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Blutrünstiger
Hanswurst
SPUNK vom 22. Dezember 2005
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Widerling und
Schreckschraube
Badische Zeitung vom Dienstag, 20. Dezember 2005
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Groteskes Spiel um feigen König SPUNK vom 15.12.2005
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Eine Parodie auf
das Leben
Badische Zeitung vom Donnerstag, 15. Dezember 2005
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Lachen, wenn die Welt an einem Hanswurst zu Grunde geht
OV vom 15.12.2005
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“König Ubu” im
Pfarreizentrum
Badische Zeitung vom Dienstag, 13. Dezember 2005
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Geld und Essen, Essen
und Geld
Der Sonntag, vom 11.
Dezember 2005
SPUNK vom 22. Dezember 2005
Blutrünstiger Hanswurst
Jugendtheater Tempus
fugit kommt mit „König Ubu“ auf die Bühne
Das Tempus fugit
Jugendtheater Rheinfelden 2 feierte Premiere mit dem Stück von Alfred
Jarry „König Ubu". im Gemeindesaal St. Josef Premiere. An drei Abenden
wurde hier gekämpft und zerteilt ein Hauen und Stechen fand statt und
das Ganze war auch noch zum Lachen. Alfred Jarry groteskes Spiel um den
ebenso gewalttätigen wie feigen König Ubu war ursprünglich als
Schülerulk entstanden und wurde 1896 im Theatre de l' Oeuvre, an dem
Jarry 1896/97 als Dramaturg arbeitete, auf die Bühne gebracht, wo es mit
seinen berühmten einleitenden Schimpftiraden einen handfesten
Theaterskandal auslöste.
Ubu Roi (König Ubu)
war als Persiflage der Theaterkonventionen, die durch äußerst
parodistische Übertreibung und durch verrückte, überzogene Komik die
Zuschauer einerseits zum Lachen herausfordert und andererseits unter dem
Deckmantel des Humors, Abgründe menschlicher Existenzen aufscheinen
lässt, konzipiert.
Das Stück stellt an
die Akteure schon seine Anforderungen, denn Regisseurin Karin Maßen hat
den 14 Schauspielerinnen und Schauspielern immerhin 44 Rollen zugeteilt.
Und die Truppe Lea Decker, Kora Kaiser-Winkler, Christiane Klinsing,
Markus Möller, Nicole Pawlowski, Madleen Scatena sowie Marie und Johanna
Stegherr. meistert das mit Bravour.
König Ubu (Ric Weißer)
ist gewalttätig und feige. Vor allem aber richtig dumm und extrem
geldgeil. Macht ist natürlich was Tolles. Seine Frau (Ninon Rößler) ist
ihm sehr wichtig, ohne sie wäre er ein Nichts. Sie ist sozusagen sein
Kopf. Daneben stehen Hauptmann Bordure (Stephan Stock) als
fürchterlicher Zeitgenosse und Königssohn Bougrelas (Simone Dörpfeld)
eigentlich ein Tunichtgut. König Wenzelslas' Frau (Dilek Aurich) macht
auch tot auf etepetete und Gatte (Christine Bieger) verströmt
theatralisch sein Blut. Es ist kaum möglich, so ganz den Überblick über
das Ganze zu behalten. Das ist eine Parforcejagd mit Bauchaufschlitzen
und Aufspießen, Verfolgungsjagden im Gange, dass einem nur so grausen
könnte.
Die absolute
Überzeichnung der Typen macht das Ganze zum Klamauk und nimmt sich
selbst auf die Schippe.
Und so kann man über
das Stück lachen, auch wenn vielleicht eine tiefere Moral dahinter
steckt.
Badische Zeitung vom Dienstag, 20. Dezember 2005
Widerling und Schreckschraube
Das Jugendtheater
Tempus fugit hat Alfred Jarrys “König Ubu” inszeniert
Tempus fugit hat
wieder zugeschlagen. Bühnenreif möchte man sagen, wenn das hier nicht
unpassend wäre. Drei Abende lang wurde in Rheinfelden gekämpft und
geprügelt, wurden Soldaten und Königssöhne mit dem Schwert in zwei Teile
geteilt “wie eine Bockwurst” und wer eben schon gestorben war, konnte
guten Mutes sein, gleich noch mal gemeuchelt, durchlöchert und
aufgeschlitzt zu werden. Diktatur und Krieg zum Totlachen.
Blutrünstigkeit ist
kein Privileg von Videospielen und Television. Machtmenschen, die Hab
und Gut ihrer Untergebenen mit vollen Händen aus Fenstern werfen und
nichts als die eigene Bereicherung im Sinn haben, gibt es bekanntlich
nicht nur in der Literatur. Kann man darüber aber lachen? Man kann und
sogar herzlich. Und trotzdem nicht das Ganze aus den Augen verlieren.
Wie so oft im Theater kommt das Nachdenken vielleicht auch erst auf dem
Nachhauseweg.
“Wanstaufschlitzen” ,
Zerspalten und Durchsieben ohne Ende, Szenen einer Ehe, wilde
Verfolgungsjagden, filmreifes Schattenboxen und jede Menge mimischer und
artistischer Meisterleistungen: Ubu und die Tempus fugit-“Ubuisten”
schießen mit mehr als Finanzkanonen aus dem Fenster. “Krieg!” , jubelt
aber auch das Volk. Zum Klamauk wird das Ganze erst durch totale
Übertreibung, die nicht zuletzt sich selbst und das (Welt-)Theater auf
den viel zu geschwollenen Bizeps nimmt.
König Ubu (Ric Weißer)
ist der absolute Widerling, seine Frau (Ninon Rößler) die
selbstsüchtigste Schreckschraube, Hauptmann Bordure (Stephan Stock) kaum
fürchterlicher vorstellbar, Königssohn Bougrelas (Simone Dörpfeld) ein
Springinsfeld, wie er im Buche steht, König Wenzelslas’ Frau (Dilek
Aurich) fällt auch gestorben nicht aus der Rolle und zieht ihr Kleid
nochmals in Form, ihr Gatte (Christine Bieger) tut’ s ihr gleich und
vergießt bildlich purpurnes Blut.
Auf die Spitze
getrieben hat Regisseurin Karin Maßen auch die Besetzung. 44 Rollen sind
auf 14 Schauspieler verteilt und das Wunder, bis zu sechs verschiedene
Figuren auf die Bühne zu stellen, vollbringen Lea Decker, Kora
Kaiser-Winkler, Christiane Klinsing, Markus Möller, Nicole Pawlowski,
Madleen Scatena sowie Marie und Johanna Stegherr. Den Überblick zu
behalten fällt da schwer, aber der ist auch gar nicht gefragt. Die
Ensembleleistung steht als Tempus Fugit-Markenzeichen über allem und
gehört zur Moral wie die Leberwurst zum Ubu.
So gesehen könnte der
noch so dummdreist, gefräßig, feige, selbstsüchtig und brutal sein. Er
könnte hundertmal aus dem Stand beidbeinig gleichzeitig auf den Tisch
springen. Er könnte jammern und schreien und wie ein Rumpelstilz
springen und trampeln. Wir fielen nicht auf ihn herein. Wir wüssten
nämlich, dass nur das Ganze zählt und die Chefetagen allein noch nichts
produziert, Kanzler und Kanzlerinnen noch keinen Staat gemacht haben -
gar keinen.
Annette Mahro
SPUNK vom 15.12.2005
Groteskes Spiel um feigen König
Jugendtheater Tempus
fugit morgen mit Premiere
Premiere: Am morgigen
Freitag, 16. Dezember, wird um 20 Uhr das Stück von Alfred Jarry "König
Ubu" im Gemeindesaal St. Josef in Rheinfelden aufgeführt.
Alfred Jarry groteskes
Spiel um den ebenso gewalttätigen wie feigen König Ubu ist ursprünglich
als Schülerulk entstanden. Es wurde 1896 im Theatre de 1' Oeuvre, an dem
Jarry in der Spielzeit 1896/97 als Dramaturg arbeitete, auf die Bühne
gebracht, wo es mit seinen berühmten einleitenden Schimpftiraden einen
handfesten Theaterskandal auslöste. Heute erkennt man in dem Werk des
früh verstorbenen Exzentrikers einen genialen Wurf und eines der
Meisterwerke des Komischen der französischen Bühne.
"König Ubu" war
konzipiert als bewusste Persiflage der Theaterkonventionen, als eine
Farce, die durch äußerst parodistische Übertreibung und durch verrückte,
überzogene Komik die Zuschauer einerseits zum Lachen herausfordert und
andererseits unter dem Deckmantel des Humors, Abgründe menschlicher
Existenzen aufscheinen lässt. Ubu, getrieben von seinen Launen, feigen
Einfällen und Instinkten, macht diese zum Gesetz seines Handelns. Er
agiert auf der Bühne als plumper, feister, wild gewordener Kleinbürger.
Er wird eingeführt als Dragonerhauptmann und Vertrauensoffizier von
König Wenzeslas.
Seine Frau, Mutter
Ubu, schlauer als er, aber auch getrieben von Macht- und Raffgier,
drängt ihn dazu, den König zu beseitigen. Sie gewinnen Hauptmann Bordure
(Tatzensaum) zu ihrem Mitverschworenen.
Mit seiner Hilfe wird
Ubu zum neuen König und die Überlebenden der Königsfamilie von Wenzeslas
werden blindlings verfolgt.
Ein Volksfest, bei dem
Ubu auf Anraten seiner Frau, Gold unter die Leute verteilt, erhöht seine
Popularität. Aber weitere staatsmännische Ratschläge von Mutter Ubu
schlägt der neue Diktator in den Wind, lässt dümmlich und skrupellos
Richter, Adlige, Bauern, Staatsdiener töten. Hauptmann Bordure, sein
einstiger Verbündeter, wird zu seinem neuen Feind und läuft zu dem
russischen Zaren über. Gemeinsam betreiben sie den Sturz von Vater Ubu.
Die Handlung ist
durchsetzt mit zahlreichen literarischen Parodien. Hauptsächlich
verwendet Jarry Szenen aus den Dramen Shakespeares. Aber seine Figuren
sind heruntergekommene Bürgerschreckfiguren. Es gibt nur unheilvolle,
aufgeblasenen Pappköpfe. Ein paar wild gewordene Tölpel stellen
Armeemassen das. Für das Volk genügen Statisten.
Alles sind Typen,
keine Charaktere. Shakespeare Gestalten in Kasperle Manier!
Aber wie beim
Kasperletheater, wie in den Zeichentrickserien heutzutage, ist die
Bedingung dafür, dass das Ganze bei dem Publikum ankommt, die Komik. Das
Publikum darf und soll herzhaft darüber lachen, wenn die Welt an diesem
aufgeblasenen Hanswurst zugrunde geht.
DIE GRUPPE
Das "Tempus fugit
Jugendtheater 2" hat sich gegenüber der letztjährigen Besetzung von
„Heiligeisdorf' nur wenig geändert. Zwei neue Spieler kamen dazu, so
dass bei König Ubu 14 Jugendliche im Alter von 14 bis 21 Jahren die
vorgegebenen Rollen von mehr als 30 Personen übernehmen. Die Gruppe
probt konsequent wöchentlich und an sechs bis sieben Wochenenden oder
Ferientagen. Neben der Arbeit an Stücken ist die Theaterschulung,
Körper- und Stimmarbeit im Vordergrund.
Neben Festivals und
Gastspielteilnahmen in Kooperation mit den anderen Gruppen von Tempus
fugit zeigt das Jugendtheater Rheinfelden regelmäßig auch
Straßentheaterszenen bei dem Brückenfest oder dem Rheinfelder
Innenstadtfestival.
Das Jugendtheater
Rheinfelden 1 setzt sich aus den Spielerinnen aus Rheinfelden zusammen,
die mittlerweile studieren oder in Ausbildung sind und nur in den
Ferienzeiten zusammen proben können und dennoch immer weiter aktiv dabei
sind und auch andere Aufgaben, wie zum Beispiel Produktionsleitung,
Regieassistenz, Sponsoring, Maske und Kostümarbeiten für diese
Produktion übernommen haben.
Badische Zeitung vom Donnerstag, 15. Dezember 2005
Eine Parodie auf das Leben
Vor der Premiere: Das
Jugendtheater Tempus fugit inszeniert Jarrys König Ubu
Das Original ist
aus einem derben Schülerspaß entstanden und war ursprünglich gar nicht
für die Öffentlichkeit gedacht. Aufgeführt wurde das Stück des
Exzentrikers Alfred Jarry 1896 trotzdem und endete, vor allem wegen der
berühmt gewordenen Ubu'schen Schimpftiraden, in einem der damals noch
üblicheren Theaterskandale. Parodiert wird schlicht alles, das Leben,
der Tod, die Moral und das Theater selbst. “ König Ubu” feiert am
Freitag Premiere in Rheinfelden.
In der Regie von
Karin Maßen führt das Jugendtheater Tempus Fugit die Groteske um den in
jeder Lebenslage unmäßigen Ubu auf, der erst noch König werden soll.
Mord um Mord geschieht in seinem Namen, während er in sich hineinstopft,
was seine Gier und sein Magen nur fassen können. Die Figur ist längst zu
einem Klassiker geworden und hat auch die bildende Kunst angeregt. Die
Surrealisten waren ihr besonders ergeben und Max Ernst hat dem kleinen
dicken König sogar ganze Serien gewidmet.
Auf der Bühne
wird der Ubu übertrieben und überzogen, dass sich Tische und Stühle
biegen. Langweilig dürfte die neue Aufführung dabei kaum werden. Ein
Stück für Kinder ist es allerdings nicht, wie Karin Maßen betont. Die
Dialoge und Anspielungen seien für unter 13-Jährige doch schwer zu
verstehen. 14 Spieler stehen insgesamt auf der Bühne, von denen nicht
nur Vater Ubu (Ric Weißer, 21), seine Frau (Ninon Rößler, 17) und
Hauptmann Bordure (Stephan Stock, 20) sich bisher schon einiges an
blauen Flecken zugezogen haben. Der Action wegen hatte man sogar schon
einen Kampfsportspezialisten als Berater in den Proben. Bei allem soll,
das betont Karin Maßen, aber in jeder Szene die Komik die Oberhand
behalten: “ Das Publikum darf und soll herzhaft lachen, wenn die Welt an
diesem aufgeblasenen Hanswurst zugrunde geht.”
Annette Mahro
OV vom Donnerstag, den 15.112.2005
Lachen, wenn die Welt an einem Hanswurst zu Grunde geht
Jugendtheater Tempus
fugit kommt mit „König Ubu“ auf die Bühne
Rheinfelden. Das
Tempus fugit Jugendtheater Rheinfelden 2 feiert am Freitag, 16.
Dezember, um 20 Uhr Premiere mit dem Stück von Alfred Jarry „König Ubu".
Das Stück wird im Gemeindesaal St. Josef Friedrichstr. 32 aufgeführt.
Das Tempus fugit
Jugendtheater 2 hat sich gegenüber der letztjährigen Besetzung von
„Heiligeisdorf` nur wenig geändert. Zwei neue Spielerinnen kamen dazu,
so dass bei König Ubu 14 SpielerInnen im Alter von 14 - 21 Jahren die
vorgegebenen Rollen von mehr als 30 Personen übernehmen werden.
Alfred Jarry groteskes
Spiel um den ebenso gewalttätigen wie feigen König Ubu ist ursprünglich
als Schülerulk entstanden.
Es wurde 1896 im
Theatre de 1' Oeuvre, an dem Jarry 1896/97 als Dramaturg arbeitete, auf
die Bühne gebracht, wo es mit seinen berühmten einleitenden
Schimpftiraden einen handfesten Theaterskandal auslöste.
Ubu Roi (König Ubu)
war konzipiert als bewusste Persiflage der Theaterkonventionen, als eine
Farce, die durch äußerst parodistische Übertreibung und durch verrückte,
überzogene Komik die Zuschauer einerseits zum Lachen herausfordert und
andererseits unter dem Deckmantel des Humors, Abgründe menschlicher
Existenzen aufscheinen lässt.
Alles sind Typen,
keine Charaktere. Shakespeare Gestalten in Kasperle Manier. Aber wie
beim Kasperletheater, wie in den Zeichentrickserien heutzutage, ist die
Bedingung, dass das Ganze bei dem Publikum ankommt, die Komik. Das
Publikum darf und soll herzhaft darüber lachen, wenn die Welt an diesem
aufgeblasenen Hanswurst zugrunde geht.
Badische Zeitung vom Dienstag, 13. Dezember 2005
“König Ubu” im Pfarreizentrum
Aufführung am Freitag
RHEINFELDEN. Das
“Tempus fugit Jugendtheater zwei” hat sich gegenüber der letztjährigen
Besetzung nur wenig geändert. Zwei neue Spieler kamen dazu, sodass bei
ihrer Aufführung des Stücks von Alfred Jarry “König Ubu” 14 Spieler im
Alter von 14 bis 21 Jahren die vorgegebenen Rollen von mehr als 30
Personen übernehmen werden. Premiere ist am Freitag, 16. Dezember, um 20
Uhr im Pfarreizentrum St. Josef.
Alfred Jarrys
groteskes Spiel um den ebenso gewalttätigen wie feigen König Ubu ist
ursprünglich als Schülerulk entstanden. Es wurde 1896 im Theatre de l’
Oeuvre, an dem Jarry in der Spielzeit 1896/97 als Dramaturg arbeitete,
auf die Bühne gebracht, wo es mit seinen berühmten einleitenden
Schimpftiraden einen handfesten Theaterskandal auslöste.
Heute erkennt
man in dem Werk des früh verstorbenen Exzentrikers einen genialen Wurf
und eines der Meisterwerke des Komischen der französischen Bühne. Ubu
Roi/König Ubu war konzipiert als bewusste Persiflage der
Theaterkonventionen, als eine Farce, die durch äußerst parodistische
Übertreibung und durch verrückte, überzogene Komik die Zuschauer
einerseits zum Lachen herausfordert und andererseits unter dem
Deckmantel des Humors, Abgründe menschlicher Existenzen aufscheinen
lässt.
Die Handlung ist
durchsetzt von zahlreichen literarischen Parodien. Hauptsächlich
verwendet Jarry Szenen aus den Dramen Shakespeares. Aber seine Figuren
sind heruntergekommene Bürger- schreckfiguren. Es gibt nur unheilvolle,
aufgeblasenen Pappköpfe. Ein paar wild gewordenen Tölpel stellen
Armeemassen dar. Für das Volk genügen Statisten. Alles sind Typen, keine
Charaktere. Shakespeare-Gestalten in Kasperlemanier!
Aber wie beim
Kasperletheater, wie in den Zeichentrickserien heutzutage, ist die
Bedingung dafür, dass das Ganze bei dem Publikum ankommt, die
unglaubliche Komik. Das Publikum darf und soll herzhaft darüber lachen,
wenn die Welt an diesem aufgeblasenen Hanswurst zu Grunde geht.
Der Sonntag, vom 11.
Dezember 2005
Geld und Essen, Essen
und Geld
Das
Jugendtheater Tempus fugit inszeniert in Rheinfelden Alfred Jarrys
Skandalstück „König Ubu“
„König Ubu" kommt nach
Rheinfelden. An das berühmte Drama des Exzentrikers Alfred Jarry, der
als Vorläufer der Surrealisten gilt und zu den Begründern des modernen
französischen Theaters gerechnet wird, wagt sich das Jugendtheater
Tempus Fugit. Im Original parodiert der „Ubu" Shakespeares
königmordenden Macbeth. Allerdings lässt Jarry die blutigsten Gemetzel
im Namen der Leberwurst anzetteln. Bewusst persifliert werden auch
Theaterkonventionen. Annette Mahro hat sich vor der Premiere mit dem
21-jährigen Ric Weißer unterhalten, der die Titelrolle spielt.
Wie würden Sie die
Figur beschreiben, die Sie spielen?
Als Ubu bin ich gewalttätig und feige. Vor allem aber richtig dumm und
extrem geldgeil. Macht ist natürlich was Tolles für mich. Am liebsten
würde ich die ganze Welt regieren. Meine Frau ist mir sehr wichtig, ohne
sie wäre ich nichts. Sie ist mein Kopf. Ich wäre ja auch alleine zum
Beispiel nie auf die
Idee
gekommen, den König von Polen zu massakrieren.
Ihre
Schimpftiraden haben Sie berühmt gemacht. Agiert nur der Ubu auf diese
übertriebene Art, und welche Charaktere kommen noch vor?
Keine der Figuren im
Stück hat einen echten Charakter. Es sind alles Typen, die - was immer
sie tun - total übertreiben. Und so wird auch gespielt.
Seit Wochen
identifizieren Sie sich mit der Figur und es heißt, dass Sie auch immer
wieder einmal in Ubu-Pose durch die Stadt laufen. Wird man der Figur da
nicht sehr bald ähnlich?
Zur Figur selbst
fragen Sie doch besser den König Ubu persönlich.
Muss ich Sie dann mit
Eure königliche Hoheit ansprechen?
Ja freilich, Potz
Wampenhorn! (brüllt:) Ich bin der König!
Eure Hoheit, was
ist das Ziel Ihrer Regierung, und was bedeutet Ihnen am meisten auf der
Welt?
Geld und Essen und
Essen und Geld.
Um Gelage und
Leberwurst geht es offenbar vor allem. Und der Bauch spiegelt dann Ihre
Macht wider?
Wie bitte, bei meiner
grünen Rotze! Ich bin doch wahrhaftig dick genug! Und Macht und Wampe?
Ja freilich immer. Erst gestern habe ich noch meinen Thron eingedrückt.
Ihre Frau bedeute
Ihnen sehr viel, sagt man.
Ich bin mit der
allerletzten Schlampe verheiratet - frag' mich sowieso, wie ich zu der
gekommen bin. Ein Graus ist die. Es gibt keinen Fehler, den sie nicht
hat, und überall hat sie Stacheln, man weiß gar nicht, wo man sie
anpacken soll, meine schlechtere Hälfte.
Ihnen wird
Skrupellosigkeit und Brutalität vorgeworfen. Gibt es eine Philosophie,
nach der Sie leben und regieren?
Jeder wird gefressen,
wenn er dran ist.
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