aktuelle Inszenierung:

Tempus fugit - Freie Gruppe

   
 
 

"Ganze Tage - Ganze Nächte" (2005)

nach Xavier Durringer
Regie: Karin Maßen

   
   
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  Zum Stück

„Ich würde gerne was anderes machen, als das, was ich mache, verstehst du, was anderes.

Jemand anders sein, am liebsten sogar das genaue Gegenteil...“

Gerald sucht eine Frau, die er lieben kann. Bislang hat er bei Frauen kein Glück gehabt. Er ist auf der Suche, um dem Alleinsein zu entfliehen.

Luzia und Fred führen eine Beziehung die geprägt ist von bohrender Eifersucht, Machogehabe und dem verzweifelten Bemühen „cool“ zu sein.

Silvia ist eine Frau, die von niemandem beachtet wird. Sie fällt nicht auf, keiner kann sich ihren Namen merken...

Ein junges Mädchen versucht den Menschen zu entkommen. Sie will von allen in Ruhe gelassen werden und stopft sich mit Schokolade voll...

Daneben ein Mädchen, das aufhört zu essen, zu denken, zu fühlen...

In Textpassagen, kleinen Geschichten, Monologen und Dialogen wird bruchstückhaft eine Welt sichtbar - poetisch und ernüchternd zugleich.

Durringers Stück hat keine dramatische Handlung, aber das Drama ist immer gegenwärtig. Die Figuren haben keine Entwicklung, dafür Sehnsucht, Angst, Aggression, Liebe und Schmerz und das „ganze verdammte Zeug!“

Rat- und orientierungslos taumeln die zufällig aufeinander treffenden Protagonisten durch die soziale Eiseskälte, die sie umgibt und die sie selbst verkörpern. Sie beschimpfen sich, streiten, reden aneinander vorbei, sind abwechselnd zärtlich und aggressiv, romantisch und brutal.

Kurze Momentaufnahmen des ganz alltäglichen Wahnsinns Leben. Facettenreiche Sinnbilder für den Lebenshunger der Menschen, die alles dafür tun, um sich diesen nicht einzugestehen. Hart am Abgrund, und doch immer wieder geprägt von Komik, Hoffnung und der Suche nach dem anderen in sich selbst.
 

 
  Presse zum Stück:

Oberbadisches Volksblatt vom Samstag, 7. Mai 2005 

Momente ohne Sinn und Seele

Premiere im Kesselhaus: "Ganze Tage - ganze Nächte"

Von Dorothea Gebauer

Auf der Bühne, einem Laufsteg gleich, tummeln sich mitten im Theatersaal, bizarre Typen. Links und rechts dieses Podests sitzen die Gäste an Bistro-Tischen des Kesselhauses, an die sich von Zeit zu Zeit die Schauspieler selbst gesellen, Zuschauer ansprechen und so aus der Distanz herausholen. Theater, so die Botschaft, ist nicht etwas, was sich da draußen, weit weg auf einer Bühne entwickelt, es spiegelt das Leben wider. Wir können uns und seinen Fragen nicht entziehen, wir sind immer, ob wir wollen oder nicht, mittendrin.

"Ganze Tage, ganze Nächte" ein Stück nach Xavier Durringer und unter der Regie von Karin Maßen mit dem Jugendtheater Tempus fugit umgesetzt, hat zunächst etwas Beklemmendes. Feindselige Stimmung, Gewalt, die sich heftig entlädt: "Schlag mich doch!", "Hau mir in die Fresse!"

Die Figuren, die da wild gestikulierend auf und ab laufen, scheinen verzweifelt, als hätten sie einen gnadenlosen Antreiber im Genick. Getrieben sind sie von der Frage, was das Leben ausmacht, wer man ist, wie man Liebe bekommt und lieben kann. In kleinen Geschichten, Andeutungen, Skizzen wird dargelegt, dass die Antwort nur im Fragment, im Scheitern, im Experiment liegen kann.

Zunächst lässt man sich Zeit, im Kaleidoskop der Befindlichkeiten alle möglichen Gefühle eindringlich wiederzugeben. Sehnsüchtig, hilflos, verletzt und verwundet sind die Protagonisten. "Ich will alles anders!" "Ich warte auf etwas Gewaltiges!" sind Schreie, die verhallen. Kein Zuhause, kein Ankommen, nur seelenloses Herumtreiben. Vorübergehender Trost und Betäubung liefern Illusionen, ansonsten bestimmt das Rennen in Sackgassen, die sich in Parallelhandlungen scheinbar zufällig entwickeln.

Sehr engagiert, vital und virtuos, mit beinahe existentialistischer Schärfe treiben die Protagonisten streitend, schreiend, lamentierend und sinnierend authentisches Geschehen voran. Beinahe hätten wir vergessen, dass wir im Kesselhaus sind. Wir wähnten uns im Café, am Küchentisch irgendeines Appartements, an irgendeiner Straßenecke: im wirklichen Leben eben.
 

 
  Der Autor

Geboren 1963 in Paris. Dramatiker, Drehbuchautor und Filmregisseur. Seit 1989 leitet er die freie Theatergruppe „Compagnie La Lezarde“, für die er schreibt und inszeniert. Mit seinen Aufführungen in verlassenen Fabrikgebäuden der banlieues von Paris
erschloss Durringer ein neues, dem traditionellen Theater gegenüber äußerst
kritisches Publikum. Xavier Durringer gehört wohl zu den radikalsten Vertretern seiner Spezies; er hat den Jugendlichen aus der cite aufs Maul geschaut und thematisiert in
seinen Stücken die Suche nach ihrem Platz in der Gesellschaft.

(aus: Neue Theaterstücke aus Frankreich: Scene 1, Verlag der Autoren S. 308)
 

 
  Die Gruppe

Die Besetzung für diese Produktion setzt sich aus 12 SpielerInnen der beiden Jugendtheatergruppen Lörrach I & II und 3 Spielern der Freien Gruppe des Tempus fugit Theaters zusammen.

Die Besetzung der Jugendtheatergruppen hatte sehr erfolgreiche Aufführungen mit z.B.
„Das kunstseidene Mädchen“ (Einladung zu dem Theatertreffen der Jugend nach Berlin 2004), und den Eigenproduktionen des letzten Jahres
„grad°wanderer“, „und wieder bohrt einer das Kinn in die Hand“

Die Spieler der freien Gruppe sind bekannt aus Stücken wie z.B.: „Der Sandmann“,
„Die Augen" (Förderpreis der Göppinger Theatertage 2005), Kultur am Schlipf 2005: Seit-Schritt-Schluss und den Aufführungen von "Nur-Mut" an 41 Schulen in Lörrach und im Kreis Lörrach (gefördert vom Wirtschaftsministerium des Landes Baden-Württemberg über die Zukunftsoffensive III).
 

 
   
  Fotos von den Proben
 

 

 

 
  Generalprobe am 4.5.2005:
   
 

 
 
 
 

 
 
 
 

 
 

 
 

 
 
 
 

 
 
 
 

 
 

 
 
 
 

 
 
 
 
 
 
 
 

 
 

 
 
 
 
 
 

 
 
 
 
 
 

 
 
 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

   
 

Fotos: Thomas Quartier

   
 
 
Die Personen:
 
 
es spielen: Claudia Palladino
  Bernhard Greif
  Maren Walter/Helena Köpnick
  Ric Weißer
  Katharina Köpnick
  Matthias Meier
  Lena Philipp
  Stephan Stock
  Julia Genrich
  Benjamin Kraus
  Maren Schrader
  Nicole Kessler
  Helga Jakobi
  Natalie Schmidt
   
Musik Daniel Vogel (Do, Sa, So), Stefan Eifridt (Fr)
   
Text Xavier Durringer
in der Übersetzung von Alain Jadot und Andreas Jandl
   
Regie Karin Maßen
   
Lichtgestaltung André Kulawik
Bühnenbau Markus Stoll/Schreinerei Stoll
Kostüme Laura Löffler
Plakat/Programm Britta Rechlin
Fotos Thomas Quartier/Britta Rechlin
Produktionsleitung Benjamin Kraus, Natalie Schmidt
Sponsoring Johannes Maßen
Organisation Tempus fugit
 
 
 

 

 

 

IMPRESSUM

 

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