aktuelle Inszenierung:

Tempus fugit - Jugendtheater Lörrach

   
 
 

"Von denen, die ausziehen sich nicht zu fürchten"
 

 


 

   
   
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  zum Stück:

Unmittelbar vor der eigenen Hochzeit erinnert sich der Bräutigam an die Stationen seines Lebens, die ihn am stärksten geprägt haben; Da gibt es außer den Ängsten vor dem Erwachsen werden auch Erfahrungen, die ihm Mut machen.
Er sieht sich als Kind wieder, das von seiner allein erziehenden Mutter umsorgt aber auch missverstanden wird. Ein Träumer, der zu Lesen beginnt und in seiner Welt der Bücher Unterstützung von den Buchgestalten erfährt.
Ein Außenseiter in der Klasse, für dessen Verhalten weder Mutter noch Lehrer genügend Verständnis aufbringen können.
Aber da gibt es ein Erlebnis, das die anderen mit in seine Welt hineinzieht. Zusammen entdecken sie die Freude am Lesen, am Spiel, der Gemeinschaft und damit erwecken sie den Wunsch dieses Fühlen und Erleben niemals zu verlieren.
Jahre später auf der Schulentlassfeier zeigen die Schüler, welche als Kinder zu dieser Gemeinschaft gefunden haben, ihre Ängste, Wünsche und Sehnsüchte.
Was spielerisch beginnt, wird bitterer Ernst
Die Feier gerät zu einem Tanz, der die innersten Gefühle preisgibt, über Kindheit und Jugend reflektiert und die Frage nach der Zukunft stellt: Wie kann man ausziehen, sich nicht zu fürchten?

Zur Stückentwicklung:

1998 hatte das Tempus fugit Jugendtheater (damals noch unter dem Namen Jugendtheater Nellie Nashorn) Premiere mit der Eigenproduktion „Von denen, die ausziehen sich nicht zu fürchten“. Dieses Stück wurde zu einem großen Erfolg. Davon zeugen nicht nur Aufführungs-  und Besucherzahlen, sondern auch viele Zuschriften und Briefe.

Jetzt, acht Jahre später, macht sich eine neue Truppe - zusammengestellt aus den verschiedenen Jugendtheatergruppen Lörrachs –  daran, das Stück wieder aufzunehmen.

Während das Grundgerüst weitgehend erhalten blieb, haben sich viele Inhalte verändert, so dass in Erinnerung an die Urfassung ein neues Stück entstanden ist. Ein neues Stück, das auch den geänderten Idealen, Interessen und Wünsche der Jugendlichen Rechnung trägt, die sich  heute, also acht Jahre später, auf dieses Theaterwagnis eingelassen haben.
 
 
   
  Presse
   
 
Badische Zeitung vom Mittwoch, 18. Oktober 2006 

Widersprüche der Wirklichkeit

"Tempus fugit" im Weiler Kesselhaus mit "Von denen, die ausziehen sich nicht zu fürchten"

Erwachsen werden ist ein Schmerz. Aus der Geborgenheit der Kindheit geht es hinaus in eine kalte, feindliche Welt. Dort zeigt es sich, dass Vorbilder keine sind, und idiotische Modevorgaben wie ein grotesker Schlankheitswahn verunsichern zusätzlich. Über allem steht dabei der Wunsch, glücklich zu leben. Aber was ist das überhaupt: Glück? Doch an dem Schritt hinaus führt kein Weg vorbei.

"Von denen, die ausziehen sich nicht zu fürchten" handelte das Stück der Jugendtheatergruppe "Tempus fugit" , das am Wochenende im Weiler Kesselhaus aufgeführt wurde. Damit wurde eine alte Eigenproduktion wieder aufgenommen, aber mit neuem Personal und mit überarbeitetem Inhalt. Denn: Tempus fugit — die Zeit flieht, und was Jugendliche heute bewegt, ist etwas anderes, als was die Jugendlichen vor acht Jahren bewegte.

Ein Junge, dessen Vater die Familie verlassen hat, zieht sich in sich selbst zurück. Von der Mutter, die alles perfekt machen will, doch damit überfordert ist, missverstanden, flieht er in eine Welt aus Träumen und Büchern. Fabelwesen und Pippi Langstrumpf werden für ihn lebendig und stehen ihm bei, doch in der Wirklichkeit gerät der stille Denker in Konflikt mit Lehrer und Mitschülern. Durch Bücher, Geschichten und gegenseitiges Vorlesen finden die Schüler aber zu Gemeinschaft und Geborgenheit.

Diese Aussage ist ohne Frage hoch sympathisch, doch kommt sie ein wenig zu einfach und zu pädagogisch daher. Ganz anders im zweiten Teil, wo Zweifel und Widersprüche — wie im wirklichen Leben — nicht aufgelöst werden. Bei der Schulentlassfeier nach dem Abitur reden die Schüler von ihren Vorstellungen und Ängsten und sagen Dinge, die der Lehrer und die Erwachsenen nicht hören wollen. "Ich habe Angst, so zu sein wie ihr" , ruft eine Schülerin den Erwachsenen zu. Eine Schülerin träumt von Familie, Haus, Garten und Hund. Eine andere hat Halt gefunden in einer Gemeinschaft, die sich durch Gewalt definiert. Die Mutter schlüpft am Ende aus ihrer Rolle und sagt, sie wolle nicht, wie im Stück, als Alleinerziehende enden, sondern träume von der ganz großen Liebe, die nicht durch Trennung bedroht ist. "Einstweilen stürze ich mich verbissen in andere Sachen, um mich abzulenken."

"Tempus fugit" gelang eine eindringliche Aufführung, die zugleich nachdenklich machte und mit kompromisslosen Aussagen verstörte. Das ist das Beste, was man von einem Theaterabend erwarten kann. Das Ensemble bestehend aus Ric Weißer, Anja Gottschalk, Stephan Stock, Elisa Müller, Verena Sepp, Sina Böhringer, Laura Di Renzo, Julia Aragüas-Nübling, Kristofer Gudmundsson, Lena Philipp, Lena Knobloch, Robin Klimkait und Simon Andris agierte durchweg eindrucksvoll und überzeugend. Die Regie, Karin Maßen und Matthias Meier, entlockte den jungen Schauspielerinnen und Schauspielern professionelles Agieren und ein flüssiges Zusammenspiel. Daniel Vogel, Ursula Oberle und Stefan Trube schließlich steuerten die schöne und immerzu passende Musik bei. Ein wirklich toller Theaterabend.

Thomas Loisl Mink
   
 
   
  Fotos
   
 

 

 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

Generalprobe am 12. Oktober 2006

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

   
 

Fotos: Thomas Quartier

   
 
 
Es spielen:
 
 
 
Ric Weisser Anja Gottschalk
Stephan Stock Elisa Müller
Verena Sepp Sina Böhringer
Laura Di Renzo Julia Nübling Aragüas
Kristofer Gudmundsson Lena Phillip
Lena Knobloch Robin Klimkait
Simon Andris  
   
Musik: Komposition und Aufführung  
Daniel Vogel Ursula Oberle
Stefan Trube  
   

Regie

Karin Maßen
   
Text  und Dramaturgie Karin Maßen

Jugendtheatergruppe von 1997/98

Ensemble
   
Regieassistenz Matthias Meier
   

Licht

Andre Kulawik
   
Plakat und Programmgestaltung Britta Rechlin
   
Fotos Thomas Quartier
   
Bühnenbau/Kostüme SpielerInnen von Tempus fugit
   
Produktionsleitung

Stephan Stock

   

Recherche und Quellenmaterial

Francois Lelord – Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück
(Piper Verlag GmbH, München 2006)

Die Farben der Wirklichkeit
(Lucy Körner Verlag Fellbach 1983)

Howard Buten – Burt
(Rogner und Bernhard GmbH & Co. Verlags KG, Hamburg; 1994)

Schüler 2005 Auf der Suche nach Sinn. Woran Kinder und Jugendliche heute glauben
(Erhard Friedrich Verlag GmbH, Seelze)

Shell Studie 2006

Gefördert vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport über den
Landesverband Amateurtheater Baden-Württemberg e.V.

 
 
 

 

 

 

IMPRESSUM

 

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