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Presse
Die Oberbadische vom 24.11.09
Im Leben
muss man etwas wagen und Ideen haben
Begeisterndes
Theater von „Tempus fugit“: Der kleine schwarze Fisch begibt sich auf
die Reise
Efringen-Kirchen (jut). Riesenspaß und am
Schluss ein bisschen Nachdenklichkeit: Das hatten die Kindergartenkinder
aus Efringen-Kirchen bei der Vorstellung der Theatergruppe „Tempus
fugit“, die mit dem Stück „Der kleine schwarze Fisch“ im evangelischen
Gemeindehaus gastierte. Stefanie Klimkait und Matthias Meier mimten
unterschiedlichste Wassertiere mit Gesten und Stimmen und wurden von
Erzähler und Musiker Firouz Falah auf verschiedenen Instrumenten bei der
Darstellung begleitet. Welche Effekte man mit Lichteffekten und dem
Einsatz von simplen Bambusstangen erzielen kann, die wahlweise als
Fischschuppen, Ruder oder Röhricht verwendet wurden, erstaunte (nicht
nur) die Kinder.
Das Theaterstücks dreht sich darum, dass der
kleine schwarze Fisch nicht länger daheim bleiben und „spazieren
schwimmen“, sondern das Ende des Baches und damit letztlich das Meer
finden will. Er gerät in gefährliche Situation, als er dem Kormoran und
dem Pelikan begegnet, findet neue Freunde, trifft andere Fische und
Kaulquappen und muss sich vielfach auf seinen Einfallsgabe verlassen, um
sich aus einer verzwickten Situation zu befreien.
Die Lehre für
die Kinder war: Dem Mutigen und Gewitzten gehört die Welt. Und: Man muss
sich im Leben manchmal etwas trauen, um weiterzukommen. Am Schluss steht
das offene Ende - was passiert mit dem kleinen schwarzen Fisch, nachdem
er einem anderen Fisch aus einer gefährlichen Lage geholfen hat? Die
Geschichte, die in eine weitere Erzählung verpackt ist, endet hier, aber
es steht schon ein kleiner roter Fisch bereit, der bereits überlegt, wie
es ist, sich in die weite Welt zu begeben.
Die gespannten
Kindergartenkinder nutzten im Anschluss an das Theaterstück die
Möglichkeit, den Schauspielern Fragen zu stellen und besonders die
verschiedenen Schlaginstrumente von Firouz Falah in Augenschein zu
nehmen.

BZ vom 08.09.2007
Begeisterter Applaus von den Koreanern
Für die freie Theatergruppe Tempus
fugit war das Welttheatertreffen in Südkorea ein voller Erfolg
Von unserer Mitarbeiterin Joëlle Homberger
LÖRRACH. Die freie Theatergruppe Tempus fugit
ist auf ihrer Gastspielreise in Südkorea um einige positive
Erfahrungen reicher geworden. Die Gruppe war vom Bundesverband
Deutscher Amateurtheater als deutscher Vertreter für das
Welttheatertreffen in Südkorea vorgeschlagen worden. Am 25. Juli
machte sich "Tempus Fugit" mit dem Stück "Der kleine schwarze
Fisch" auf die große Reise, um vor einem internationalen
Publikum ihr Können zu zeigen.
Nach 22 Stunden Flug landete die Gruppe bei flirrender Hitze
erschöpft in Südkorea, wo sie von zwei Führern, die sie die
nächsten Tage überallhin begleitet haben, empfangen wurden.
"Hätten wir die nicht gehabt, wären wir verloren gegangen, denn
keiner von uns konnte Koreanisch und die Einheimischen konnten
meistens auch kein Englisch" , erzählt Stephan Stock von Tempus
fugit. Untergebracht waren die Deutschen mit den anderen
internationalen Amateurtheatergruppen in einem
Studentenwohnheim. "Die Stimmung untereinander war sehr gut und
es war spannend, all die verschiedenen Sprachen zu hören und
Kulturen kennen zu lernen" , sagt Schauspielkollege Matthias
Meier. Abends seien alle Nationen in gemischten Grüppchen im Hof
gesessen und haben zusammen gefeiert. "Es war auch interessant
zu sehen, was die anderen Gruppen machten, sich mit ihnen
auszutauschen, ihren Stil zu beobachten und trotzdem
Ähnlichkeiten zu unserem Theater festzustellen" , fügt Kristofer
Gudmundsson hinzu.
Freundlichkeit und Respekt bleiben als
Erinnerung
Besonders begeistert war Tempus fugit von den asiatischen
Gruppen, denn "bei denen ist jeder Schauspieler gleichzeitig
auch Akrobat, Sänger und ausgebildeter Tänzer" , merkt Ric
Weißer an. Besonders die koreanischen Schauspieler seien sehr
diszipliniert und professionell und die bunten und glitzernden
Kostüme extrem aufwendig gefertigt. Stephan Stock erinnert sich,
dass "in Südkorea überhaupt alles sehr bunt und leuchtend war" .
Tempus fugit spielte erst in Masan auf dem bedeutendsten
Festival im Amateurtheaterbereich und begeisterte ein
internationales Publikum. Am Anfang der Aufführung gab es eine
kurze Einleitung auf Englisch, um eine grobe Inhaltsangabe des
Stückes "Der kleine schwarze Fisch" zu geben. Der Rest wurde auf
Deutsch gespielt. "Die Überlegung, Teile auf Englisch zu machen,
war da, aber wir hatten das schon einmal bei anderen Gruppen auf
Festivals erlebt. Für die Schauspieler und für das Publikum
macht es das Stück unnötig kompliziert und teilweise auch
kaputt," erklärt Kristofer Gudmundsson. "Trotzdem haben die
Zuschauer das Stück verstanden und wir haben gute Reaktionen und
eine positive Resonanz erhalten," sagt Matthias Meier. "Denn die
Inszenierung ist für jeden, unabhängig, welche Sprache er
spricht, verständlich."
Tempus fugit reiste fünf Tage später on den
Norden Südkoreas, um auf der Bühne des Internationalen
Theatertreffens in Chuncheon zu spielen, wo das Publikum
deutlich kleiner war. Die Texte wurden ins Koreanische
übersetzt, da vorwiegend Einheimische die Aufführung besuchten.
Doch auch dort erhielt die Gruppe aus Lörrach positive Kritiken
und konnte sich über ein begeistertes Publikum freuen.
Auf beiden Treffen war "Der kleine schwarze Fisch" ein voller
Erfolg. Die Akteure von Tempus fugit mit Regisseurin Karin Maßen
machten bereichernde Erfahrungen. Vor allem die Mentalität der
Koreaner, die "ein sehr offenes Volk sind und uns aufrichtige
Freundlichkeit und Respekt entgegengebracht haben" , so
Gudmundsson, bleibe in Erinnerung.
BZ vom 24.07.2007
"Tempus
fugit" packt die Koffer
Start zur
Gastspielreise nach Südkorea / Teilnahme an zwei Festivals für
Amateurtheater
LÖRRACH (BZ). Am Mittwoch ist es soweit: Die freie Gruppe des Theaters
"Tempus fugit" macht sich mit dem Stück "Der kleine schwarze Fisch" auf
die Reise nach Südkorea, um dort auf zwei Festivals zu spielen. Nachdem
das Stück bereits erfolgreich auf Festivals in Deutschland und
Frankreich aufgeführt wurde und den Radio-Seefunk-Theaterpreis bei den
"Theatertagen am See" in Friedrichshafen 2006 gewonnen hatte, schlug der
Bundesverband Deutscher Amateurtheater die Gruppe als deutschen
Vertreter für das Welttheaterfestival der IATA (International
Amateurtheater Association) vor. Dieses weltweit bedeutendste Festival
im Amateurtheaterbereich wird immer an verschiedenen Orten ausgetragen
und findet in diesem Jahr in Masan/Südkorea statt. Mit ausschlaggebend
für die Einladung von "Tempus fugit" ist die Poesie der Bilder und der
Musik im Stück, so dass es auch einem internationalen Publikum
verständlich ist.
Vor zwei Monaten wurde Tempus fugit angefragt den "Kleinen schwarzen
Fisch" noch auf einem zweiten Festival in Südkorea zu spielen, dem
Chuncheon International Theatre Festival. Die Gruppe nahm diese
Einladung gerne an.
Nun ist das Tempus-fugit-Team um Regisseurin Karin Maßen gespannt auf
die Begegnung mit den vielen Theatergruppen unterschiedlichster
Kulturen. Das Ensemble freut sich darauf, sich während der zwei Wochen
in Südkorea einem internationalen Publikum zu stellen.
OV vom 11.April 2006
Ein Fisch macht Theater-Karriere
Freie Gruppe Tempus fugit erhält Radio-Seefunk-Preis in
Friedrichshafen
Von Michaela Wassmer
Lörrach. Es kam unerwartet, aber verdient. Die Freie Gruppe von Tempus
Fugit hat mit ihrer Inszenierung „Der kleine schwarze Fisch" nach dem
gleichnamigen persischen Märchen von Samad Behrangi den
Radio-Seefunk-Preis erhalten.
Die Auszeichnung wurde am Wochenende im Rahmen der 22. Theatertage am
See in Friedrichshafen verliehen. Das Ensemble von Tempus fugit teilt
sich den mit insgesamt 1200 Euro dotierten Preis mit der auch in Lörrach
durch ihre Auftritte beim Internationalen Theatertreff bekannten Truppe
Apron aus Halle.
„Der kleine schwarze Fisch" erzählt in suggestiven Theaterbildern die
Reise eines Fisches, die sich letztlich als Parabel für das
Erwachsenwerden und das Leben selbst erweist. Die Musik des Iraners
Firouz Fallah ist hierbei nicht nur begleitendes sondern konstitutives
Moment der Handlung. „Deshalb hat unser Stück gut in den
Veranstaltungsschwerpunkt Theater und Musik gepasst", erzählt
Regisseurin Karin Maßen. Dennoch habe die 2001 gegründete Freie Gruppe
nicht mit dem Preis des Festivals des Internationalen Amateurtheaters
gerechnet. .Wir freuen uns riesig über die Anerkennung und natürlich
auch über die 600 Euro",so Maßen.
Tempus fugit sei aber nicht des Preises wegen nach Friedrichshafen
gereist: Wir besuchen solche Festivals, um andere Gruppen spielen zu
sehen und waren von der unglaublichen Bandbreite der Aufführungen
beeindruckt." Zwölf Inszenierungen hat Tempus fugit während des
Wochenendes in Friedrichshafen besucht.
Das Publikum, Mitglieder von Theatertruppen sowie eine Fachjury haben
die Gewinner der drei Sparten Kinder- und Jugendtheater, Schultheater
und Amateurtheater gekürt. Bei der Laudatio des Beitrags von Tempus
fugit lobten die Juroren die Einheit von Musik (Firouz Fallah) und Spiel
(Matthias Meier und Britta Rechlin), die Poesie der Bilder. die
Beschränkung auf wenige Theatermittel sowie die klare Bühnenkonzeption.
Nicht zuletzt die viel- schichtigen Bedeutungsebenen machen den Reiz des
Stückes aus. „Es ist zwar ein politisches Märchen, trifft aber sowohl
die Erwachsenen- als auch die Kinderwelt", erklärt sich Maßen den
Erfolg.
Badische Zeitung vom Donnerstag, 29.
September 2005
Das Leben als Reifeprozess
Vor der Premiere:
Tempus fugit spielt persischen Autor
Jung sein heißt in den modernen westlich
geprägten Gesellschaften seit ungefähr 250 Jahren auch ausprobieren,
experimentieren und revoltieren gegen die Welt der Erwachsenen. Seit
Jahrhunderten bevölkern entsprechende Ikonen jugendlicher Selbstfindung
den öffentlichen Raum: Das beginnt mit Goethes Romanheld Werther und
führt über James Dean in den 1950er-Jahren, Mick Jagger oder den
antiautoritären 68ern in den 1960er und 70er Jahren bis zu Judith
Holofernes von „Wir sind Helden“ in der Gegenwart. Nun greift auch das
Jugendtheater Tempus fugit das ewig alte Thema des Erwachsenwerdens auf.
Die Truppe und ihre Regisseurin Karin Maßen wechseln dafür aber die
Kultur: Ihre Inszenierung „Der kleine schwarze Fisch“ basiert auf dem
gleichnamigen persischen Märchen von Samad Behrangi.
Der Autor, 1939 in Aserbaidschan geboren, kommt von unten; er hat sich
aber durchgebissen bis zum Studium und arbeitete danach im Iran in
kleinen, abgelegenen Dörfern. Dort trat er immer wieder für Reformen
ein, forderte die Verbannung von Staatspropaganda aus den Lehrbüchern
und wies standhaft auf die katastrophalen Schulverhältnisse auf dem Land
hin. Diese Kritik machte ihn nicht nur gefährlich für das damals
herrschende Regime des Schah, seine Werke wurden so auch außergewöhnlich
populär. Selbst der Jugend gerade erst entwachsen kam Behrangi im Alter
von 29 Jahren 1968 allerdings um; angeblich soll er ertrunken sein. Da
jedoch Trockenzeit war, der Fluss in Teheran kaum Wasser führte und
Behrangi ein ausgezeichneter Schwimmer war, deutet vieles auf ein
Attentat der Geheimpolizei hin.
Der Freiheitsdrang, die Verlockung des
Abenteuers, die Begegnung mit der Gefahr, die Suche nach Neuem sind
Motor und Leitmotiv der Handlung im „kleinen schwarzen Fisch“ Zunächst
kindlich naiv wächst er an seinen Erfahrungen und riskiert mutig sein
Leben. Zwar wird er ständig gewarnt – von Eltern, Geschwistern,
Freunden, eben den Erwachsenen. Aber er lässt sich nicht beirren. Das
ergibt eine spannende Metapher für das Erwachsenwerden. Grausam und
nicht süßlich, aber nie ohne Hoffnung.
Aber, so die Regisseurin, „große“ Zuschauer könnten darin noch mehr
finden: Kriege, Zwists, Streits, die die Menschen zu Feinden werden
lassen. Daraus erwachse aber auch die Sehnsucht nach Versöhnung, nach
Frieden und der Erkenntnis, dass Gegensätze überbrückbar seien und eine
Chance zur Veränderung bieten. Aufgeführt wird dieses Märchen von zwei
Spielern der freien Gruppe von Tempus fugit (Britta Rechlin und Matthias
Meier) zusammen mit einem persischen Musiker (Firouz Falah).
Oberbadisches
Volksblatt
vom 30. September 2005
Vom Zauber der
Freiheit
Tempus fugit- Premiere: „ Der kleine
schwarze Fisch“
Lörrach/Weil am
Rhein. Das persische Märchen “Der kleine schwarze Fisch“ ist als nächste
Premiere von Tempus fugit am 1. Oktober zu sehen. Es spielt die freie
Gruppe in kleiner Besetzung.
Der Autor des Märchens wurde unter dem Regime des Schahs politisch
verfolgt und kam unter sehr mysteriösen Umständen im Alter von 29 Jahren
um. Aufmerksam gemacht auf dieses Märchen wurde die Theatergruppe durch
ihren Musiker Firouz Fallah, der natürlich auch mit von der Partie ist.
Zum Stück: Der Freiheitsdrang, der Zauber und die Verlockung des
Abenteuers, die Begegnung mit der Gefahr, die Suche nach neuen Welten
sind Motor und Leitmotiv der Handlung. Davor wird der Kleine Schwarze
Fisch aber auch gewarnt: von den Eltern, Geschwistern, den Erwachsenen,
den Freunden. Aber er lässt sich nicht beirren. Anfänglich noch kindlich
naiv, wächst er an seinen Erfahrungen und riskiert mutig sein Leben. Das
ist spannend, einen Metapher für das Erwachsenwerden. Grausam und nicht
süßlich, nie ohne Hoffnung.
„Große“ Zuschauer können noch mehr darin finden: die Kriege, die
Zwistigkeiten, die Auseinandersetzungen, die Menschen zu Feinden werden
lassen. Daraus erwächst aber auch die Sehnsucht nach Versöhnung, nach
dem Frieden und der Erkenntnis, dass die Gegensätzlichkeiten
überbrückbar sind und eine Chance zur Veränderung bieten.
Aufgeführt wird dieses Märchen von zwei SpielerInnen der freien Gruppe
des Tempus fugit Theaters (Britta Rechlin und Matthias Meier) zusammen
mit einem persischen Musiker (Firouz Falah). Regie führt Karin Maßen.
Badische Zeitung vom Dienstag, 4. Oktober 2005
Vom Bach ins Meer – hinaus ins Ungewisse
Das
Freie Theater Tempus fugit spielte in Lörrach „Der kleine schwarze
Fisch“ nach dem persischen Märchen von Samad Behrangi
Den ganzen Tag
spazieren schwimmen, nie über den Tellerrand schauen, nichts Neues
entdecken – das langweilt den kleinen schwarzen Fisch, der vom lediglich
mit einer schwarzen Mütze als solcher gekennzeichneten Matthias Meier
gespielt wird. Mutig und mit kindlicher Unbefangenheit schmeißt er sich
ins Leben, auch wenn seine Mutter und das gesamte Umfeld ihn daran
hindern wollen. “Die Welt ist hier, wo wir sind“, sagt die Mutter, doch
dem Junior reicht das nicht. Er bricht aus aus seiner Welt, dem Bach, um
das Meer zu finden.
Dabei begegnet er
allerlei Gestalten, die von der äußerst wendigen Britta Rechlin
verkörpert werden. Sie spielt die Mutter und andere Mit-Fische, den
Frosch, die Kaulquappe, die bedrohlichen Feinde, und wechselt dabei
mitunter im Sekundentakt von einer Rolle in die nächste. Als Requisiten
unterstützen das Spiel des Freien Theaters Tempus fugit lediglich
übermannshohe Bambusstangen, die, in zwei bewegliche Strohnester
gesteckt oder in den Händen bewegt, mal das Schilf am Rand des Baches
darstellen, zwischen dem sich die Wesen begegnen, mal als Schnabel des
gefährlichen Vogels herhalten müssen. Unterlegt sind die Bilder, die die
Darsteller schaffen, mit den zauberhaften, auch dramatischen, immer aber
perfekt abgestimmten Klängen der für Europäer exotischen Instrumente von
Firouz Falah, der bei Bedarf während des Stückes die Rolle des weisen
Alten übernimmt und dem Fisch Ratschläge erteilt.
Der vierte „Akteur“
ist die Großmutter, stilisiert aus Mantel, Brille, Hut und Handschuhen,
die das Spiel reglos beobachtet und am Anfang und Ende den Rahmen setzt.
Sie ist es, die das Märchen erzählt, das das Publikum in die blaue
Unterwasserwelt entführen.
“Der kleine schwarze
Fisch“ behandelt das Ur-Motiv des Erwachsenwerdens mit seinen
Verlockungen und Gefahren kindgerecht. Die Eltern oder großen
Geschwister der jüngsten Zuschauer erkennen in dem Stück schnell Bilder
für den Kampf um Eigenständigkeit, den Wunsch, etwas Außergewöhnliches
zu tun, schließlich die harte Konfrontation mit der Realität.
Regisseurin Karin Maßen braucht für die einprägsamen Bilder nicht viel,
jedes Element, das zur Verfügung steht, wird optimal genutzt und immer
wieder neu verwendet. Zwei der Bambusstangen, an den Enden
zusammengebunden, dienen so mal als Fensterrahmen, aus dem eine
neugierige Nachbarin lugt, mal als Theke, an der ein selbsternannter
Ratgeber mehr liegt als sitzt. Der kleine schwarze Fisch jedoch lässt
sich weder beirren noch beraten, ganz wie sein pubertierendes
menschliches Pendant, ein Heranwachsender. Doch wie sagt er selbst so
schön: „Alles hat doch ein Ende! Der Tag, die Nacht, der Monat, das
Jahr“ und eben auch der Abend. An diesem Ende erwachen die Zuschauer aus
einem Traum unter Wasser und spenden langen Beifall für die großartige
Leistung der drei ein halb Akteure.
Niklas Ehrentreich
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