ihre Grundidee, sagt Maßen: Zu zeigen, wie Fantasie eine Geschichte beflügelt und vorantreibt.


 
  Die Oberbadische vom 06.05.09

„Das ist auch mein Stück“

„Emil und die Detektive“: Theaterprojekt von Burghof und Tempus fugit mit Schülern

Von Gabriele Hauger

Lörrach. Kästners Kinderbücher sind unsterblich. Auch wenn es in den abenteuerlichen Geschichten voller Ironie und Tiefgang noch keine Handys gibt und die Bubenstreiche reichlich harmlos ausfallen, ist noch heute jedes Kind von den Büchern begeistert. Ein Klassiker ist auch „Emil und die Detektive“.

Die Burghof GmbH hat gemeinsam mit dem freien Theater Tempus fugit unter der Regie von Karin Maßen das Buch als Theaterstückmit Musik umgesetzt (Leitung: Henry Uebel; außerdem: Daniel Vogel, Vic Hardt, Denis Flaig). Cornelia Hossfeld hat dazu die Songtexte geschrieben. Neben vier professionellen Schauspielern (Marina Dessau, Stefanie Klimkait, MatthiasMeier, Andrea Casabianchi) und sieben Tempus fugit-Praktikanten wirken 140 Kinder und Jugendliche aus elf Schulen aus der ganzen Regio mit. Darunter sind 90 junge Mitwirkende, die bis dahin keinerlei Theatererfahrung hatten.

Parallel und vorbereitend zur Inszenierung führte Tempus fugit zudem an verschiedenen Schulen ein theaterpädagogisches Projekt durch. Hier wurde freies Sprechen geübt, es wurden eigene Ideen zum Stück entwickelt oder kleine zusätzliche Szenen geschrieben und eingebaut.
So habe man „die Poesie des Alltags einfließen lassen“, erklärt Karin Maßen bei der Vorstellung vor der Presse. Auch Musiklehrer wurden integriert. Überzeugt vom Konzept zeigte sich die stellvertretende Lörracher Fachbereichsleiterin Kultur und Bildung, Dagmar Fük-Baumann. Deshalb habe man es auch finanziell unterstützt.

„Die Kinder identifizieren sich ganz stark mit dem Stück, jedes hat schließlich eine eigene kleine Rolle. Da ist bei 140 Mitwirkenden auch Disziplin gefordert“, so die Regisseurin. Hier gehe es um ein engagiertes Miteinander, egal ob Profis, Praktikanten, Lehrer oder Schüler. „Die Nachwuchsschauspieler lernen schnell: 'Das ist auch mein Stück'.“ Die Zusammenarbeit mit dem Burghof lobte die rührige Regisseurin zudem als ideal.

Der Burghof selbst verfolgt damit weiterhin sein Ziel, Produktionen zu realisieren, in die Menschen aus der Region eingebunden sind. „Es ist schön zu sehen, wie da während der Proben in unserem Haus etwas ganz eigenes wächst“, so die zweite Geschäftsführerin der Burghof GmbH, Susanne Göhner.

Bei all dem werden hohe Anforderungen gestellt. „Wir wollen zum einen fundiert theaterpädagogisch arbeiten, und zum anderen haben wir einen hohen künstlerischen und ästhetischen Anspruch“, bekräftigt die Regisseurin.

„Emil und die Detektive“ soll eine Inszenierung werden, in der sich jeder - egal wie groß die Rolle ist - als Schauspieler begreife.



KOMMENTAR

Ganz ohne Zeigefinger

Von Gabriele Hauger

Bloß kein dröger pädagogischer Zeigefinger! Vielmehr geht es hier um Lust am Schauspielern, um große Ernsthaftigkeit beim Einstudieren und um den Stolz auf das Ergebnis. Das Theaterprojekt „Emil und die Detektive“ kann wohl schon vor seiner Premiere am 12. Mai im Burghof als Erfolg gewertet werden. Denn bereits im Vorfeld ist es gelungen, 140 Kinder und Jugendliche zu begeistern und zu motivieren.

Dabei wird am Ende weit mehr als bloß ein Theaterstück herauskommen. Denn über die parallele theaterpädagogische Arbeit von Tempus fugit wird beim Schauspiel-Nachwuchs erstaunliche Kreativität freigesetzt.

Die Kinder bringen sich und ihre Ideen direkt ein, lernen aber auch, eine Sache diszipliniert und konstant durchzuziehen; sie beschäftigen sich gedanklich mit einer Zeit, in der es tatsächlich noch keine Handys gab. So sieht moderne Theaterpädagogik aus, die Spaß macht und wie nebenbei ein Sammelsurium an positiven Charaktereigenschaften fördert.

Positive Auswirkungen kann der Besuch des Stücks aber auch für die erwachsenen Besucher haben. Um mit dem „Emil“-Autor Erich Kästner zu sprechen: „Nur wer erwachsen wird und ein Kind bleibt, ist ein Mensch!“


 
  Die Oberbadische vom 14.5.09

Spannende Verbrecherjagd durch den Burghof

„Emil und die Detektive“: Großprojekt von Burghof und Tempus fugit mit 140 Schülern begeistert das Publikum

Von Claudia Bötsch

Lörrach. Eine Verbrecherjagd durch den Lörracher Burghof: Das hat es vor der Aufführung des Erich Kästner-Klassikers „Emil und die Detektive“ wohl noch nie gegeben. Am Dienstagabend feierte das Theaterstück - eine Kooperation von Tempuus fugit, Burghof und Stadt Lörrach - Premiere vor begeistertem Publikum. Denn die Geschichte um Emil, der auf seiner Reise zu Verwandten nach Berlin bestohlen wird und anschließend mutig die Verfolgung aufnimmt, gefällt auch 70 Jahre nach der Romanveröffentlichung. Gemeinsam mit seinen neuen Freunden - Professor, Pony Hütchen und vielen anderen Kindern - hängt er sich an die Fersen des unheimlichen, mit seinen eisblauen Augen geradezu gruseligen Herr Grundeis. Die Verfolgung gipfelt schließlich in einer Hetzjagd durch den gesamten Burghof - und einer Herde von Kindern, die den Bösewicht unter lautem Schreien und Hupen zur Strecke bringt. Und der Zuschauer fühlt sich bei alledem mittendrin, statt nur dabei.

Das Stück lebt vor allem von seinen wunderbaren Figuren, wie etwa der kecken „Gustav“, einer waschechten „Berliner Jöre“, die mit Hosenträgern und Hupe durch die Geschichte und mit Emil den Verbrecher Grundeisen jagt. Und in Zeiten oftmals rauher Jugendsprache mit ihren harmlos-frechen Sätzen wie „du bis mir aber so ne Flanze“ bezaubert.

Besonders wird das Theaterstück aber durch das Mitwirken von 140 Kindern und Jugendlichen aus elf Schulen aus der ganzen Region, die neben den vier professionellen Schauspielern (Marina Dessau, Stefanie Klimkait, Matthias Maier, Andrea Casabianchi) und sieben Tempus fugit-Praktikanten gekonnt agieren. Gemeinsam haben sie das Großprojekt auf die Beine gestellt. Beeindrucken können die Schüler vor allem mit ihrer ungeheuerlichen Spielfreude, Professionalität und ihrem frischen, aufgeweckten Agieren. Lob gab es auch von der Regisseurin Karin Maßen, die sich von der Disziplin und dem Spiel der jungen Darsteller begeistert zeigte.

Angewiesen und dirigiert werden die Figuren auf der Bühne vom Autor, Erich Kästner, persönlich, der aber manches Mal auch einfach nur in die Rolle des Beobachters verfällt und sich über seine Vorstellung freut: „Genau, wie ich es mir vorgestellt habe.“ Denn die Figuren entwickeln immer mehr ihr Eigenleben - genau wie die Vorstellung selbst. „Emil und die Detektiv“ - eine abenteuerliche Geschichte voller Tiefgang - vermittelt damit auch die Botschaft: Wer auf die Macht der Phantasie vertraut, dem öffnen sich grandiose Welten.

Nach knapp drei Stunden Spiel verabschiedeten die Zuschauer die großen - und die kleinen - Schauspieler unter tosendem Applaus. Chapeau für eine äußerst gelungene, stimmige Inszenierung, zu der auch die Musik (Leitung: Henry Uebel) maßgeblich Beitrug.

 
  BZ vom 14.05.2009

120 Kinder jagen einen Dieb

"So einem Einfall muss man Mut machen" : Die Burghof-Eigenproduktion "Emil und die Detektive"


Lange liegt die Lektüre zurück. Erinnerungsfetzen: Da war was mit gestohlenem Geld, vielen Kindern, die einen Langfinger quer durch das große Berlin verfolgen, und feinen Löchern in Scheinen als Eigentumsbeleg. Der Premierenabend im Burghof holte die Geschichte wieder aus den Gedächtnistiefen hervor, übersetzte sie in teils stillere, überwiegend aber große, pralle Bilder und blieb in Atmosphäre und Botschaft nah am Autor Kästner dran.

Zwar ist der Emil in der Burghof-Eigenproduktion, wunderbar zurückhaltend gespielt von Frédéric Toussaint, ein Bub nicht aus Neustadt, sondern aus Lörrach, und manches Lokale findet da Platz; aber Kästners Emil ist er doch, samt der allzu starken Mutterbindung. Zwar agieren die rund 120 jungen und jüngsten Akteure auf einer nahezu leeren Bühne, doch steht man irgendwann mitten im Friseursalon von Mutter Tischbein, in der Küche der Berliner Verwandtschaft, im Café und Hotel, im Zug und in der Straßenbahn, befindet man sich mitten im Trubel der großen Stadt. Das Spiel mit dem Raum und den wenigen, wirkungsvollen Requisiten beeindruckt; liebevoll gestaltete Kostüme und Kästners Sprache verorten das Stück in den späten 20er Jahre. Die Thematik aber ist bedrückend aktuell. Dass eine Familie so wenig Geld hat, dass ein Verlust mit allen zu Gebote stehenden Mitteln rückgängig gemacht werden muss, das verstehen viele Kinder auch heute.

Die Produktion "Emil und die Detektive" , die aus der Zusammenarbeit von Tempus fugit, Burghof und der Stadt entstand und drei komplette Schulklassen einbindet, ist ein neuer großer Wurf. Zwar dauert es arg lange, bis die Geschichte Fahrt aufnimmt; das schadet dem Rhythmus im ersten Drittel und macht aus der Produktion ein drei-Stunden-Opus. Doch nicht nur die Kinder im Publikum, sondern vor allem auch die auf der Bühne halten das ohne Mühe durch — Ausweis dafür, dass da vieles einfach blendend funktioniert. Eine ungeheure Fülle an Ideen hat Regisseurin Karin Maßen mit Akteuren aus ihren Gruppen und Schultheatern, den Praktikanten von Tempus fugit, vier Profi-Akteuren — dabei auch wieder Stefanie Klimkait als Gustav und Andrea Casabianchi als Pony Hütchen — und drei Klassen ausgeheckt.

Eine davon: Der Dichter (Marina Dessau) ist immer mittendrin. Plaudert mit dem Publikum, beobachtet, wie die Geschichte läuft, die er selbst in Gang gesetzt hat; souffliert seinen Figuren und streitet mit ihnen, ist Komplize gegen die Dunkelmänner, Kommentator und moralische Instanz. Die rosarote Brille, das ist eine Verwechslung, die Welt ist nicht so, kommentiert er irgendwann. Oder befindet: "So einem Einfall muss man Mut machen" . Dieser schöne Satz könnte über der ganzen Produktion stehen.

Henry Uebel, der auch für die Kompositionen verantwortlich ist, Vic Hard, Denis Flaig und Daniel Vogel kommentieren das Geschehen musikalisch, ohne je in den Vordergrund zu drängen. Einprägsam das Motiv, das dem Auftreten des diebischen Finsterlings (Matthias Meier) einen wohligen Schauder verleiht, nachklingend aber vor allem das "Parole Emil" , das die vielköpfige Kinderhorde zusammenschweißt. Eindrucksvoll ist, wie das Spiel mit den Kindern funktioniert. Die Neumatt-Schulklasse 5c und die beiden "Dritten" der Hebelschule wurden nach intensiven Vorarbeiten mit ihren Lehrerinnen Anette Eckstein, Stefanie Glajcar und Uta-Maria Lahr in das Stück eingeflochten und flatterten nun immer wieder wie Mückenschwärme aus den schwarzen Tiefen der Seitenvorhänge hervor, um dann wohlsortiert über die Bühne zu jagen, sich flugs in ein Blumenbeet zu verwandeln oder sonstwie ins Spiel einzumischen. Im kurzen Finale nach der späten Pause jagen 120 jüngere und ältere Kinder den Dieb über den Platz zwischen Burghof und Café und schließlich wieder in den Bühnenraum. So was kann schiefgehen. Tat es aber nicht. Am Ende standing ovations.

Sabine Ehrentreich
 
   
Fotos
   
 

 
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
   
  Fotos der Generalprobe vom 11.5.09
   
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
   
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
   
  Fotos der Schulaufführung am 15.5.09
   
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
  Fotos: Thomas Quartier
   
 
 
Es spielen:
 
 
Klasse 5c der Neumattschule
Klassenlehrerin Anette Eckstein:
   
Muhammed Akdeniz Dennis Carmino
Massimo De Franco Mirko Graziano
Piero Holzner Ahmet Kaplan
Niklas Kaußen Fabian Lacher
Fabian Lofrano Niklas Ludin
Alexander Michael Ahmet Peker
Merlin Shala Dorentina Azemi
Meryem Baz Sara Bongiorno
Sandra Cortez Dilara Demirtepeli
Deborah Dülge Brin Kruppa
Lena Müller Yipsy Nuanphai
Zara Raad Melanie Schmitt
Burcu Yildiz  
 
Klasse 3a der Hebelschule
Klassenlehrerin Stefanie Glajcar:
   
Tim Jannis Bachmann Maximilian Bogner
Mirko Braun Daniel Bross
Lorenz Egi Maximilian Georg Guggemos
Peter Heitmann Jonathan Nils Hencken
Endrit Hrtica Dragan Jovanovic
Urs Schreiner Magdalena Marscha Wunderle
Dmytro Shnur Jeron Zeiger
Ezgi Altunkapan Patrizia Amberger
Ilenia Attanasio Selina Susanne Geiser
Angela Christina Maidhof Elen Öcel
Yelda Özgür Chiara Michelle Plattner
Roberta Scaparra Patrica-Katharina Stromsky
Louisa Szczepaniak Leneja Alexandra Wilhelms
Lara Wolf  
 
Klasse 3b der Hebelschule
Klassenlehrerin Uta-Maria Lahr:
 
Salvatore Caruso Pasquale Juanito Condoluci
Gianluca Cumia Jonas Gottstein
Marvin Grunert Leonardo Komljenovic
Tim Noah Kubetzko Tim David Mattes
Jan Jakub Rokicki Max Stöcklin
Raja Niraula Thiedmann Jan Uhrhan
Louisa Maria Acocella Melinda Belgin Bakimci
Lena Bieg Aysel Buyrukcan
Sarah Maria Geiser Malene Grether
Carla Rhea Köllhofer Chiara Maria Susanna Langenohl
Thao Vy Le Tala Mohamad Nissr
Johanna Rudishauser Lara Ulinski
Camilla Valduga Runa Vandekamp
Theresa Selina Volland Miriam Zito
 
Schauspieler von Tempus fugit:
   
Emil Tischbein Frédéric Toussaint
Emil Erich (Die Fantasie) Marina Dessau
Herr Grundeis Matthias Meier
Frau Tischbein Elisabeth Wenk
Polizeiwachtmeister Jeschke Matty Schneider
Pony Hütchen Andrea Casabianchi
Großmutter, Bedienung Jessica Bernauer
Großmutter, Bedienung Miriam Pfitzenmaier
Gustav mit der Hupe Stefanie Klimkait
Professor Till Lang
Kleiner Dienstag Yukon Benner
Bleuer Michael Zier
Petzold Anja Gottschalk
Gerold Fabian Müller
Mittenzwey Jakob Klapprott
Mittendrei Paul Klapprott
Mittenvier, Tante Martha Claire Schelker
Mittenfünf, Petersilie, Frau Wirth Lina Schelker
Krumbiegel Annika Greiner
Traugott Naomi Abukha
Zerlett Christopher Tammik
Annabelle Anja Wagner
Anneliese Rosanna Hilpert
Nietenführ, Klothilde Seelenbinder Franziska Kienzler
Tilde Paulina Loreth
Frieda die Große Jule Röhnke
Senfkorn Verena Sepp
Kesselhuth, Polizistin Sina Böhringer
Langebartel, Hotelchefin Anna Schmidt
Detektiv, Mutter Linda Wölfle
Detektiv Katja Schmidt
Annie Eliane Wagner
Feine Dame Timea Capusneanu
Feine Dame Florine Tshiang Tshianganga
Frau mit dem Hund Susanne Beitinger
Schaffnerin, Feine Dame Lynn Hultin
Lehrerin, Feine Dame Alexandra Bódy
Page Hans Schmauch Theo Vetesi
Portier, Onkel Robert Lukas Lauble
Kommissar Matthias Krimmer
Polizist, Schalterbeamter Dominik Fessler
   
Musik
 
Henry Uebel Komposition, Piano, musikalische Leitung
Vic Hardt Schlagzeug, Percussion
Denis Flaig Bass
Daniel Vogel Gitarre
Songtexte, Leitung Chor und Gesangsprojekt an Schulen Cornelia Hoßfeld
 
Produktion
 
Regie Karin Maßen
Textbearbeitung, Dramaturgie
Choreographie Karin Maßen, Eva Gruner
Probenassistenz Sylvia Kirzdörfer
Produktionsleitung Theo Vetesi
Kostüm Claire Schelker, Sylvia Kirzdörfer, Tempus fugit
Requisiten / Bühnenbauten André Kulawik, Mario Müller
Lichtdesign Mark Searle
Bühnenplanung/Bau Mark Searle und Burghof Lörrach
Bühnenbau Litfaßsäule Schreinerei Stoll
Plakat und Programmgestaltung Simon Stotz
Fotos und Video Thomas Quartier, Jan Bertram
 
Wir danken:

dem Verlag für Kindertheater Uwe Weitendorf GmbH, Hamburg
für die Aufführungsrechte, dem
Burghof Lörrach für die ausgezeichneten Probenbedingungen, die hervorragende technische und organisatorische Betreuung, die Finanzierung der Produktion, dem
Fachbereich Kultur und Bildung der Stadt Lörrach für die Finanzierung der theaterpädagogischen Begleitprojekte mit mehr als 350 Schüler und Schülerinnen im Alter von 7-20 Jahren, der
Sparkassenstiftung Lörrach &
allen weiteren Sponsoren und Paten.
 
Inszenierung

Diese Inszenierung lebt von der Zusammenarbeit
von vielen Menschen, vor allem aber von dem Miteinander
der Praktikanten und Praktikantinnen und
der Jugendtheatergruppen von Tempus fugit,
der Schauspieler und Schauspielerinnen aus Berlin und Essen,
des Schultheaters der kaufmännischen Schule
und der Mathilde-Planck Schule,
der Schüler und Schülerinnen des Hans-Thoma-Gymnasiums,
des Hebel Gymnasiums,
der Freien Waldorfschule Lörrach,
der Klassen 3a und 3b der Hebelschule,
der Theaterklasse der Neumattschule
und aller Schüler und Schülerinnen von Schulen aus der Region,
die in der intensiven Zusammenarbeit bewiesen haben, dass
ein Miteinander zwischen allen Schultypen, Altersstufen und Herkunftsländern
gelingen kann, wenn es gilt, ein gemeinsames Ziel zu
erreichen, wenn langfristige Zusammenarbeit gestärkt wird, und es die
Möglichkeit gibt, miteinander zu wachsen und voneinander zu lernen.
Sicher wäre dies ohne die professionelle Anleitung in Schauspiel, Theaterpädagogik,
Musik- und Gesangspädagogik, ohne die arbeitsintensive Begleitung
der Klassenlehrerinnen nicht möglich gewesen, aber ohne die hohe
Motivation, die mitreißende Energie und Leistungsbereitschaft der jungen
Beteiligten wäre diese Inszenierung vielleicht ein Massenspektakel geworden,
aber keine Theaterinszenierung, die es sich zum Ziel macht, Erich Kästners
großartiger Vorlage von ‹Emil und die Detektive› gerecht zu werden und sich
daran künstlerisch messen zu lassen..
Wenn dann aus dem Publikum heraus Klassen bei den Liedern einstimmen,
dann kann man sicher sein, dass auch diese musik- und theaterpädagogisch
geschult wurden, dass da Lehrer- und Lehrerinnen ihr Engagement für ihre
Klassen bewiesen und ihre Freizeit mit hinein gegeben haben-

Danke!

Karin Maßen
   
 
   
  Was ich in Erinnerung behalten werde: (aus der Nachbesprechung 6 Wochen später)
   
  ...aber am aller meisten gefiel es mir mit euch zusammen. Ich meine, die Schauspieler und du (Karin Maßen). Ihr seid die aller-, aller Besten. Ich bin ein richtiger Fan. Das war die aller schönste Projektzeit, die ich je hatte. Wirklich, es ist mein Ernst. Ihr passt alle in meine Herzen. Ich hätte beinahe beim Abschied geweint. Das wird eine Erinnerung sein. Ich finde keine anderen Worte.

Tala
 
  ...als das letzte Theaterstück am 15.05. zu Ende gegangen war, war ich sehr traurig und glücklich gleichzeitig.
Ich konnte nicht glauben, dass 1250 Zuschauer uns zugeschaut haben Und ich konnte auch nicht glauben, dass alles geklappt hat.
Aber nun bin ich traurig.
Keine großen Fans mehr.
Kein Applaus mehr.
Aber bestimmt bekomme ich noch einmal Applaus, Fans und so weiter. Weil ich weiterhin Theater spielen möchte.

Jan U.
 
  Ich werde mich an die schönen Zeiten erinnern. An der ersten Vorstellung hatte ich ein Kribbeln im Bauch und ich dachte, dass ich meine Texte vergesse oder dass ich nicht bereit bin. Aber ich hab’s geschafft. Und ich war so stolz auf mich.

Thao Vy
 
  ...die Lieder kriege ich irgendwie nicht mehr aus dem Kopf. Am liebsten singe ich „Pony Hütchen“,
Hinter der Bühne waren wir ganz still. Max und ich erfanden Wörter und verdrehten sie. Manchmal kam ein Schauspieler vorbei und sagte, wir sollten leise sein.
Am Schluss haben die Zuschauer sehr lange geklatscht und deshalb mussten wir immer zurück auf die Bühne. Ich war sehr stolz auf mich.

Chiara
 
  Ich vergesse nie, wie ich die bunten Lichter auf der Bühne erblickte, das war schön.
Und wie der Applaus durch meine Ohren gegangen ist, das war irgendwie toll.
Ich vermisse sogar noch, wie ich über den Stil der Blume hinüber gestrichen habe...

Raja
 
  Ich möchte in Erinnerung behalten, wie ich mit euch gespielt habe und mit Herrn Grundeis ein bisschen geredet habe.

Gianluca
 
 

 

 

 

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