aktuelle Inszenierung:

Tempus fugit - Jugendtheater Lörrach II
   
 
"...und wieder bohrt einer das Kinn in die Hand" (2004)

Regie: Karin Maßen

 

 

   
 

 

  Eigenproduktion
   
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  Zum Stück

Die Klasse hat einen neuen Lehrer bekommen. Blochmann heißt er.
Das Leben lernen – das ist seine Maxime, die er gleich am ersten Tag in der Klasse verkündet.
Anfänglich reagieren die SchülerInnen mit Distanz und Skepsis. Aber dann wächst das Vertrauen, es baut sich eine Welt auf, in der fast alle in der Klasse die Lust an der Literatur, am Lesen, an Diskussionen, Kinos und Theater wieder finden. Pläne werden geschmiedet, Ideale gewinnen an Bedeutung.
Doch dann kommt es zum Bruch zwischen Blochmann und den SchülerInnen..
Keiner sucht das Gespräch, die Auseinandersetzung. Blochmann stirbt.

Fünf Jahre später treffen sich die SchülerInnen wieder. Mittlerweile scheint die Vergangenheit weit weg gerückt. Die Party kann beginnen. Aber nicht alle wollen die Mauer des Schweigens stehen lassen. Manchen brennt es auf der Zunge, über das Versagen sprechen zu wollen. Gibt es eine Schuld an Blochmanns Tod?
Und wieder taucht die Frage auf, was heißt es, das Leben lernen zu wollen?

Zitate:

....ich wagte nicht irgend etwas stark zu lieben

... da musste man nichts sagen und keiner hat gelacht

...... nicht für die Schule sondern für das Leben lernen wir

... ich bin gleich wieder gegangen, habe nur mein Zeugnis abgeholt und den leeren Platz im Lehrerzimmer gesehen

... es tut verdammt weh etwas verpasst zu haben, was unumkehrbar ist – wie eine Wand, gegen die ich immer fahre
 
 
  Presse zum Stück:

Oberbadisches Volksblatt vom 9.10.2004

Echtes Leben kann gefährlich sein

Das Jugendtheater Tempus fugit feierte in der HTG-Aula Premiere

Von Dorothea Gebauer

Lörrach. „Das bin ich!" sagen sie, mit Glück und Wehmut gleichzeitig in der Stimme. Schauspieler der Tempus fugit Gruppe 2 haben sich unter das Publikum gemischt und zeigen Kinderfotos. „Ich mit 6, ich in der dritten Klasse, ganz frech, ganz neugierig!" Doch nun sind sie groß geworden und haben aufgehört, wach zu sein oder Forscher sein zu wollen. Das Stück „ ... und wieder bohrt einer das Kinn in die Hand" unter der Regie von Karin Maßen stellt die Frage, was es heißt, das Leben zu lernen.

Die Schule hat sie das Gehorchen gelehrt, ihnen nicht erlaubt, etwas wirklich zu lieben. Mit einer Ausnahme: Lehrer Blochmann hat sie ernst genommen, sie herausgefordert, herauszufinden, was sie selber wollen. Er hat sie gelehrt, das Leben zu lieben, auch wenn es weh tut. So weit so gut. Irgendwann kommt es zum tragischen Bruch. Blochmann begeht Selbstmord.

Das Stück verrät zunächst nicht, wie es dazu kam. Es setzt den Auftakt mit einem Nachtreffen der Klasse. Small Talk, Gläserklirren, Glanz, der' keine Echtheit erlaubt. Schon nach fünf Jahren des Schulabgangs haben sich Zynismus, Heuchelei, Anpassertum durchgesetzt. „Tun wir doch mal so als könnten wir die Welt verändern!

In wechselnden Formationen, werden Haltungen gemimt, das ganz Subtile, wenn eine alte Familienbande einander begegnet. Taxieren, Großtun, das Zurückdrängen in alte Rollen. Der Klassenclown macht Sprüche, die Streberin steht draußen. Die Loserin ist inzwischen Alkoholikerin geworden und dröhnt sich schwankend mit Schnaps zu.

Unter launigem Frohsinn lauert die Wahrheit, der es sich zu stellen gilt. Ginge Attacken, Sündenbocksuche deuten an, dass sich später eine Riesenexplosion ereignen wird. 

Dazwischen - Betäubungsversuche, mit Alkohol, Zärtlichkeiten, „Könnte die Musik nicht lauter sein?", fragt eine entnervt. Stimmungen verdichten sich ins Unerträgliche, unterstützt von raffiniertem Spiel der F-Gitarre (Daniel Vogel).

Dass Blochmann sich mit einer Schülerin eingelassen habe, wird als Lüge entlarvt, die unvorhersehbaren Folgen von Verleumdung stehen unaushaltbar, im Raum.

Das Drama will jedoch weit mehr, als nur eine Geschichte zu erzählen. Es stellt unbequeme Fragen. Willst du Verantwortung für deine Ideale Übernehmen? Vertrauen, wo es dir entgegengebracht wird, schützen und schätzen?

Du bist frei.

Badische Zeitung vom Mittwoch, 10. November 2004 

Versagen einer Klasse 

Tempus fugit Jugendtheater 2

LÖRRACH. Wegen großer Publikumsnachfrage bei der Premiere Anfang Oktober zeigt das Tempus fugit Jugendtheater 2 am 13. November, 20.15 Uhr, und am 14. November, 18 Uhr, in der Aula des Hans-Thoma-Gymnasiums Lörrach nochmals die Produktion " . . . und wieder bohrt einer das Kinn in die Hand!". Das Stück thematisiert das Versagen einer Klasse gegenüber einem Lehrer, aber auch individuelles Versagen, Machtkampf und Gruppenverhalten. Die Idee zu der Eigenproduktion basiert auf Wladimir Tendrajakows "Die Nacht nach der Abschlussfeier" und Frank Weymanns "Die Analyse". Daniel Vogel begleitet die Inszenierung musikalisch. Regie führt Karin Maßen. Mit ihrem Erstlingsstück "Das kunstseidene Mädchen" war die Gruppe zum Theatertreffen der Jugend eingeladen worden.
 

 
   
  Fotos von den Proben
 

 

 
 
 

 
 

 
 
 
 
 
 

 
 

 
 
 
 

 
 
 
 

 
 
 
 

 
 

 
 

 
 
 
 

 
 
 
 

 
 
 
 

 
 
 


Fotos: Thomas Quartier
 

 
 
Das Ensemble:
 
 
Sabine

Juliane Gutgesell

Nadja

Helga Jakobi

Paula Linda Sepp
Anja Lena Philipp
Andi Claudia Palladino
Luisa Katharina Köpnick
Svenja Julia Genrich
Vera Nicole Kessler
Suzy Maren Schrader
Elena

Maria Tammik

Björn Stephan Stock
Christian Felix Bannholzer
Markus Jan Halmazna
Mike Bernhard Greif
   
Musik

Daniel Vogel (e-Gitarre)

   
Regie Karin Maßen
Co-Regie Bernhard Greif
   

Dramaturgie

Karin Maßen

Text

Karin Maßen und Gruppe
   
Lichtdesign
Lichttechnik
André Kulawik
Lichtausleihe Martin Storz
Organisation Laura Löffler
Kostüme Laura Löffler und Gruppe
Plakat- und Programmgestaltung Britta Rechlin
Kostüme, Tempus fugit und Gruppe
Organisation/Sponsoring Johannes Maßen
Video David Voges
Fotos Thomas Quartier
Dr. Martin Schulte-Kellinghaus
Probenhilfe

David Voges
Benjamin Kraus
Laura Löffler
Matthias Meier

 
 
 

 

 

 

IMPRESSUM

 

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