aktuelle Inszenierung:

Tempus fugit
Schultheater der Hauswirtschaftlichen & Kaufmännischen Berufsschule Lörrach

   
 
 

"Küss den Frosch"
 

Regie: Karin Maßen
 

 

 

   
   
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  zum Stück:

In dem Stück gibt es viele bunte, schräge, desillusionierte, traurige und komische Gestalten. Gemeinsam ist ihnen die Suche nach einer möglichen Wende, einem Neuanfang. So wie Herr Stiller (nach dein Roman von Max Frisch: "Stiller") versucht ein anderer zu werden, indem er flieht, seine Rolle aufgibt und selbst seiner Verteidigerin gegenüber behauptet, Mr. White zu sein.

In dieser Absicht kommen auch andere Menschen in ein Reisebüro und suchen die Veränderung, die Abwechslung, einen Neuanfang. Sie selbst sind aber von sich aus nicht bereit, dafür etwas zu tun und fallen in immer die gleichen Muster zurück.

Chancen, sich neu zu erleben, neu zu verlieben, Gefühle zu entdecken werden ihnen an ihrem Reiseziel ständig geboten: Auf mancherlei groteske, komische, mysteriöse Art. Aber es fehlt ihnen im Gegensatz zu der Person von Anatol Stiller der eigene Antrieb, ihr eigener "Vogel". Was das zu bedeuten hat, wird in einem Märchen (nach Hermann Hesse: "Vogel") erst zum Schluss des Stückes preisgegeben.

Aber auch wenn verraten wird, dass die Schwarze und die Weiße Königin mit von der Partie sind und von Alice ganz schön an der Nase, bzw. auf dem Schachfeld herumgeführt werden, so bleibt immer noch zu entdecken, was die Blinde, die gar nicht blind ist, und der Narr in diesem Stück zu suchen haben... Denn nicht nur die Spieler, auch das Publikum darf auf Entdeckungsreise gehen.

Eines wird auf jeden Fall versprochen Es gibt kein Schachmatt und jeder und jede darf immer wieder von vorne anfangen. Bis er / sie vielleicht doch den richtigen Frosch küsst, und Augen hat, den verwandelten Königssohn zu sehen.

Und schließlich stellt sich die Frage: Ist das nun wirklich oder alles erdacht?
 

 
  Presse

Freitag, 21. Juni 2002, Badische Zeitung

Gefangen in Selbstbildern

Gelungene Aufführung des Schülertheaters in den beruflichen Schulen mit „Küss den Frosch"


LÖRRACH. Anders sein, ausbrechen, eine neue Chance - das wollen all die desillusionierten, traurigen und komischen Gestalten, die sich auf eine Reise begeben. Aber wird es auch die Reise in den eigenen Traum? Wird am Ende die Suche in der Welt, das sich Erproben etwas Positives hergeben? Ein Animateur gibt das Schachfeld frei für das große Spiel des Lebens, das schon früh anfängt - wer ist die Schönste, wer macht die ersten Schritte - und einfach nie aufhört. "Wenn die Leute nur wüssten, wie wenig lebendig sie sind", kommentiert eine der beiden Reisebegleiterinnen das nun folgende Geschehen.

Beim neuen Stück der Theater-AG "Küss den Frosch" wird die Bühne in der Aula der kaufmännischen und hauswirtschaftlichen Schulen zu einem überdimensionalen Schachbrett, auf dem sich die Figuren, deren Ich sich mit der Zeit verbraucht hat, darunter eine Weiße (Helena Köpnick) und eine Schwarze Königin (Miriam Hug) in ewig gleichen Mustern und mit einstudierten Phrasen, die einem seltsam bekannt vorkommen, bewegen. Dazwischen Märchenfiguren wie Alice im Spiegelland (Priscilla Frommann) oder ein Narr (Philipp Schmidt). Wie die 14 Jugendlichen mit Theaterpädagogin Karin Maßen das Thema "ldentitätssuche" szenisch umsetzen und gestalten, zum Beispiel durch das "Zurückspulen" von Szenen zu einem Punkt, von dem aus alles hätte anders kommen können, mit dem sie komödiantisch die Unumkehrbarkeit der Zeit aufheben, zieht einen bald in den Bann. Es scheint, als ob sie sich im Gegensatz zu ihren gespielten Rollen selbst neu erleben, und doch fragt sich der Zuschauer bald: Wird es überhaupt einem/einer gelingen, aus den Bildern auszubrechen, die andere sich von ihnen machen? Von dieser Spannung zwischen Wirklichkeit und Gespieltem lebt das Stück, das durch Szenen aufgelockert wird, die einen Schmunzeln machen.

Immer enger eingesponnen in die eigenen Texte und Choreographien und quasi auf einer zweiten Bühne wird bei "Küss den Frosch" Max Frischs "Stiller". Auch der Maler versucht ja dem Bild, das sich die Menschen von ihm machen, zu entfliehen. Das geht sogar soweit, dass er lieber in die Rolle eines Mörders schlüpft, als sich zu seiner Identität zu bekennen. Immer wieder deklamiert der Gefängnisinsasse Anatol Stiller - abwechselnd gespielt von Alexander Sojka, David Voges, Florian Kienzle, David Schiller und Benjamin Kraus - seine Aufzeichnungen. Die Herausforderung einer vorgegebenen Rolle wird von allen fünf Spielern auf ganz unterschiedliche Weise prima bewältigt. Durch dieses gelungene Experiment erhält dieses Schülertheater eine Erweiterung, eine neue Qualität.

Auch in der Figur der Blinden (Lisa Borst) greifen die Jugendlichen eine Frisch-Figur aus "Mein Name sei Gantenbein" auf. Und nicht nur das, auch die in diesem Roman variierte Erkenntnis: Jedermann erfindet sich früher oder später Geschichten, die er für sein Leben hält, zum Beispiel die, ein Pechvogel zu sein. Die Figuren von "Küss den Frosch" versagen jedenfalls darin, ihrem Leben die gewünschte Wende zu geben, weil keine von ihnen mehr Wunschbilder hat. Schließlich erschießen sie den Hermann Hesse nachempfundenen Wunschvogel und stellen sich dann vor, sie könnten ihn noch einmal fliegen sehen - weit oben. Und alles könnte sich doch noch ändern.

Barbara Ruda
 

 
   
  Fotos von den Proben
   
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 
 
 

 
 

Fotos: Thomas Quartier

   
 
 
Es spielen:
 
 
Stiller 1 Alexander Sojka
Stiller 2 David Voges
Stiller 3 Florian Kienzle
Stiller 4 David Schiller
Stiller 5 Benjamin Kraus
Verteidigerin Laura Löffler
Rico Alexander Sojka
Prinzessin Laura Löffler
Der Alte Benjamin Kraus
Alice Priscilla Frommann
Der Narr Philipp Schmidt
Die Blinde Lisa Borst
Das Mädchen Lisa Borst
Die Schwarze Königin Miriam Haug
Die Weiße Königin Helena Köpnick
Die Ehefrau Nicole Steiner
Der Ehemann David Schiller
Der Mann mit dem Kästchen David Voges
Lustiger Herr Florian Kienzle
Die Reisebegleiterinnen Helen Langenfeld, Anja Gottschalk
   
Musik DJ ISM
Regie Karin Maßen
Regieassistenz Matthias Meier
Assistenz-Kontaktlehrerin Isolde Braig
Kostüme Alexander Sojka
Licht Andre Kulawik
Plakat/Programm Christoph Möser
Britta Rechlin
Simon Stotz
Probenunterstützung Bernhard Greif
Stefanie Klimkait
Stefan Maßen
 
 

 

 

 

IMPRESSUM

 

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