aktuelle Inszenierung:

Tempus fugit -  Jugendtheater Lörrach
 

   
 
 

"Der Sturm"
von William Shakespeare

Regie: Karin Maßen
 

 


 

   
   
  > zum Stück
   
  > zum Autor
   
  > Wir danken
   
  > Presse
   
  > Fotos
   
  > Es spielen
   
 
  zum Stück:

Prospero, der rechtmäßige Herzog von Mailand, wurde vor zwölf Jahren von seiner machthungrigen Schwester Antonia und Alonsa, der Königin von Neapel, gewaltsam auf dem Meer ausgesetzt und ist zusammen mit der ihm anvertrauten jüngeren Schwester Miranda auf einer verlassenen Insel gestrandet. Er lebt seit dieser Zeit zusammen mit Miranda und seinen Büchern, aus denen er Zauberkräfte schöpft, auf einer Insel, über die er herrscht. Mit Hilfe des Luftgeistes Ariel, der ihm zu Diensten ist, hat er - und damit beginnt das Stück - das Schiff mit seinen Feinden, das in die Nähe der Insel geriet, zum Kentern gebracht, und die Schiffbrüchigen zwar gerettet, aber auf der Insel verstreut. So hat er bald Gelegenheit, sich an Antonia und Alonsa für das Unrecht und die Schmach zu rächen.

Die Handlung des Stückes kreist um Prosperos Vergeltungsgedanken, aber auch um die Schiffbrüchigen, die zwar aus dem Sturm gerettet sind, unter denen sich aber Neid und Missgunst breit macht. Und sie kreist um Ferdinand, den Sohn der Königin, und Miranda, die sich ineinander verlieben, so wie es Prospero vorgesehen hat.

Isoliert von der Welt zeigt sich das Wesen der einzelnen Charaktere, ihre Verbindung zueinander und die gesellschaftlichen Verstrickungen. Im Sturm ringen Gegensätze miteinander: Natur gegen Zauberkunst, menschliche Dummheit und Bosheit gegen Erkenntnis und Menschlichkeit.

"Wenn wir jedoch erkennen, dass nichts in dem Stück ist, was es scheint, dass es sich auf einer Insel abspielt und nicht auf einer Insel, im Laufe eines Tages und nicht eines Tages abspielt [...], dass die entzückende Pastorale für Kinder natürlich auch die Vergewaltigung enthüllt, zudem Mord, Verschwörung und Gewalt; wenn wir anfangen die Themen auszugraben, die Shakespeare so sorgfältig verbuddelt hat, dann sehen wir, dass das [Stück] sein vollständig abschließendes Bekenntnis ist, und dass es sich mit dem menschlichen Zustand in seiner Gesamtheit beschäftigt."  
Peter Brook

 

 
  zum Autor:

William Shakespeare (1564-1616),
der während seiner Schaffenszeit neben 35 Theaterstücken auch Sonette und 
andere Dichtungen verfasst hat, gilt als einer der bedeutendsten und meist gespielten Dramatiker. Bei seinem 1611 verfassten Stück „Der Sturm“ handelt es sich um sein letztes veröffentlichtes Drama.

 
 

Wir danken:

dem Hans-Thoma-Gymnasium Lörrach für die Proben- und Aufführungsmöglichkeiten in der Aula

dem Kulturamt Weil am Rhein, für die Proben- und Aufführungsmöglichkeiten im Kesselhaus.

dem Nellie Nashorn für die Probenmöglichkeiten

Außerdem der Stadt Lörrach, der Stadt Weil am Rhein, der Stadt Rheinfelden,
der Stadt und Kreisjugendpflege

allen Sponsoren und Paten,

sowie allen Tempus fugit SpielerInnen für die Hilfe beim Plakatieren und allen anderen Hilfsdiensten.

Gefördert vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport über den Landesverband Amateurtheater Baden-Württemberg e.V.

 
   
  Presse
   
  Das Wochenblatt vom 2. Oktober 2007

Beifall für den Sturm

Tempus fugit überzeugte Zuschauer im Gymnasium

Lörrach. Um Rache und Vergebung ging es im „der Sturm“ von William Shakespeare (1564 – 1616) um Hofintrigen und gemeinen Diebstahl, um Mordversuch und die große Liebe.
Ein Stück, mit dem sich das Jugendtheater „Tempus fugit“ auseinander setzte und kürzlich im Hans-Thoma-Gymnasium überzeugend auf die Bühne brachte. Überschäumende Szenen mit toller Akrobatik (Einstudierung: Michael Greff) wechselten ab mit zarten und lyrischen Bildern voller Anmut (Choreographie: Pilar Buira). Besonders beeindrucken war die Darstellung des schwankenden und sinkenden Schiffes. Ein Gutteil zum Gelingen trugen auch die Musiker (Firouz Falah, Rahmentrommel und Hang, sowie Daniel Vogel, E-Gitarre und Percussion) bei.
Sie schufen mit ihren Klängen die zauberische Stimmung und die Spannung. Unter der regie von Karin Maßen entstand ein Stück, das Augen und Ohren ansprach und ohne Umwege direkt zu Herzen ging.

Barbara Claus


Die Oberbadische vom 25. September 2007

Shakespeare gemeistert

Tempus fugit wagt sich mit seinem neuesten Stück an den Klassiker „Der Sturm“

Von Norman Riebesel

Lörrach. Nachdem die freie Gruppe des Theaters Tempus fugit am vorvergangenen Wochenende mit ihrem Shakespeare- Stück „Der Sturm“ schon im Weiler Kesselhaus erfolgreich war, spielte sie letztes Wochenende in der Aula des Hans-Thoma-Gymnasiums.
Shakespeare sei eine Herausforderung vor der sie lange zurück geschreckt sei, so Tempus fugit-Regisseurin Karin Maßen. Schließlich hat sie es aber doch gewagt. Gleich der Anfang macht neugierig: Die Bühne ist in der Mitte des Saales aufgebaut. Das macht sich bezahlt, ist doch der Zuschauer so viel näher am Geschehen. Außerdem kommt so sehr gut zur Geltung, wo das Stück eigentlich spielt: auf einer Insel nämlich, die Zuschauer bilden quasi das Meer drumherum.
Prospero (Stephan Stock), der rechtmäßige Herzog von Mailand wurde von seiner Schwester Alonsa (Elisa Müller) seiner Herrschaft beraubt und sitzt seitdem mit seiner anderen Schwester Miranda (Katharina Dreher) auf der Insel fest. Mit seinen Zauberkräften und der Hilfe des Luftgeistes Ariel (Ric Weißer, Melanie Wolf, Maren Walter) gelingt es ihm, das Schiff mit Alonsa und ihrem Gefolge vor der Insel zum Kentern zu bringen. Beim Schiffbruch wird die Gruppe schließlich getrennt und Ferdinand, der Sohn Alonsas, irrt allein über die Insel. Wie schon in „Amerika“ gelingt Kristofer Gudmundsson die Verkörperung des von seiner bedrohlichen Umwelt eingeschüchterten Jungen hervorragend.

Sehr gut kommt die zauberhafte Atmosphäre in Shakespeares Stück zur Geltung. In erster Linie ist dafür natürlich der Luftgeist Ariel, verantwortlich, der so facettenreich ist, dass er von drei Schauspielern dargestellt wird. Feen und Beleuchtung tun ihr Übriges. Für die humoristischen Hohepunkte sorgen die betrunkene Kammerdienerin Stephania (Anja Gottschalk), der Hofnarr Trinculo (Matthias Meier) und der überaus ungebärdige Eingeborene Caliban - Simon Stotz meistert diese undankbare Rolle des Parias mit Bravour. Die Gespräche und Kunststücke der drei sind reinster Nonsens, aber ihre artistischen Darbietungen sind beeindruckend.
Auffällig bei diesem Stück ist, dass das Bühnenbild für Tempus fugit-Verhältnisse fast schon opulent ist: Es gibt eine Bank, einen großen Koffer,  mehrere Holzklötze und einen Baum.
Aber alles befindet sich an den Bühnenrändern, so dass in der Mitte reichlich Aktionsraum bleibt, den die Schauspieler bei der ebenso gelungenen wie temporeichen Inszenierung auch brauchen.


BZ vom 17.09.2007

Einsatz total für eine Prise zu viel Moral

Premiere im Kesselhaus Weil: "Tempus fugit" spielt Shakespeare

Der Sturm bricht gleich zu Beginn los und alles "wallet und siedet und brauset und zischt" . So hätte es wenigstens Friedrich Schiller wunderschön lautmalerisch formuliert. Um den geht es hier aber gar nicht, sondern um William Shakespeare und dessen letztes von 35 Theaterstücken. Das regionale Theater "Tempus fugit" hat sich mit dem 1611 erschienen "Der Sturm" erstmals an dem Großmeister versucht, dessen oft zauber- und märchenhafte Figuren seit mehr als 400 Jahren Bühnenbestseller sind.
Wie wird ein Bretterboden zum hin und her geworfenen Segelschiff auf sturmgepeitschtem Meer? Anstelle des Bodens wankt die Besatzung und das so drastisch plastisch, dass einem vom bloßen Nacherzählen schon ganz schwindelig werden kann, vom Zusehen ganz zu schweigen. Da fällt einfach die halbe "Tempus fugit" -Crew aus den Kulissen und in der nächsten Minute wieder in sie zurück, taumelt, stürzt, versucht erfolglos, des Bodens unter ihren Füßen habhaft zu werden, sich irgendwo festzuklammern. Niemand hat eine Chance, die nächste Welle folgt im Takt. Dem widersteht auch das Schiff nicht ewig und es kommt, wie es kommen muss: Titanic!
Aber einer, der die berühmtesten Sturmhexen und Zauberelfen der Bühnengeschichte erfunden hat, lässt solche Naturgewalten natürlich nicht unwidersprochen. Stephan Stock hat als Prospero und auf eine einsame Insel verbannter einstiger Herzog von Mailand die Dinge im Griff. Er war es, der das Schiff zum Kentern gebracht hat und dessen kostbare Fracht auf dieselbe "bezauberte Insel" , so der Dramenuntertitel, hat spülen lassen, die er selbst seit Jahren unfreiwillig bewohnt. Prospero, hinter dem sich vermutlich der Autor selbst verbirgt, hat durch jahrelanges Lesen und Studieren Zauberkräfte erlangt. Lebendig werden sie im ihm zu Diensten stehenden dreiteiligen Luftgeist Ariel (Ric Weißer, Melanie Wolf, Maren Walter.)
Mit Prospero und den Geistern leben auf der Insel nur seine schöne Tochter Miranda (Katharina Dreher) und der Wilde Caliban (Simon Stotz), die beide ihre Rollen so perfekt ausfüllen, als seien sie nie anderes als wirklich schön und wirklich wild gewesen. Die menschliche Fracht, die vom Schiff auf die Insel gespült worden ist, sind des Inselchefs einstige Gegner und Untergebene. Unter ihnen auch zwei, die das dramatische Ruder in äußerster Farbigkeit bald in Richtung Lustspiel umlegen: die trunksüchtige Dienerin Stephania (Anja Gottschalk), und Trinculo, der Hofnarr (Matthias Meier). Die unglaublichen Verwicklungen, die sich jetzt sehr shakespearisch ergeben müssen, fordern in bewundernswert akrobatischen Meisterleistungen den ersten Szenenapplaus heraus, und spätestens hier lässt sich wunderbar vorstellen, wie das "Originalpublikum" da im alten England einst getobt haben muss.
Erneut hat Regisseurin Karin Maßen bei der Inszenierung sowohl auf das Stilmittel der Bühnen-Livemusik gesetzt (Firouz Falah und Daniel Vogel) wie auf ihre Spezialität: Einsatz total.
Ohne den lässt sich auch und gerade Shakespeare mit all seinen Luftgeistern, Hexen, Trunkenbolden und Wüstlingen ohnehin kaum vorstellen. Nur eine Prise zu viel Moral steckt manchmal im Stoff. Die lässt sich einem, der auf der Bühne aber so alt geworden ist, ja nachsehen.

Annette Mahro

   
 
   
  Fotos
 

 

 

 

 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
   
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
   
 

Fotos: Thomas Quartier

   
 
 
Es spielen:
 
 
 
Alonsa, Königin von Neapel
(bei Shakespeare Alonso, König von Neapel)
Elisa Müller
Sebastian, ihr Bruder  Till Lang
Prospero, rechtmäßiger Herzog von  Mailand Stephan Stock
Antonia, seine Schwester, unrechtmäßige Herzogin von Mailand
(bei Shakespeare Antonio, sein Bruder) 
Julia Nübling – Aragüas
Ferdinand, Sohn der Königin von Neapel      Kristofer Gudmundsson
Gonzalo   Felix Tritschler
Adrian
Francisco  (zwei Edelleute)
Fabian Müller
Michael Zier
Caliban, Ureinwohner der Insel und jetziger Sklave von Prospero Simon Stotz
Trinculo, ein Hofnarr Matthias Meier
Stephania, eine betrunkene Kammerdienerin
(bei Shakespeare Stephano)
Anja Gottschalk
Kapitän Michael Zier
Bootsmann Fabian Müller
Matrosen Verena Sepp
Nicole Pawlowski
Simon Stotz
Miranda, Schwester Prosperos
(bei Shakespeare die Tochter Prosperos)
Katharina Dreher
Ariel, ein Luftgeist Ric Weißer
Melanie Wolf
Maren Walter
Iris
Ceres (von Geistern dargestellt)
Verena Sepp
Nicole Pawlowski

Weitere dienstbare Geister Prosperos

 
Musik, Komposition und Aufführung: Daniel Vogel
Firouz Falah
   
Regie / Dramaturgie: Karin Maßen
   
Lichtdesign / Lichttechnik André Kulawik
   

Bühnenbau 

Schreinerei Stoll in Klettgau/Grießen
mit besonderem Dank an Diana
   
Plakat- und Programmgestaltung Simon Stotz
   
Foto / Video Thomas Quartier / Kirstin & Thomas Quartier
   
Assistenzen:  
Körperarbeit / Akrobatik Michael Greff
   
Tanz / Choreographie Pilar Buira
   
Stimme Heinke Steffens
   
Probenhilfe Anette Eckstein
Lukas Engelke
   
Produktionsleitung Tempus fugit
 
 
 

 

 

 

IMPRESSUM

 

webmaster@fugit.de