aktuelle Inszenierung:

Tempus fugit - Freie Gruppe

   
 
 

"Der kleine schwarze Fisch" (2005)

ein Märchen aus Persien von
Samad Behrangi

Regie: Karin Maßen
 

 

   
   
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  Auszeichnung:

 Auszeichnung II

Badische Zeitung vom Donnerstag, 21. Dezember 2006

Schwarzer Fisch schwimmt nach Südkorea

Die Lörracher Theatergruppe Tempus fugit nimmt am Weltamateurtheaterfestival in Asien teil

Nun ist es amtlich: Tempus fugit wird 2007 Asien erobern! Als einzige deutsche Theatergruppe wurde die freie Gruppe um Regisseurin Karin Maßen mit ihrem Stück "Der kleine schwarze Fisch" zu einem in Masan/Changwon in Südkorea stattfindenden Weltamateurtheaterfestival eingeladen. Auf Anregung des Bundes Deutscher Amateurtheater (BDAT) entschlossen sich Karin Maßen und ihre Schauspieler dazu, sich für das im Juli stattfindende Festival in Südkorea zu bewerben. Aufgeführt werden soll das Stück nach einem Roman des persischen Autors Samad Behrangi um den "kleinen schwarzen Fisch" . Das Festival steht unter dem Motto "Unity and Peace" (Einheit und Frieden).

Die Vorauswahl nahm zunächst eine deutsche Jury vor, die sich dazu entschied, Tempus fugit als deutsche Vertreter nach Südkorea zu schicken. Vor einigen Tagen erfuhren Schauspieler und Regisseurin von der positiven Entscheidung auch seitens der Veranstalter um den Präsidenten Sang-yong Lee in Südkorea und können nun mit den Vorbereitungen für die große Reise beginnen.

Mit "Der kleine schwarze Fisch" wählte Karin Maßen ein Stück, das bereits sehr erfolgreich sowohl in Lörrach und Weil am Rhein als auch auf diversen Festivals (zuletzt auf der "Theatra" in St. Louis) gezeigt wurde. Die beiden Schauspieler Matthias Meier und Britta Rechlin erwecken gemeinsam mit dem persischen Musiker Firouz Fallah den kleinen schwarzen Fisch, seine Mutter und all die anderen Tiere, von denen die Geschichte erzählt, zum Leben und kommen dabei mit minimalistischem Bühnenbild aus — ein in diesem Fall nicht unwesentlicher Vorteil, bedenkt man, dass Tempus fugit Bühnenbild und Requisiten bis hin zum Tanzboden nach Asien verschiffen muss.

Den Flug nach Südkorea möchte Maßen mit insgesamt acht Personen in Angriff nehmen, außer den Schauspielern und einem Musiker kämen noch die Regisseurin Karin Maßen selbst, ein Techniker und drei Begleitpersonen hinzu; gerne würde Karin Maßen noch mehr Personen mitnehmen, da man von einer solch tollen Erfahrung wie einem Theaterfestival in Asien nur profitieren könne, wie sie sagt — wenn nur die hohen Reisekosten nicht wären. Gespannt blicken nun alle Beteiligten auf das erste Tempus fugit-Gastspiel außerhalb Europas, auf die Südkoreanische Theaterszene und auf die dortige Definition des Begriffs "Theater".

Stefan Wussler


Auszeichnung I

Der Kleine Schwarze Fisch – Theater mit Musik

nach dem gleichnamigen persischen Märchen von Samad Behrangi

erhielt den Radio-Seefunk-Theaterpreis (zusammen mit dem Theater Apron / Halle) an den 22. Theatertagen am See 2006 in Friedrichshafen am Bodensee.

Bei der Laudatio wurde besonders die Einheit von Musik (Firouz Falah) und Spiel (Matthias Meier und Britta Rechlin), der Zauber der poetischen Bilder und die Beschränkung auf wenige Theatermittel und die klare Bühnenkonzeption hervorgehoben.

www.theatertageamsee.de
 

 
  zum Stück:

Der Kleine Schwarze Fisch – Theater mit Musik

nach dem gleichnamigen persischen Märchen von Samad Behrangi

Der Freiheitsdrang, der Zauber und die Verlockung des Abenteuers, die Begegnung mit der Gefahr, die Suche nach neuen Welten sind Motor und Leitmotiv der Handlung.

Davor wird der Kleine Schwarze Fisch aber auch gewarnt: von den Eltern, Geschwistern, den Erwachsenen, den Freunden. Aber er lässt sich nicht beirren.

Anfänglich  noch kindlich naiv wächst er an  seinen Erfahrungen und riskiert mutig  sein Leben. Das ist spannend, eine Metapher für das Erwachsenwerden. Grausam und nicht süßlich, aber nie ohne Hoffnung.

„Große“ Zuschauer können darin noch mehr darin finden: die Kriege, die Zwistigkeiten, die Auseinandersetzungen, die Menschen zu Feinden werden lassen. Daraus erwächst aber auch die Sehnsucht nach Versöhnung, nach dem Frieden und der Erkenntnis, dass die Gegensätzlichkeiten überbrückbar sind und eine Chance zur Veränderung bieten.

Damit erfüllt Kultur, und speziell in der Verbindung von Musik und Theater, einen ihrer Hauptaufträge. Nicht suggestiv, polemisch, sondern fein und subtil gilt es dies einmal mehr neu zu entdecken.
 

 
  zum Autor:

Samad Behrangi

Wurde 1939 in Tabriz, Aserbaidschan in ärmlichen Verhältnissen geboren. Nach dem Studium arbeitete er als Lehrer in kleinen, abgelegenen Dörfern. Dabei rief er immer wieder zu sozialen und politischen Reformen auf und forderte die Verbannung von Staatspropaganda aus den Grundschullehrbüchern. Er würde nicht müde auf die katastrophalen Schulverhältnisse gerade auf dem Land hinzuweisen. Seine Kritik ließ jedoch auch das Regime des Shah nicht aus. Mehrmals wurde Behrangi strafversetzt.

Seine Werke erreichten eine außergewöhnliche Popularität, die sich nach seinem Tod im Alter von 29 Jahren sogar noch steigerte.

Angeblich soll er bei einem Badeunglück ertrunken sein. Da jedoch Trockenzeit war, der Fluss in Teheran kaum Wasser führte und Behrangi ein ausgezeichneter Schwimmer war, deutet vieles auf ein Attentat der SAVAK, die Geheimpolizei des Shah, hin.
 

 
  Presse

Die Oberbadische vom 24.11.09

Im Leben muss man etwas wagen und Ideen haben

Begeisterndes Theater von „Tempus fugit“: Der kleine schwarze Fisch begibt sich auf die Reise

Efringen-Kirchen (jut). Riesenspaß und am Schluss ein bisschen Nachdenklichkeit: Das hatten die Kindergartenkinder aus Efringen-Kirchen bei der Vorstellung der Theatergruppe „Tempus fugit“, die mit dem Stück „Der kleine schwarze Fisch“ im evangelischen Gemeindehaus gastierte. Stefanie Klimkait und Matthias Meier mimten unterschiedlichste Wassertiere mit Gesten und Stimmen und wurden von Erzähler und Musiker Firouz Falah auf verschiedenen Instrumenten bei der Darstellung begleitet. Welche Effekte man mit Lichteffekten und dem Einsatz von simplen Bambusstangen erzielen kann, die wahlweise als Fischschuppen, Ruder oder Röhricht verwendet wurden, erstaunte (nicht nur) die Kinder.

Das Theaterstücks dreht sich darum, dass der kleine schwarze Fisch nicht länger daheim bleiben und „spazieren schwimmen“, sondern das Ende des Baches und damit letztlich das Meer finden will. Er gerät in gefährliche Situation, als er dem Kormoran und dem Pelikan begegnet, findet neue Freunde, trifft andere Fische und Kaulquappen und muss sich vielfach auf seinen Einfallsgabe verlassen, um sich aus einer verzwickten Situation zu befreien.

Die Lehre für die Kinder war: Dem Mutigen und Gewitzten gehört die Welt. Und: Man muss sich im Leben manchmal etwas trauen, um weiterzukommen. Am Schluss steht das offene Ende - was passiert mit dem kleinen schwarzen Fisch, nachdem er einem anderen Fisch aus einer gefährlichen Lage geholfen hat? Die Geschichte, die in eine weitere Erzählung verpackt ist, endet hier, aber es steht schon ein kleiner roter Fisch bereit, der bereits überlegt, wie es ist, sich in die weite Welt zu begeben.

Die gespannten Kindergartenkinder nutzten im Anschluss an das Theaterstück die Möglichkeit, den Schauspielern Fragen zu stellen und besonders die verschiedenen Schlaginstrumente von Firouz Falah in Augenschein zu nehmen.


Die Tempus fugit Reisegruppe in Südkorea

BZ vom 08.09.2007
 
Begeisterter Applaus von den Koreanern

Für die freie Theatergruppe Tempus fugit war das Welttheatertreffen in Südkorea ein voller Erfolg

Von unserer Mitarbeiterin Joëlle Homberger

LÖRRACH. Die freie Theatergruppe Tempus fugit ist auf ihrer Gastspielreise in Südkorea um einige positive Erfahrungen reicher geworden. Die Gruppe war vom Bundesverband Deutscher Amateurtheater als deutscher Vertreter für das Welttheatertreffen in Südkorea vorgeschlagen worden. Am 25. Juli machte sich "Tempus Fugit" mit dem Stück "Der kleine schwarze Fisch" auf die große Reise, um vor einem internationalen Publikum ihr Können zu zeigen.

Nach 22 Stunden Flug landete die Gruppe bei flirrender Hitze erschöpft in Südkorea, wo sie von zwei Führern, die sie die nächsten Tage überallhin begleitet haben, empfangen wurden. "Hätten wir die nicht gehabt, wären wir verloren gegangen, denn keiner von uns konnte Koreanisch und die Einheimischen konnten meistens auch kein Englisch" , erzählt Stephan Stock von Tempus fugit. Untergebracht waren die Deutschen mit den anderen internationalen Amateurtheatergruppen in einem Studentenwohnheim. "Die Stimmung untereinander war sehr gut und es war spannend, all die verschiedenen Sprachen zu hören und Kulturen kennen zu lernen" , sagt Schauspielkollege Matthias Meier. Abends seien alle Nationen in gemischten Grüppchen im Hof gesessen und haben zusammen gefeiert. "Es war auch interessant zu sehen, was die anderen Gruppen machten, sich mit ihnen auszutauschen, ihren Stil zu beobachten und trotzdem Ähnlichkeiten zu unserem Theater festzustellen" , fügt Kristofer Gudmundsson hinzu.

Freundlichkeit und Respekt bleiben als Erinnerung

Besonders begeistert war Tempus fugit von den asiatischen Gruppen, denn "bei denen ist jeder Schauspieler gleichzeitig auch Akrobat, Sänger und ausgebildeter Tänzer" , merkt Ric Weißer an. Besonders die koreanischen Schauspieler seien sehr diszipliniert und professionell und die bunten und glitzernden Kostüme extrem aufwendig gefertigt. Stephan Stock erinnert sich, dass "in Südkorea überhaupt alles sehr bunt und leuchtend war" .

Tempus fugit spielte erst in Masan auf dem bedeutendsten Festival im Amateurtheaterbereich und begeisterte ein internationales Publikum. Am Anfang der Aufführung gab es eine kurze Einleitung auf Englisch, um eine grobe Inhaltsangabe des Stückes "Der kleine schwarze Fisch" zu geben. Der Rest wurde auf Deutsch gespielt. "Die Überlegung, Teile auf Englisch zu machen, war da, aber wir hatten das schon einmal bei anderen Gruppen auf Festivals erlebt. Für die Schauspieler und für das Publikum macht es das Stück unnötig kompliziert und teilweise auch kaputt," erklärt Kristofer Gudmundsson. "Trotzdem haben die Zuschauer das Stück verstanden und wir haben gute Reaktionen und eine positive Resonanz erhalten," sagt Matthias Meier. "Denn die Inszenierung ist für jeden, unabhängig, welche Sprache er spricht, verständlich."


Tempus fugit reiste fünf Tage später on den Norden Südkoreas, um auf der Bühne des Internationalen Theatertreffens in Chuncheon zu spielen, wo das Publikum deutlich kleiner war. Die Texte wurden ins Koreanische übersetzt, da vorwiegend Einheimische die Aufführung besuchten. Doch auch dort erhielt die Gruppe aus Lörrach positive Kritiken und konnte sich über ein begeistertes Publikum freuen.

Auf beiden Treffen war "Der kleine schwarze Fisch" ein voller Erfolg. Die Akteure von Tempus fugit mit Regisseurin Karin Maßen machten bereichernde Erfahrungen. Vor allem die Mentalität der Koreaner, die "ein sehr offenes Volk sind und uns aufrichtige Freundlichkeit und Respekt entgegengebracht haben" , so Gudmundsson, bleibe in Erinnerung.


BZ vom 24.07.2007

"Tempus fugit" packt die Koffer

Start zur Gastspielreise nach Südkorea / Teilnahme an zwei Festivals für Amateurtheater

LÖRRACH (BZ). Am Mittwoch ist es soweit: Die freie Gruppe des Theaters "Tempus fugit" macht sich mit dem Stück "Der kleine schwarze Fisch" auf die Reise nach Südkorea, um dort auf zwei Festivals zu spielen. Nachdem das Stück bereits erfolgreich auf Festivals in Deutschland und Frankreich aufgeführt wurde und den Radio-Seefunk-Theaterpreis bei den "Theatertagen am See" in Friedrichshafen 2006 gewonnen hatte, schlug der Bundesverband Deutscher Amateurtheater die Gruppe als deutschen Vertreter für das Welttheaterfestival der IATA (International Amateurtheater Association) vor. Dieses weltweit bedeutendste Festival im Amateurtheaterbereich wird immer an verschiedenen Orten ausgetragen und findet in diesem Jahr in Masan/Südkorea statt. Mit ausschlaggebend für die Einladung von "Tempus fugit" ist die Poesie der Bilder und der Musik im Stück, so dass es auch einem internationalen Publikum verständlich ist.

Vor zwei Monaten wurde Tempus fugit angefragt den "Kleinen schwarzen Fisch" noch auf einem zweiten Festival in Südkorea zu spielen, dem Chuncheon International Theatre Festival. Die Gruppe nahm diese Einladung gerne an.

Nun ist das Tempus-fugit-Team um Regisseurin Karin Maßen gespannt auf die Begegnung mit den vielen Theatergruppen unterschiedlichster Kulturen. Das Ensemble freut sich darauf, sich während der zwei Wochen in Südkorea einem internationalen Publikum zu stellen.


OV vom 11.April 2006

Ein Fisch macht Theater-Karriere

Freie Gruppe Tempus fugit erhält Radio-Seefunk-Preis in Friedrichshafen

Von Michaela Wassmer

Lörrach. Es kam unerwartet, aber verdient. Die Freie Gruppe von Tempus
Fugit hat mit ihrer Inszenierung „Der kleine schwarze Fisch" nach dem gleichnamigen persischen Märchen von Samad Behrangi den Radio-Seefunk-Preis erhalten.

Die Auszeichnung wurde am Wochenende im Rahmen der 22. Theatertage am See in Friedrichshafen verliehen. Das Ensemble von Tempus fugit teilt sich den mit insgesamt 1200 Euro dotierten Preis mit der auch in Lörrach durch ihre Auftritte beim Internationalen Theatertreff bekannten Truppe Apron aus Halle.
„Der kleine schwarze Fisch" erzählt in suggestiven Theaterbildern die Reise eines Fisches, die sich letztlich als Parabel für das Erwachsenwerden und das Leben selbst erweist. Die Musik des Iraners Firouz Fallah ist hierbei nicht nur begleitendes sondern konstitutives Moment der Handlung. „Deshalb hat unser Stück gut in den Veranstaltungsschwerpunkt Theater und Musik gepasst", erzählt Regisseurin Karin Maßen. Dennoch habe die 2001 gegründete Freie Gruppe nicht mit dem Preis des Festivals des Internationalen Amateurtheaters gerechnet. .Wir freuen uns riesig über die Anerkennung und natürlich auch über die 600 Euro",so Maßen.
Tempus fugit sei aber nicht des Preises wegen nach Friedrichshafen gereist: Wir besuchen solche Festivals, um andere Gruppen spielen zu sehen und waren von der unglaublichen Bandbreite der Aufführungen beeindruckt." Zwölf Inszenierungen hat Tempus fugit während des Wochenendes in Friedrichshafen besucht.
Das Publikum, Mitglieder von Theatertruppen sowie eine Fachjury haben die Gewinner der drei Sparten Kinder- und Jugendtheater, Schultheater und Amateurtheater gekürt. Bei der Laudatio des Beitrags von Tempus fugit lobten die Juroren die Einheit von Musik (Firouz Fallah) und Spiel (Matthias Meier und Britta Rechlin), die Poesie der Bilder. die Beschränkung auf wenige Theatermittel sowie die klare Bühnenkonzeption. Nicht zuletzt die viel- schichtigen Bedeutungsebenen machen den Reiz des Stückes aus. „Es ist zwar ein politisches Märchen, trifft aber sowohl die Erwachsenen- als auch die Kinderwelt", erklärt sich Maßen den Erfolg.


Badische Zeitung vom Donnerstag, 29. September 2005

Das Leben als Reifeprozess

Vor der Premiere: Tempus fugit spielt persischen Autor

Jung sein heißt in den modernen westlich geprägten Gesellschaften seit ungefähr 250 Jahren auch ausprobieren, experimentieren und revoltieren gegen die Welt der Erwachsenen. Seit Jahrhunderten bevölkern entsprechende Ikonen jugendlicher Selbstfindung den öffentlichen Raum: Das beginnt mit Goethes Romanheld Werther und führt über James Dean in den 1950er-Jahren, Mick Jagger oder den antiautoritären 68ern in den 1960er und 70er Jahren bis zu Judith Holofernes von „Wir sind Helden“ in der Gegenwart. Nun greift auch das Jugendtheater Tempus fugit das ewig alte Thema des Erwachsenwerdens auf. Die Truppe und ihre Regisseurin Karin Maßen wechseln dafür aber die Kultur: Ihre Inszenierung „Der kleine schwarze Fisch“ basiert auf dem gleichnamigen persischen Märchen von Samad Behrangi.

Der Autor, 1939 in Aserbaidschan geboren, kommt von unten; er hat sich aber durchgebissen bis zum Studium und arbeitete danach im Iran in kleinen, abgelegenen Dörfern. Dort trat er immer wieder für Reformen ein, forderte die Verbannung von Staatspropaganda aus den Lehrbüchern und wies standhaft auf die katastrophalen Schulverhältnisse auf dem Land hin. Diese Kritik machte ihn nicht nur gefährlich für das damals herrschende Regime des Schah, seine Werke wurden so auch außergewöhnlich populär. Selbst der Jugend gerade erst entwachsen kam Behrangi im Alter von 29 Jahren 1968 allerdings um; angeblich soll er ertrunken sein. Da jedoch Trockenzeit war, der Fluss in Teheran kaum Wasser führte und Behrangi ein ausgezeichneter Schwimmer war, deutet vieles auf ein Attentat der Geheimpolizei hin.


Der Freiheitsdrang, die Verlockung des Abenteuers, die Begegnung mit der Gefahr, die Suche nach Neuem sind Motor und Leitmotiv der Handlung im „kleinen schwarzen Fisch“ Zunächst kindlich naiv wächst er an seinen Erfahrungen und riskiert mutig sein Leben. Zwar wird er ständig gewarnt – von Eltern, Geschwistern, Freunden, eben den Erwachsenen. Aber er lässt sich nicht beirren. Das ergibt eine spannende Metapher für das Erwachsenwerden. Grausam und nicht süßlich, aber nie ohne Hoffnung.

Aber, so die Regisseurin, „große“ Zuschauer könnten darin noch mehr finden: Kriege, Zwists, Streits, die die Menschen zu Feinden werden lassen. Daraus erwachse aber auch die Sehnsucht nach Versöhnung, nach Frieden und der Erkenntnis, dass Gegensätze überbrückbar seien und eine Chance zur Veränderung bieten. Aufgeführt wird dieses Märchen von zwei Spielern der freien Gruppe von Tempus fugit (Britta Rechlin und Matthias Meier) zusammen mit einem persischen Musiker (Firouz Falah).


Oberbadisches Volksblatt vom 30. September 2005

Vom Zauber der Freiheit

Tempus fugit- Premiere: „ Der kleine schwarze Fisch“

Lörrach/Weil am Rhein. Das persische Märchen “Der kleine schwarze Fisch“ ist als nächste Premiere von Tempus fugit am 1. Oktober zu sehen. Es spielt die freie Gruppe in kleiner Besetzung.
Der Autor des Märchens wurde unter dem Regime des Schahs politisch verfolgt und kam unter sehr mysteriösen Umständen im Alter von 29 Jahren um. Aufmerksam gemacht auf dieses Märchen wurde die Theatergruppe durch ihren Musiker Firouz Fallah, der natürlich auch mit von der Partie ist.
Zum Stück: Der Freiheitsdrang, der Zauber und die Verlockung des Abenteuers, die Begegnung mit der Gefahr, die Suche nach neuen Welten sind Motor und Leitmotiv der Handlung. Davor wird der Kleine Schwarze Fisch aber auch gewarnt: von den Eltern, Geschwistern, den Erwachsenen, den Freunden. Aber er lässt sich nicht beirren. Anfänglich noch kindlich naiv, wächst er an seinen Erfahrungen und riskiert mutig sein Leben. Das ist spannend, einen Metapher für das Erwachsenwerden. Grausam und nicht süßlich, nie ohne Hoffnung.
„Große“ Zuschauer können noch mehr darin finden: die Kriege, die Zwistigkeiten, die Auseinandersetzungen, die Menschen zu Feinden werden lassen. Daraus erwächst aber auch die Sehnsucht nach Versöhnung, nach dem Frieden und der Erkenntnis, dass die Gegensätzlichkeiten überbrückbar sind und eine Chance zur Veränderung bieten.
Aufgeführt wird dieses Märchen von zwei SpielerInnen der freien Gruppe des Tempus fugit Theaters (Britta Rechlin und Matthias Meier) zusammen mit einem persischen Musiker (Firouz Falah). Regie führt Karin Maßen.
 


Badische Zeitung vom Dienstag, 4. Oktober 2005 

Vom Bach ins Meer – hinaus ins Ungewisse  

Das Freie Theater Tempus fugit spielte in Lörrach „Der kleine schwarze Fisch“ nach dem persischen Märchen von Samad Behrangi

Den ganzen Tag spazieren schwimmen, nie über den Tellerrand schauen, nichts Neues entdecken – das langweilt den kleinen schwarzen Fisch, der vom lediglich mit einer schwarzen Mütze als solcher gekennzeichneten Matthias Meier gespielt wird. Mutig und mit kindlicher Unbefangenheit schmeißt er sich ins Leben, auch wenn seine Mutter und das gesamte Umfeld ihn daran hindern wollen. “Die Welt ist hier, wo wir sind“, sagt die Mutter, doch dem Junior reicht das nicht. Er bricht aus aus seiner Welt, dem Bach, um das Meer zu finden.

Dabei begegnet er allerlei Gestalten, die von der äußerst wendigen Britta Rechlin verkörpert werden. Sie spielt die Mutter und andere Mit-Fische, den Frosch, die Kaulquappe, die bedrohlichen Feinde, und wechselt dabei mitunter im Sekundentakt von einer Rolle in die nächste. Als Requisiten unterstützen das Spiel des Freien Theaters Tempus fugit lediglich übermannshohe Bambusstangen, die, in zwei bewegliche Strohnester gesteckt oder in den Händen bewegt, mal das Schilf am Rand des Baches darstellen, zwischen dem sich die Wesen begegnen, mal als Schnabel des gefährlichen Vogels herhalten müssen. Unterlegt sind die Bilder, die die Darsteller schaffen, mit den zauberhaften, auch dramatischen, immer aber perfekt abgestimmten Klängen der für Europäer exotischen Instrumente von Firouz Falah, der bei Bedarf während des Stückes die Rolle des weisen Alten übernimmt und dem Fisch Ratschläge erteilt.

Der vierte „Akteur“ ist die Großmutter, stilisiert aus Mantel, Brille, Hut und Handschuhen, die das Spiel reglos beobachtet und am Anfang und Ende den Rahmen setzt. Sie ist es, die das Märchen erzählt, das das Publikum in die blaue Unterwasserwelt entführen.

“Der kleine schwarze Fisch“ behandelt das Ur-Motiv des Erwachsenwerdens mit seinen Verlockungen und Gefahren kindgerecht. Die Eltern oder großen Geschwister der jüngsten Zuschauer erkennen in dem Stück schnell Bilder für den Kampf um Eigenständigkeit, den Wunsch, etwas Außergewöhnliches zu tun, schließlich die harte Konfrontation mit der Realität. Regisseurin Karin Maßen braucht für die einprägsamen Bilder nicht viel, jedes Element, das zur Verfügung steht, wird optimal genutzt und immer wieder neu verwendet. Zwei der Bambusstangen, an den Enden zusammengebunden, dienen so mal als Fensterrahmen, aus dem eine neugierige Nachbarin lugt, mal als Theke, an der ein selbsternannter Ratgeber mehr liegt als sitzt. Der kleine schwarze Fisch jedoch lässt sich weder beirren noch beraten, ganz wie sein pubertierendes menschliches Pendant, ein Heranwachsender. Doch wie sagt er selbst so schön: „Alles hat doch ein Ende! Der Tag, die Nacht, der Monat, das Jahr“ und eben auch der Abend. An diesem Ende erwachen die Zuschauer aus einem Traum unter Wasser und spenden langen Beifall für die großartige Leistung der drei ein halb Akteure.

Niklas Ehrentreich
 

 
   
  Fotos von den Proben 2007
   
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Fotos: Thomas Quartier

   
 

Fotos von den Proben 2005 >>

   
 
 
Es spielen:
 
 
Stefanie Klimkait oder Britta Rechlin Matthias Meier
Firouz Falah  
   
Musik Firouz Falah
   
Regie Karin Maßen
   
 
 
 

 

 

 

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