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zum Stück:
Der britische Autor John
Godber hat in seiner Komödie „Teechers" seine Erfahrungen als
Theaterlehrer an einer Gesamtschule in England verarbeitet.
„Teechers"
spielt in der Gesamtschule Whitewall. „Teechers" ist ein Stück im
Stück. Einige Schüler haben mit ihrem Theaterlehrer ein Theaterstück
erarbeitet, das sie selbst als Schüler und auch als Lehrer und
Lehrerinnen von Whitewall zeigt.
Das
Stück kommt mit dem minimalsten Aufwand an Requisiten aus, nur ein paar
Stühle, eben das was ein Theaterlehrer an einer Schule zur Verfügung
hätte.
In
kurzen Szenen machen sich die Spieler lustig über ihre LehrerInnen und
über sich selbst als Schüler.
Sie
sind dabei frech, lustig, fetzig, jung und unverschämt.
Eine
Komödie, die aber nebenbei viele der Problematiken im heutigen
Schulsystem zeigt; die Macht und Ohnmacht der Lehrer, die Gewalt, die
Kriminalität der Schüler, die von der Schule frustriert sind, die
Unkollegialität der Lehrer untereinander, die Benachteiligung der
Schüler aus sozial schwachen Schichten.
Das
Stück hat einen provozierenden Witz und Charme, dem man sich nicht
entziehen kann und wie John Godbar selbst sagt ist es eine bitterernste
Komödie.
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Badische Zeitung vom Donnerstag, 30. November 2006
Theater statt Mathe, das macht Spaß
Dem Jugendtheater
"Tempus fugit" gelingt mit "Teechers" eine lebensnahe Inszenierung in
Kooperation mit der Schillerschule
Von unserer Mitarbeiterin Roswitha Frey
RHEINFELDEN. Scheinbar
cool und lässig lümmeln sich die Jugendlichen auf ihren Stühlen,
beginnen sich plötzlich zur rhythmisch antreibenden Musik zu bewegen.
Mit dieser fetzigen Choreografie beginnt das Stück "Teechers" von John
Godber, das am Wochenende an drei Abenden vom Jugendtheater Rheinfelden
"Tempus fugit" unter Regie von Karin Maßen in der Rheinfelder
Schillerschule aufgeführt wurde und sehr gut ankam.
Es war also ein gelungenes Kooperationsprojekt mit der Klasse 9b der
Schillerschule. Der Aufführungsort war passend gewählt. Spielt diese
"bitterernste Komödie" doch an einer englischen Schule, der Whitehall
Highschool, und zeigt auf ebenso ironische wie frech-unverblümte Art
Einblicke in den Schulalltag. Man sieht die Jugendlichen zunächst in
ihrer Null-Bock-Haltung, wie sie im Klassenzimmer einen Lehrer nach dem
anderen provozieren, durch Gleichgültigkeit, Langeweile oder bewusste
Störungen im Unterricht.
Sie äffen ihre Lehrer nach, machen sich lustig über deren Lehrmethoden,
Stimmen und Sprüche. Aber sie sparen auch nicht an einer Portion
Selbstironie, wenn sie ihre eigenen Rollenspiele mal genauer betrachten
und sogar parodieren. "Wir wollen cool sein" , heißt es einmal, und dazu
gehöre nun mal, den Lehrern das Leben schwer zu machen.
In dem Theaterstück des englischen Lehrers, Schriftstellers und
Dramaturgen kommt eines Tages ein neuer hoffnungsvoller Junglehrer an
die Whitehall Schule und versucht es mit der "Bande von Chaoten"
aufzunehmen. Stephan Stock spielt diesen idealistischen Theaterlehrer
Mr. Nixon als sympathischen, aufgestellten und lockeren Jeanstypen, der
es tatsächlich schafft, die frustrierten und aufsässigen Jugendlichen zu
motivieren. Nach und nach kitzelt er ihr kreatives Potenzial heraus,
durchbricht ihre Abwehrhaltung. Dies kommt in den Szenen dieses
Theaterprojekts, an dem die Klasse 9b der Schillerschule beratend
mitgewirkt und mitgearbeitet hat, sehr gut zum Ausdruck. Die jungen
Akteure wenden sich immer wieder direkt ans Publikum, oft vermischen
sich auf der Bühne Theatereffekt und Schulrealität. Lebendigkeit gewinnt
die Inszenierung auch dadurch, dass die Darsteller ständig die Rollen
und Seiten wechseln. Mal agieren sie in modischen Jugendklamotten und
typischer heutiger Jugendsprache als Schüler, mal schlüpfen sie in
strengere Jacken und autoritäres Gebaren und mimen Lehrer, Schulleiterin
oder Hausmeister. Es ist auch erfrischend, dass dieses Theaterstück zum
Thema Schule ohne erhobenen Zeigefinger auskommt, keine pädagogischen
Moralpredigten auf die Bühne bringt, aber eine Botschaft: Dass es
möglich ist, Jugendliche, die scheinbar ohne Zukunft, ohne Interesse und
Perspektive sind, aufzuwecken und für eine Sache zu begeistern. Alle
Achtung auch, wie wandelbar und spielfreudig sich das junge Ensemble
Nicole Pawlowski, Simone Dörpfeld, Charlotte Yankowitz, Lea Decker,
Markus Möller, Cora Winkler, Sebastian Palzer, Anna Mehlin und Anna
Kinshofer in den steten Rollenwechseln behauptet (Co-Regisseur Ric
Weißer mischt als König Ubu in einigen Szenen mit). Die verschiedensten
Typen werden da mit gehörigem Witz, aber realitätsnah gespielt. Der
angeberische Klassen-Rabauke und Jungmacho, die mal strengen, mal
entnervten Lehrer, der knurrige Hausmeister, der keinen Sinn für dieses
"Theaterzeugs" hat. Das Spiel scheint wie aus dem echten Schulleben
herausgegriffen, beschönigt nichts, bringt vieles zur Sprache, was
Jugendliche bewegt, zeigt auch den Frust und Stress auf Lehrerseite. Und
wie sagte doch eine Schülerin: "Klasse, Theater statt Mathe, was will
man mehr!".
Die Oberbadische vom 27.11.06
Probleme der Zeit in ein Theaterstück gepackt
Gelungenes Kooperationsprojekt zwischen der 9b der Schillerschule und
dem Jugendtheater „Tempus fugit“
Rheinfelden (mv). Mit dem Theaterstück „Teechers" des englischen Autors
John Godber hat sich am Freitag das Jugendtheater „Tempus fugit" in
einem Kooperationsprojekt mit der Klasse 9 b der Schillerschule in die
Herzen des Publikums gespielt.
Nach dem Stück „Nur Mut", das vor einem Jahr im Rahmen eines
Improvisations-Theater-Projekts durchgeführt wurde, haben die
Schiller-Schüler auch in diesem Jahr die Nähe zum Jugendtheater „Tempus
fugit" gesucht, um gemeinsam ein Theaterprojekt zu verwirklichen.
Zu den Aufgaben der Klasse 9 b der Schillerschule zählte der Aufbau der
Bühne, das Schminken der Schauspieler sowie das Auffrischen der
schulischen Jugendsprache der jungen Akteure.
Von besonderer Bedeutung für die Schiller-Schüler war jedoch das Spiel
selbst, das
den Neuntklässlern erstmals erlaubte, auch vor einer Gruppe aufzutreten,
eigene Ideen umzusetzen, die eigene Körpersprache zu erproben und sich
zu präsentieren. Hier lernten die Schülerinnen und Schüler, wie man
Verständnis für andere entwickelt, sich gegenseitig anerkennt und auch
die Persönlichkeit seines Gegenübers schätzt. Insofern muss der
Kooperation zwischen „Tempus fugit" und der Schillerschule auch ein
hohes Maß an pädagogischer und sozialpsychologischer Bedeutung
beigemessen werden.
Schrill und frech, unkonventionell und cool wie sich das Schülerleben
heutzutage darstellt, gestaltete sich derweil „Teechers". In dieser
Komödie setzt der britische Autor seine eigenen Erfahrungen als
Theaterlehrer an einer Gesamtschule in England um.
Konfrontiert mit dem Zeitgeist und dem Selbstverständnis der Schüler
wurden bei den insgesamt drei Aufführungen von „Tempus fugit" die
Probleme im Schulalltag von heute wiedergegeben.
Als Komödie, die einen bitterernsten Hintergrund hat, wurden nicht nur
die Ohnmacht der Lehrer, die Gewaltbereitschaft an Schulen, sondern auch
die Frustration und die Benachteiligung von Schülern aus sozial
schwachen Schichten dargestellt.
Insofern war das Kooperationsprojekt auch ein „Aufschrei" und eine
Aufforderung an jene, sich über pure Phrasen hinweg endlich den Fakten
zu widmen und dafür zu sorgen, dass man die Ursachen der Probleme im
Schulsystem angeht.
Unterstützt wurde das Kooperationsprojekt von der Sparkassenstiftung der
Sparkasse Lörrach-Rheinfelden.
Badische Zeitung vom Donnerstag, 23.
November 2006
Die Sprache der Jugend auf der Bühne
Schüler der Schillerschule kooperieren mit dem Jugendtheater Tempus
Fugit im Stück "teechers" und garantieren Authentizität
Von unserem Mitarbeiter Valentin Ade
RHEINFELDEN. Räkelnd, streckend und gelangweilt saßen die Schüler der
neunten Klasse der Schillerschule im Musiksaal. Allerdings stand nicht,
wie man hätte meinen können, normaler Unterricht auf dem Programm,
sondern das Spielen des selbigen. In einem Kooperationsprojekt der
Schillerschule mit dem Jugendtheater Tempus Fugit, unterstützt von der
Sparkassenstiftung, machen sich die Schüler mit der deutschen
Übersetzung des englischen Theaterstücks "teechers" bekannt, um dem
Jugendtheater bei der kommenden Aufführung beratend zur Seite zu stehen.
Das Stück des bekannten englischen Theaterautors John Godber handelt von
einem Lehrer, der in einer trostlosen britischen Gesamtschule über das
Theaterspiel den perspektivlosen Jugendlichen näher kommt. Das Stück
wird am 24., 25. und 26. November in der Schillerschule vom
Jugendtheater Tempus fugit, zum ersten Mal in deutscher Übersetzung,
aufgeführt.
Um Authentizität der Jugendsprache zu garantieren, stehen der Tempus
fugit-Besetzung die neunten Klassen der Schillerschule zur Seite. Die
Leiterin des Jugendtheaters, Karin Maaßen, geht dafür mit den 15- und
16-Jährigen das Stück durch und spielt einzelne Szenen nach.
Nach zwei Projekten mit der Schillerschule in der Vergangenheit, will
sie den Schülern, die kurz vor ihrem Abschluss stehen, auch dieses Mal
wieder das Theater näher bringen. Auch werden sie den Darstellern am
Wochenende bei der Bühnengestaltung und der Maske helfen und ebenfalls
die Bewirtung übernehmen.
"Ohne die Unterstützung der Sparkassenstiftung wäre dies nicht möglich
gewesen" , bedankte sich Karin Maßen bei Stiftungsvertreter André Marker
für 5500 Euro. Dieser erklärte, die Sparkassenstiftung "Jugend, Umwelt,
Bildung" sah bei Antragseingang die Kriterien "die
Entwicklungspotenziale Jugendlicher voll auszuschöpfen" , mehr als
erfüllt. "Tempus fugit ist hierbei sehr engagiert" , lobte Marker.
Rektor Bernd Wiedenbauer sah durch das kreative Spiel der Jugendlichen
das Verständnis füreinander wachsen. Klassenlehrerin Ramona Luhr hob
hervor, dass die Schüler andere Seiten an sich entdecken würden, wenn
sie auch Mal eine Rolle spielen, die nach ihrer Vorstellung nicht "cool"
ist. Stadtjugendreferent Georg Staudenmayer freute sich, dass das
Jugendtheater endlich in der Schule angekommen ist, was man damals bei
seiner Gründung auch im Sinn hatte. Nach ihrer Beratertätigkeit für
Tempus fugit werden die Jugendlichen bei ihrem Abschluss im nächsten
Jahr das Stück selbst spielen und ihre erlernten Fertigkeiten
präsentieren. |