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aktuelle Inszenierung:
Freies Theater
Tempus fugit
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"Blaubart - Hoffnung der Frauen"
von: Dea Loher
Regie: Karin Maßen |
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> zum Stück |
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zur Autorin |
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Es spielen |
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zum Stück:
Weil die Frauen ihn herausfordern, seine Emotionen anrühren, alle ihre Wünsche auf einmal auf ihn projizieren oder auch nur sein Mitleid erregen, tötet er sie. Alle suchen sie in ihm die „Liebe über die Maßen“, für die sie alles geben wollen - selbst das eigene Leben.
Seit dem frühen Mittelalter bis in unsere Tage berichten Legenden oder Sagen, Märchen und Dramen von einem sonderbaren Edelmann: mit blauem Bart wirbt oder freit er ein ums andere Mal. Doch seine ihm anvertrauten Frauen tötet er. Mal weil sie schwanger sind, mal weil sie sein Geheimnis trotz ausdrücklichen Verbots entschlüsseln wollen. Aber es stellt sich doch auch die Frage, warum gehen die Frauen auf ihn ein, was lässt die Gefahr vergessen? Zusammen mit einer Musikerin machen sich 6 Tempus fugit Spielerinnen auf den Weg - auf die Suche - und wer wird die Erste sein?
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zur Autorin:
Dea Loher
Das Stück
Blaubart- Hoffnung der Frauen, inspiriert von Charles Perrault, wurde
1997 im Bayerischen Staatsschauspiel München uraufgeführt. Dea Loher,
geboren 1964, studierte zunächst Germanistik und Philosophie an der LMU
München. 1990 begann sie dann, u. a. bei Heiner Müller und Yaak
Karsunke, an der Hochschule der Künste Berlin „Szenisches Schreiben“ zu
studieren. Die Dramatikerin erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u.a.
2005 den "Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreis“ für ihr Gesamtkunstwerk.
Die Jury würdigte Dea Loher als eine politische Dramatikerin, die sich
mit ihrem Werk wie kaum eine andere der Gegenwart auseinandersetze und
zugleich den großen Fragen der Tragödie nachkomme. Ihre Sprache sei
dabei oft hintergründig komisch, diskret, sparsam und voller eigener
Poesie. Heute lebt und schreibt sie in Berlin.
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Presse |
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BZ vom 24.01.2009
Frauen können auch anders
Dea Lohers "Blaubart" in der Inszenierung von
Karin Maßen im Weiler Kulturzentrum Kesselhaus
Seit dem frühen Mittelalter erzählt man sich von
einem sonderbaren Kerl namens Blaubart, auf den die Frauen fliegen.
Viele Autoren haben seine Geschichte seither adaptiert, auch die
deutsche Dramatikerin Dea Loher hat sie neu geschrieben, als
Theaterstück mit dem Titel "Blaubart — Hoffnung der Frauen" , das 1997
im Bayerischen Staatsschauspiel uraufgeführt wurde. Jetzt hat sich die
Gründerin des "Freien Theater Tempus fugit" und Regisseurin Karin Maßen
den "Blaubart" von Loher vorgenommen, Premiere war am Donnerstagabend im
Weiler Kulturzentrum Kesselhaus.
Lohers Heinrich Blaubart ist
Schuhverkäufer, ein mittelmäßiger, unsportlicher Typ, der keine Gefühle
kennt und keine Liebe, ein Mann ohne Eigenschaften, der trotzdem oder
gerade deshalb von den Frauen "über die Maßen" geliebt wird. Nur so
nämlich, indem er nichts von seinem Nichts preisgibt, kann er zur
Projektionsfläche für die Frauen werden, die all ihre Wünsche und Träume
in ihn hineinträumen und ihre Neugier auf das vermeintlich Neue nicht
zügeln können (am Ende aber steht bei allen der Tod).
Und so ist
es auch nur konsequent, dass Karin Maßen die hohle Rolle des Heinrichs,
dessen Spiel sich auf seine Farblosigkeit hätte reduzieren müssen,
einfach gestrichen hat. Stattdessen treten allein die sechs Frauen, die
künftigen Opfer von Blaubart, an den Bühnenrand oder unter ein Zelt aus
Nylonfäden und sprechen ins Nirgendwo, wenn sie auf Heinrich treffen und
sich hoffnungslos in ihn verlieben.
Aber die Frauen können auch
anders: Eva (Robin Klimkait) dreht den Spieß um und nimmt die Rolle des
weiblichen Blaubarts ein, auch sie hatte schon unzählige Partner, ohne
Gefühle für sie zu empfinden. Aber dennoch: Eva fühlt ihre Einsamkeit,
es graut ihr davor, abends in ihre leere Wohnung zu kommen, und
schließlich bringt ihre Sentimentalität Heinrich dazu, ihr erst ins Bein
und dann doch in ihr Herz zu schießen. Julia (Verena Sepp) dagegen legt
selbst Hand an sich, nachdem sie Heinrich ewige Treue geschworen und er
sie aber von sich gewiesen hat. Die Blinde (Anja Gottschalk) schließlich
als einzig Sehende sieht die Leere in Heinrich, der glaubt, sie "über
die Maßen" zu lieben, und tötet ihn.
Das hoffnungslose Stück,
das die Frauen ebenso alt aussehen lässt wie die Männer, ist in der
Inszenierung von Karin Maßen weniger ein Werk vom Kampf der Geschlechter
als eines von der Liebe und Sehnsucht an sich, Maßen macht niemanden als
die Liebenden selbst verantwortlich für ihr dummes Hoffen auf Glück. Mit
den eitlen Frauen, die beständig an ihren Klamotten herumzupfen oder in
vermeintlich unbeobachteten Momenten Gesichtsausdrücke ausprobieren,
während eine andere am Bühnenrand steht, übt Maßen auch subtil Kritik an
der Oberflächlichkeit unserer Zeit.
Die sechs Enttäuschten, die
ihre Verbundenheit mehr in den einfachen Dingen wie dem gegenseitigen
Wärmen oder Entlausen der Körper zum Ausdruck bringen als im
feministischen Gespräch, werden von den jungen Schauspielerinnen (neben
den genannten: Julia Aragueas, Sina Böhringer und Elisa Müller) in ihrer
archaischen Kraft, aber dennoch mit viel Witz und Leichtigkeit
überzeugend gespielt. Ursula Oberle übernimmt sowohl die Rolle eines
weiteren Blaubart-Opfers (Anna) als auch die musikalische Begleitung des
Abends an verschiedenen Blasinstrumenten, deren trauriges Spiel das
bunte Träumen der Frauen konterkariert.
Ein großer Schrank mit
sechs Kammern in der Mitte der Bühne bietet für jede der jungen Frauen
eine eigene Wabe, ein kleiner, harter Mikrokosmos, in dem sich keine
Haltung finden lässt, die auf Dauer bequem wäre, in direkter
Nachbarschaft zu einer Leidensgenossin, aber dennoch isoliert und
eingeschlossen in ihrem ureigenen Lebensraum, in dem sie einmal wachen,
einmal schlafen und einmal sterben werden.
Claudia Gabler
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Die Oberbadische vom 24.1.09
Geht die Liebe über alle Maßen?
Tempus fugit-Premiere: „Blaubart - Hoffnung
der Frauen“ von Dea Loher
Von
Gabriele Hauger
Weil am Rhein. Frauen
wollen Liebe, „Liebe über alle Maßen“. Manche projizieren all ihre
Sehnsüchte, ihre Hoffnungen, ihren Lebensinhalt auf einen Mann. Und sie
fragen ihn: „Liebst Du mich so sehr wie ich Dich liebe?“ Eine Frage, die
töten kann: das Gefühl, die Beziehung oder gar den Menschen? Dea Loher
geht in ihrem Stück „Blaubart - Hoffnung der Frauen“, inspiriert von
Charles Perrault, diesen Fragen nach. Das Freie Theater Tempus fugit hat
unter der Regie von Karin Maßen aus dem Stoff eine spannende und
ergreifende Inszenierung gemacht. Am Donnerstagabend war im Kesselhaus
in Weil am Rhein Premiere.
Der Zuschauer erfährt zu Beginn
nochmals die Gänsehaut machende Blaubart-Geschichte - auf Band
gesprochen. Wie der reiche Blaubart eine junge Schöne zur Frau nimmt,
ihr aber verbietet, eine Kammer zu öffnen.
Doch es siegt die
Neugier, bezahlt mit Entsetzen und Todesangst: Denn am verbotenen Ort
finden sich die ermordeten Frauen des Blaubarts. Im spannendsten Moment
bricht die Einspielung ab, Instrumententöne (Ursula Oberle) erwecken auf
der bis dahin leeren Bühne sechs Frauen, die wie Deko-Objekte in einem
Setzkasten auf ihr Schicksal warten, zum Leben.
Sechs Frauen,
allesamt ermordet von einem gewissen Heinrich Blaubart. Dieser moderne
Blaubart ist ein seltsam emotionsloser Schuhverkäufer, ein mittelmäßiger
Typ ohne Ambitionen, der per Zufall an die Frauen gerät. Diese wiederum
verlangen nach Mitleid und Liebe. Sie heißen Eva, Judith oder Julia -
Namen mit Assoziationen, Geschichten, Mythen und bestimmte Frauentypen
evozieren. Dabei ist die Auswahl der jungen Schauspielerinnen (Verena
Sepp, Julia Aragueas, Sina Böhringer, Anja Gottschalk, Elisa Müller und
Robin Klimkait) stimmig.
Überzeugend verkörpern sie die
verschiedenen Charaktere: Die kindlich naive, Eis lutschende Julia, die
sofort heiraten will; die vermeintlich coole Prostituierte, die
verzweifelt nach „einem Festen“ sucht; die Powerfrau mit
lasziv-rauchiger Stimme; die ausgebrochene Mutter und Ehefrau, die das
wilde, erotische Abenteuer sucht; die Labil-nervöse, die ihr Leben nicht
in den Griff bekommt; und die Blinde, die als einzige dem Schicksal
entfliehen kann und Blaubart besiegt.
Der kalte Heinrich
Blaubart, ein Mann ohne Eigenschaften, ist in der Inszenierung nur als
unsichtbarer Ansprechpartner präsent. Ein effektvoller Regie-Coup, der
ihn, Symbol für kühle männliche Gewalt und die Unfähigkeit zu lieben,
umso bedrohlicher erscheinen lässt, da die Fantasie allen Spielraum hat.
Die musikalischen Einschübe transportieren die jeweilige Stimmung
zusätzlich. In den Monologen der Frauen begegnen uns eigene Sehnsüchte,
Erinnerungen und Verhaltensweisen. Die Abgründe der Liebe sind eben
nicht zu unterschätzen.
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BZ vom 21.01.2009
Blaubart aus Sicht der Frau
Theater Tempus fugit nähert sich dem
Märchenstoff aus ungewöhnlichem Blickwinkel
Am Donnerstag, 22. Januar, um 20 Uhr feiert die "Weiler
Inszenierung" des regionalen Jugendtheaters "Tempus Fugit" im Kesselhaus
Premiere. Regisseurin Karin Maßen inszeniert eine völlig neue Fassung
des Märchens Blaubart nach Charles Perrault.
"Blaubart —
Hoffnung der Frauen" heißt der Titel dieser außergewöhnlichen
Blaubart-Version der Dramatikerin Dea Lohner. Erzählt wird die
Geschichte des reichen, jedoch von dunklen Geheimnissen umwitterten
Blaubarts, der seiner jungen Frau in seiner Abwesenheit die Schlüssel zu
seinen Schatzkammern überlässt. Aus Neugier öffnen sie und ihre
Freundinnen, entgegen Blaubarts ausdrücklichen Verboten, auch die letzte
Schatzkammer und finden in ihr die Leiche von Blaubarts vorheriger Frau.
Zurückgekehrt, bemerkt Blaubart den Verrat und will seine junge Frau mit
dem Tode bestrafen; es gelingt ihr jedoch, ihre Brüder zu alarmieren,
die den Frauenmörder Blaubart töten.
Dea Lohner kippt die
Märchenvorlage, indem sie die Frauen in den Mittelpunkt rückt. Wer waren
sie, wie können wir sie uns vorstellen, warum gaben sie sich selbstlos
hin? Die Theaterfassung von Tempus fugit wird somit ein Versuch, zu
hinterfragen, was seine junge Frau an Blaubart findet und warum sie sich
auf das Risiko der Heirat einlässt. Besonders spannend an dem Experiment
wird sicher sein, dass nur Frauen — nämlich sechs Schauspielerinnen und
die Musikerin Ursula Oberle — auf der Bühne sein werden.
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Fotos |
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Fotos von der Generalprobe am 21.1.09
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Fotos: Thomas Quartier
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Es spielen: |
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Verena Sepp |
| Christiane |
Julia Aragüas |
| Judith |
Sina Böhringer |
| Die Blinde |
Anja Gottschalk |
| Tanja |
Elisa Müller |
| Eva |
Robin Klimkait |
| Anna |
Ursula Oberle |
| Heinrich |
Alle |
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| Regie |
Karin Maßen |
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| Musik |
Ursula Oberle |
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| Lichttechnik |
André Kulawik |
| Produktionsleitung |
Michael Zier |
| Plakat und
Programmgestaltung |
Britta Rechlin |
| Programminhalte |
Theresa Storch,
Michael Zier |
| Fotos und Video |
Thomas Quartier |
| Bühnenbau |
Schreinerei Stoll |
| Bühnenaufbau |
André Kulawik,
Michael Zier |
| Kostüm |
Claire Schelker,
Sylvia Jourdan |
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Rechte Verlag der Autoren GmbH & Co. KG |
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WIR DANKEN:
dem Kulturzentrum im Kesselhaus, dem Kulturamt Weil am
Rhein für die gute Zusammenarbeit und Unterstützung, der
Stadt Weil am Rhein, den Städten und Kulturämter Lörrach und
Rheinfelden. Allen Paten und Sponsoren, den SpielerInnen von
Tempus fugit für die Mithilfe und vor allem allen Praktikanten
und Praktikantinnen von Tempus fugit, ohne die die Organisation
und Realisierung der Theaterarbeit nicht denkbar wäre. |
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